Folge 74 - FairWertung - Thomas Ahlmann

Shownotes

Hand aufs Herz: Was hängt bei Ihnen seit Jahren ungetragen im Kleiderschrank? Und wie gut fühlt es sich an, endlich auszumisten und die Sachen in den Altkleidercontainer zu werfen? Gute Tat erledigt. Oder? Was passiert eigentlich hinter dieser geheimnisvollen Klappe? Und weshalb könnte aus Ihrem Lieblingspulli irgendwann eine Fußmatte im Auto werden? Thomas Ahlmann kennt die Antworten. Er ist Geschäftsführer von FairWertung, dem bundesweiten Dachverband gemeinnütziger Altkleidersammler. Und der sitzt ausgerechnet in Essen! Gemeinsam räumen wir auf – mit dem Kleiderschrank und einigen hartnäckigen Irrtümern. Was gehört wirklich in den Container? Wer verdient an unseren Kleiderspenden? Und warum bringt Billigmode das gesamte System ins Wanken? Eine Folge über gute Absichten, schlechte Klamotten und die erstaunliche Karriere eines alten T-Shirts.

Noch mehr zum Thema? Wer tiefer eintauchen möchte, hört in unseren Podcast „BrauchBar“ rein. Gemeinsam mit Thomas Ahlmann und spannenden Gästen aus Politik, Wissenschaft und Modebranche sprechen wir über nachhaltige Kleidung, Fast Fashion, Textilrecycling und die Zukunft unserer Altkleider. Alle Folgen gibt es hier: [https://brauchbar.podigee.io/]

Dachverband FairWertung e.V.

https://www.fairwertung.de/

Christliche Arbeiterjugend (CAJ)

https://www.caj.de/

Oxfam Shop Essen

https://shops.oxfam.de/shops/essen

Diakonieläden Essen

https://www.diakoniewerk-essen.de/

EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien

https://environment.ec.europa.eu/strategy/textiles-strategy_en

In "Zuhause in Essen" spricht die Sparkasse Essen nicht über die gute alte Zeit. Wir sprechen über das, was Essen schon heute besonders attraktiv macht und was nach der Zeit der Ruhrkohle noch Magisches passieren wird. Immer mit Gästen, die Gegenwart und Zukunft auch gestalten. Und wenn WDR Moderator Tobias Häusler einmal in den Rückspiegel schaut, dann nur um die Spur wechseln zu können.

Jeden zweiten Dienstag im Monat ein spannender Gast - aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kultur, Ehrenamt… Und ein ungewöhnlicher Blick auf unsere schöne Stadt.

Transkript anzeigen

00:00:02: Bitte, bitte in einen Müllsack, ordentlich zuknoten.

00:00:05: Weil viele Menschen werfen es jetzt gerade ohne Säcke oder Taschen ein.

00:00:09: Das Problem ist, wenn dort Feuchtigkeit im Container ist oder irgendwas anderes, was da eigentlich nicht reingehört, dann wird das dreckig und dann ist es eben nicht mehr wiederverwendbar.

00:00:16: Bitte, bitte in Tüten!

00:00:21: Pro Schicht bewegen die Sortiererin drei Tonnen bei Bekleidung. Ein Bekleidungsstück im Schnitt wiegt um die zweihundert Gramm und die bewegen drei Tonnen, das sind - wir haben es hochgerechnet- über zehntausend Einzelentscheidungen, die da getroffen werden.

00:00:35: Das ist wirklich sehr beeindruckend, wenn man das mal sieht. Zuhause in Essen - ein Podcast der Sparkasse Essen - mit Tobias Häusler.

00:00:45: Herzlich willkommen gerade Ihnen ganz persönlich.

00:00:48: Es ist Herbst im Kleiderschrank, wandern die Sommersachen nach hinten Die Pullover wieder nach vorn und dann haben Sie beispielsweise ein T-Shirt in der Hand bei dem sie sich fragen ja brauche ich das noch habe Ich jetzt Jahre nicht getragen gebe ich es doch weg rein in den Container an der Ecke Und hab dieses gute Gefühl das ist gefühl der guten tat gleich oben drauf.

00:01:09: aber es ist eben nicht ganz so einfach.

00:01:11: es Ist auch nicht kompliziert.

00:01:13: Es gibt einfach ein, zwei Regeln die Sie beachten können damit sie sich wirklich gut fühlen können und die erfahren sie heute.

00:01:20: Und noch sehr viel mehr von dem Mann aus Essen der quasi der Herr der Container ist.

00:01:25: Wer weiß, ob es doch so oder nicht?

00:01:26: Ja!

00:01:28: Auf eine Art.

00:01:29: So jeden Monat zeige ich zumindest dass die Sparkasse essen alle tollen Menschen verbindet hier in der Stadt Die auf ihre Art daran arbeiten das es morgen nochmal besser wird und manchmal auch weit über Essen hinaus.

00:01:40: Heute ist eben einer da, dessen Arbeit sie kennen ohne es zu wissen denn viele gemeinnützige Organisationen die in ganz Deutschland Kleiderspenden sammeln haben ihren Dachverband hier in Essen.

00:01:50: das weiß kaum einer.

00:01:51: ich treffe Thomas Almann er sitzt mir sogar schon gegenüber der Geschäftsführer des Dachverbands Verwertung.

00:01:56: Hallo Tobias, vielen Dank für die Einladung.

00:01:58: Lieber Lumpen Thomas als Herr der Container bitte!

00:02:02: Ein Hinweis Thomas und ich haben diese Thematik schon mal gemeinsam vertieft in der Brauchbar auch im Podcast.

00:02:07: Genau zu dem Thema können Sie gerne im Anschluss dann in die Tiefe gehen.

00:02:10: wenn sie das Thema so interessiert und es ist so interessant hören Sie da hinein.

00:02:15: ansonsten fangen wir für Sie heute ganz vorn an bei Null bei der Entscheidung was fliegt rauses um Kleiderschrank und

00:02:20: wohin geht's?

00:02:22: Outfit check, was sagt der Geschäftsführer von Verwertung zu meiner Wahl heute?

00:02:25: Das ist ein T-Shirt mit so einem blauen Blouson drüber.

00:02:28: Ja, das ist klassisch und entspricht glaube ich gerade im Moment so ein bisschen dem Trend.

00:02:33: Diese Jacke tut durchaus was für dich!

00:02:35: Dankeschön

00:02:36: ja aber du weißt doch dass sich wirklich über die Jahre kommen mit zwei drei blauen Pullovern und diesem Blouson.

00:02:40: also ich bin da schon und ihr seht fantastisch aus?

00:02:43: Das ist deine Signaturedress.

00:02:45: Ist mir wohl bewusst

00:02:46: Du siehst auch fantastisch Aus.

00:02:47: Ich sehe einen dunkelblauen leicht gerippten Baumwoll-Pullover.

00:02:53: Ich finde übrigens immer ganz beeindruckend.

00:02:55: die Leute die sich mit Kreislaufwirtschaft Begriffen beschäftigen, eigentlich mit dem Technikteil der Mode sind dann trotzdem modisch gekleidet.

00:03:04: Du hast schon Lust auf Mode!

00:03:06: Ja gerade weil wir uns mit dem Thema beschäftigen glaube ich ist uns Mode auch wertvoll.

00:03:11: also wir schätzen Mode.

00:03:13: Wertschätzung geht eben dann schon dabei los was ich trage und wir wollen dann hinten raus noch mal wieder etwas Gutes da ausmachen.

00:03:20: Genau darum geht es.

00:03:21: kann man einem Kleidungsstück diesen Wert ansehen als ob ein gutes Kleidungstück in deinem Sinne?

00:03:27: Das ist tatsächlich relativ schwierig.

00:03:29: Man würde ja als allererstes vielleicht mal an den Preis denken, also ist etwas teuer dann Ist es qualitativ gut.

00:03:36: aber der preis ist nicht unbedingt ein signal für Qualität.

00:03:39: man muss auf Siegel achten etc.

00:03:41: Aber das ist für Verbraucherinnen gar nicht so einfach.

00:03:44: auch mir fällt es schwer zu erkennen Ob eine Kleidungsstück was mir im laden gefällt wirklich langlebig ist dass Es tatsächlich eine Herausforderung.

00:03:51: ich bin immer noch fasziniert dass hier in Essen einen kopf sitzt der Auch mitgestaltet, mitbestimmt was mit so einem T-Shirt passiert.

00:04:00: Egal ob ich es in Container am Tegernsee werfe oder in Stuttgart oder in Katernberg und auf Sylt.

00:04:05: Es ist interessant.

00:04:06: wieso eigentlich Essen?

00:04:07: Historische Gründe.

00:04:08: unsere Gründungsorganisationen saßen in Essen unter anderem die CAJ hier im Essen an der Hütmannstraße immer noch eine Zentrale hat.

00:04:17: Was

00:04:18: heißt CAJ?

00:04:19: Die christliche Arbeiterjugend ist ne Jugendorganisation Jugendliche kümmert, um Jugendbildung

00:04:27: etc.,

00:04:27: die sich auch engagiert haben damals in Straßensammlungen und damit eben Bildung finanziert hat hier ein Essen für junge Menschen aus Essen.

00:04:35: Und die hatten Büroflächen frei.

00:04:37: das war glaube ich der pragmatische Grund heute.

00:04:40: also wir haben auch schon mal drüber nachgedacht müssten wir denn nicht nach Berlin oder sonst wo hin weil wir auch Interessensvertretungen machen?

00:04:46: aber Essen ist tatsächlich so super gelegen fällt mir schwer der Satz also ich fahre viel Bahn.

00:04:51: Also laut Fahrplan sind wir ja sehr gut angebunden Und man kommt schnell nach Brüssel, Berlin, Frankfurt.

00:04:58: Also von da ist Essen für uns perfekte Standort.

00:05:02: Für viele!

00:05:13: Die Werbung schreit mich an.

00:05:15: jetzt kaufen zwanzig Prozent hier oder der neuste Trend dort.

00:05:18: wir reden jetzt aber hier über das Ende.

00:05:21: Wann ist ein Kleidungsstück wirklich durch?

00:05:24: Ja ich würde ja unterscheiden.

00:05:26: also Wenn ich es nicht mehr möchte, ist das nicht zwangsläufig am Ende seiner Lebensdauer.

00:05:32: Lebensdauern würde ich definieren als wenn die Funktionalität nicht mehr gegeben ist.

00:05:37: also eine Regenjacke mit einem Riesenriss drin hält eben kein Regen mehr ab zum Beispiel.

00:05:42: und dann ist es end of life wie wir sagen.

00:05:46: Das zweite ist aber auch irgendjemand anders muss ihn noch wollen.

00:05:50: Und das sind diese beiden Kriterien für Wiederverwendung.

00:05:54: Das heißt, es gibt auch kein zu frühes Aussortieren.

00:05:56: Es gibt viele Teile die in einem normalen deutschen Kleiderschrank hängen, die nie getragen werden oder fast nie getragen wurden?

00:06:02: Ja also es gibt Schätzungen, die davon ausgehen dass wir vierzig Prozent der Sachen, die wir kaufen eigentlich gar nicht wirklich nutzen sondern das sind unsere Schrankleichen.

00:06:11: Jeder kennt dieses Gefühl wenn er mal durch den Schrank geht.

00:06:13: jetzt ein Jahreszeitenwechsel dieser Gedanke ach das habe ich auch noch!

00:06:18: Das ist dieser Überkonsumgedanke wie ich ihn nenne.

00:06:21: Überlegen Sie sich mal eine Zahl und zählen sie dann, da sind sie relativ schnell fertig.

00:06:25: Und überrascht glaube ich wir haben viel mehr Sachen und meistens sortieren wir auch sowieso aus wenn der Schrank voll ist und nicht werden die Sachen nicht mehr brauchen.

00:06:33: Also was gehört in den Container?

00:06:36: Was gehört in die graue Tonne also wirklich in den Restenmüll?

00:06:40: Also sinnvoll ist es immer, Dinge abzugeben die noch tragbar sind.

00:06:44: Die man in der Familienkreis so problemlos weitergeben würde und die noch funktional sind.

00:06:49: Das

00:06:49: ist eine schöne Regel.

00:06:50: also wenn ich einem Freund geben würde wäre das ne gute Spende

00:06:53: Dann ist es unbedingt ne gute spende für gemeinnützige Zwecke Für die Hilfe hier vor Ort oder anderswo.

00:07:00: Dann gibt es natürlich immer noch einen Graubereich.

00:07:02: Wird erst mal die andere Sache abgrenzen, also wenn Sachen wirklich verdreckt zerschlissen und läuchterlich kaput sind dann in die Restmülltonne weil es da leider noch keine sinnvollen Verfahren vergibt?

00:07:13: Restmüll klingt für viele wie Verrat.

00:07:15: ja ich werfe doch keine Kleidung weg.

00:07:18: ist das nicht sogar verboten?

00:07:19: hat man ja mal gelesen.

00:07:20: also wann ist der Restmüllt der beste Ort wenn's wirklich nicht mehr geht wenns einfach Müll ist oder kann man aus jeder Phase was machen?

00:07:28: Also das ist zumal eine technische Frage, technisch könnte man viel tun.

00:07:32: So wenn jetzt Öl drauf ist natürlich nicht mehr.

00:07:35: aber letztlich gibt es diese Verfahren nicht, dass gibt die Anlagen nicht, die sowas verarbeiten könnten und wir haben sowieso von dem anderen Sachen schon so sehr viel auch in einem normalen Container.

00:07:44: mal dreißig Prozent ist nicht tragbar.

00:07:48: Von daher sind solche Sachen aktuell auch ökologisch sinnvolle.

00:07:51: über die Restmülltonne zu entsorgen so schwer mir dieser Satz fällt Ist es da einfach sinnvoller, wenn sie dann direkt in die Verbrennung gehen?

00:07:59: Wir machen mal eine Schnellfragerunde.

00:08:00: Ich zeig dir jetzt mal ganz schnell Klamotten und du sagst Container also Kleiderspende, Container oder Restmüll.

00:08:07: Und ne Erklärung bitte nur, wenn's zuckt.

00:08:08: ja Also Die einzelne Socke Deren Partnerin

00:08:13: restmüll.

00:08:14: Seit zwei Jahren vermisst wird der Pulli mit Loch am Ellenbogen.

00:08:18: Das hängt ein bisschen vom Stoff ab, schmeiß ihn Container.

00:08:21: Okay Kriegste Die Unterhose, sehr gute Qualität und gewaschen.

00:08:27: Ruhig Container?

00:08:29: Bettwäsche und Handtücher.

00:08:31: Container unbedingt!

00:08:33: Schuhe einzeln oder zusammengebunden?

00:08:36: Immer bitte bitte zusammen gebunden.

00:08:38: es gibt nichts Ärgerliches als den Gegenschuh zu suchen.

00:08:42: Per Kuschelhase aus dem Kinderzimmer

00:08:44: Tatsächlich hier in Deutschland in den Containern.

00:08:47: In Europa verstehen andere Länder das nicht so ganz, aber hier in Deutschland gehören Stofftiere zur Altextil-Sammlung schon immer.

00:08:56: Die Jacke, die im Keller so ein bisschen muffig geworden ist?

00:08:58: Ich habe richtig Spaß an dem Spiel!

00:09:00: Ja ich merkt es und da... Das ist tatsächlich ja die muffige Jacke.

00:09:05: Die Vorstellung dass wir alles waschen ist tatsächlich unrealistisch weil's so riesige Mengen sind.

00:09:11: kann sich das eigentlich... Man kann sich da kein Bild vormachen wie viel der anfällt.

00:09:16: Ja, schmeiß die mal in den Container.

00:09:18: Letztes Hochzeitskleid?

00:09:20: Umbedingt direkt abgeben in einer Einrichtung.

00:09:24: Hochzeitzkleiser sind sehr gesucht!

00:09:26: Okay

00:09:27: und vielleicht nur die Frage an der Klappe selbst... ...die sich jeder stellt lose rein oder in ein Beutel zugeknotet oder offen?

00:09:33: Bitte bitte in einen Müllsack ordentlich zugnoten weil Viele Menschen werfen es jetzt gerade ohne Säcke oder Taschen ein.

00:09:41: Das Problem ist, wenn dort Feuchtigkeit in einem Container ist oder irgendwas anderes was da eigentlich nicht reingehört dann wird's dreckig und dann ist das eben nicht mehr wiederverwendbar.

00:09:49: Bitte bitte den Tüten!

00:09:50: Kannst du bitte einmal deinen Schlüssel nehmen und so einen Container mal für uns aufmachen?

00:09:54: Schauen wir mal auf das was euch wirklich geschockt hat... Was werfen böse Menschen wenn sie gäbe im

00:10:00: Container?!

00:10:02: Ja, du sprichst dann tatsächlich so eine Herausforderung an.

00:10:06: Wir haben ja die größte Klappe am Abfallinsel.

00:10:08: Das ist nicht immer zum Guten... Also das Schlimmste was ich wirklich mal erlebt habe und dass es auch eine Respektlosigkeit gegenüber den Menschen, die das aufmachen müssen.

00:10:18: So ein Container wird geöffnet einmal die Woche.

00:10:20: Es war Hochsommer Und wir haben den Container Die beiden Mitarbeitenden haben das geöffnete der Organisation und ich hab reingeschaut, dort lagen ihm Schlachtabfälle.

00:10:31: Und das weiß jeder.

00:10:33: was passiert bei Hitze- und Schlachtapfällen?

00:10:36: also uns vielen dann auch die Maden entgegen und solche Dinge passieren öfters, was ich immer relativ lustig finde, was sehr oft vorkommt ist dass sich sehr viele Leute in Deutschland die Mühe machen ihre Matratzen zu zersägen damit sie den Container passen.

00:10:54: Passiert immer wieder

00:10:56: Könnt ihr nichts mitmachen, oder?

00:10:58: Nein.

00:10:58: Tatsächlich matratzen ist schwierig wird auch in der Politik diskutiert wie wir damit umgehen.

00:11:03: Matratzen Recycling gehört nicht in die Alltextil sammeln.

00:11:19: Wir fühlen uns gut wenn wir was gespendet haben Was wir alles so für Spenden halten.

00:11:24: geben wir wirklich etwas wertvolles weiter Oder schieben wir im Grunde nur unser Entsorgungsproblem jemandem rüber?

00:11:31: Sowohl als auch denke ich.

00:11:32: also wir müssen ja irgendwann Dinge loswerden.

00:11:35: Aber Bekleidung ist eigentlich etwas, mit dem wir in vielen Fällen noch etwas tun können für die Gesellschaft aber auch eben für die Umwelt.

00:11:45: Wir können es wieder verwenden.

00:11:46: Sechzig Prozent der Sachen sind eben einfach noch tragbar in der Funktionalität und die Branche findet auch in der Regel noch jemanden oder jemanden, die das noch weiter tragen möchte.

00:11:57: also Es ist eine Entsorgung, die wenn man es richtig macht auch noch was Gutes tut

00:12:02: Ist ein Sparkassen-Podcast.

00:12:03: Es geht immer um mehr als nur ums Geld, aber die Frage muss ich mal stellen wenn ich dir jetzt mein T-Shirt spende kriegst den der Bedürftige um die Ecke oder wird er verkauft?

00:12:13: Wer verdient daran?

00:12:14: Also als allererstes wird über die gemeinnützigen Organisationen ja bei uns bei Verwertung organisiert.

00:12:20: sind tatsächlich der Bedarf für karitative oder bedürftig Zwecke hier in Deutschland gedeckt?

00:12:25: Es wäre aber unrealistisch davon auszugehen oder darauf zu hoffen, dass jedes Teil was ich abgebe tatsächlich bei einem bedürftigen ankommt.

00:12:32: Das passt zum einen irgendwie kulturell vielleicht nicht, aber zum anderen ist einfach die Menge viel zu groß.

00:12:39: und was du angesprochen hast es gibt eben auch ein Markt für diese Sammelmengen, für diese Überschüsse und sie werden verkauft.

00:12:46: Und verdienen tut dann bestenfalls der Sammler daran, aber auch dann der Sortierer.

00:12:52: Also hier wird auch Geld verdient, sonst würde es aber auch niemand

00:12:55: machen.".

00:12:56: Ist dann praktisch das Geld was rauskommt?

00:12:57: Wieder eine Spende für Gemeinnützige Organisationen?

00:13:00: Genau!

00:13:00: In dem Fall wird die Warnspende sozusagen zu einer Geldspende, die dann ja wieder von der Organisation eingesetzt wird – ein Beispiel ist die Einrichtung oder Kaufhäuser, die man kennt würden auch nicht funktionieren wenn sie nicht zusätzlich diese Einnahmen

00:13:13: noch hätten... Okay, aber bleibt trotzdem immer noch ein guter Grund für ein gutes Gefühl?

00:13:17: Ja und mit Engtaker.

00:13:18: Gibt es gute Container und weniger gute?

00:13:20: Und woran erkenne ich einen Unterschied, wie ich das stehe mit meiner Tüte?

00:13:24: Man sollte sich Container mal anschauen.

00:13:26: man hat irgendwie ja eigentlich drei Optionen wenn man das gibt.

00:13:30: Das ist zum einen die gemeinnützige Organisation Die eigentlich überall sammeln dann gewerbliche oder kommunale genau anschauen sollte immer irgendwie eine Adresse ein Logo oder ähnliches zu sehen sein.

00:13:41: Eine Festnetznummer sollte immer dort stehen, auch im Zweifel einfach mal anrufen und wir empfehlen natürlich die gemeinnützige Organisationen, die

00:13:47: Kleiderspende.".

00:13:48: Und du hast ja dieses Logo auf das du hinweisen kannst?

00:13:51: Das ist das weiße T-Shirt auf grünem Grund.

00:13:54: Sieht aus wie ein Pfeil!

00:13:55: Genau, das Zeichenverwertung... Wir haben das einmal gemacht weil es der Vergangenheit gewerbliche Sammler gab, die vorgegeben haben, gemeinnötzig zu sein und wir wollten uns abgrenzen, haben gesagt hier Wenn Sie dieses Zeichen tatsächlich sehen, dann ist es wirklich eine gemeinnützige Sammlung.

00:14:11: Deutschland sammelt rund sechzig Prozent seiner All-Tekstilien getrennt ein.

00:14:17: Sechszig Prozent EU-Schnitt liegt bei etwa zehn Prozent.

00:14:21: Sind wir Containerweltmeister?

00:14:23: Ist das nicht ein Grund zu feiern?

00:14:25: Ja, unbedingt!

00:14:26: Also Bürgerinnen wollen ihre Sachen abgeben.

00:14:29: Das ist so ein bisschen so in Deutschland tief einfach in der Kultur.

00:14:32: Jedes Kindergartenkind kennt Sankt Martin.

00:14:35: die Weitergabe von Bekleidung ist eben einfach etwas Tugendhaftes und das die Bevölkerung so mitmachen möchte ist eigentlich auch die Grundvoraussetzung für Kreislaufwirtschaft eben das Getrennte einsammeln um es dann sortieren und auch im Zweifel recyceln zu können.

00:14:50: also von daher sind wir da in Deutschland wirklich gut Die Bevölkerung zusammen mit gemeinnützigen und der Altkleiderbranche.

00:14:58: Jetzt reisen wir mal mit, mit diesem T-Shirt!

00:15:00: Ich bin sehr gespannt wie es nach der großen Klappe weitergeht... Ich hab's also übers Herz gebracht.

00:15:20: Ich habe mich verabschiedet von dem T-shirt.

00:15:21: Es ist sauber, es ist heil aber ich trage es nicht mehr.

00:15:25: Ich pack sie in ein Beutel das habe ich gelernt in den Container und gehe nach Hause.

00:15:29: Was passiert jetzt mit diesem t-Short?

00:15:32: Das wird geöffnet, die Container werden entleert.

00:15:35: Da wird schon separiert.

00:15:36: also zehn Prozent ins Umcontainer ist tatsächlich nicht Textiler Müll dann liegt er eben hinten auf einem kleinen Sprinter.

00:15:43: in der Regel wird dann irgendwo hingefahren.

00:15:44: jetzt gehen wir da mal davon aus es gibt kein Bedarf vor Ort.

00:15:48: Dann wird das in der Regel auf sogenannte Lkw berücken gestellt und so aufstehlen einfach so LKW Anhänger.

00:15:55: dann kommt irgendwann der Lkwe.

00:15:58: Und dann ging diese Sammelware geht an den Sortierbetrieben, die machen das was der Name erstmal schon sagt händische Sortierung tatsächlich.

00:16:06: Da wird

00:16:06: jedes Teil einzeln in die Hand genommen

00:16:08: und zwar dreimal wenn es ordentlich funktioniert also am Anfang wird separiert ist es tragweise nicht mehr tragbar.

00:16:15: deins geht weiter als tragbar Und landet dann irgendwann bei einer Mitarbeiterin.

00:16:22: In der Regel sind es Frauen, zumindest hier in Europa die sortieren und diese Frau ist dann spezialisiert auf T-Shirts tatsächlich.

00:16:29: Die kennt sich dann darüber aus welche Kunden der Sortieranlage gerne solche T-shirts haben wollen wie du hast oder welche Regionen Kulturen auch.

00:16:41: Das

00:16:41: ist ein Hammerjob!

00:16:42: Ich habe auch schon bei dir schon oft rausgehört, was für eine Wertschätzung du in dieser Art gegenüber hast.

00:16:46: Ja das ist total beeindruckend!

00:16:48: Das ist pro Schicht bewegen die Sortiererinnen drei Tonnen Bekleidung.

00:16:54: Begleitungsstück im Schnitt wiegt um die zweihundert Gramm und die bewegen drei Tonne.

00:16:59: Wir haben es hochgerechnet über zehntausend Einzelentscheidungen, die da getroffen werden.

00:17:06: Unheimlich beeindruckender Job, sechs Monate dauerte das bis man ungefähr auf einem schnellen Niveau ist.

00:17:12: Also man muss Trends kennen und Marken kennen und man muss dann eben auch wissen welches Teil wo funktioniert?

00:17:19: Das ist wirklich sehr beeindruckend wenn man das mal sieht!

00:17:21: Dann habe ich dieses härteste Casting der Welt sozusagen mein T-Shirt überlebt.

00:17:27: und jetzt...

00:17:27: Also tatsächlich in der Endsortierung wird nochmal unterschieden, in drei oder vier unterschiedliche Qualitätskategorien.

00:17:34: Die oberste Qualitäterskategorie ist die sogenannte Cremeware.

00:17:37: Das ist dann das was in den gewerblichen Second Hand-Laden oder Second Hand Märkten angeboten wird.

00:17:44: also es wird dort bei den Sortieren gekauft und dann geht es eben runter zu Qualität.

00:17:48: ein zwei drei vier und eins und zwei geht zumeist nach Osteuropa.

00:17:52: Oste Europa hat einen sehr großen Second Hand Anteil im Bekleidungskonsum, dann aber eben auch in den Nahen Osten oder Afrika.

00:18:01: Wichtig ist mir eigentlich an der Stelle.

00:18:03: also wenn ich jetzt vor dir sitzen würde du hast vorhin gesagt ich bin gut angezogen Ich habe tatsächlich drei Händen aus Ghana Wenn ich die tragen würde.

00:18:11: ich trage die manchmal auf der Bühne und wenn ich spreche irgendwo.

00:18:15: Also niemand würde sagen was hat mehr Allmann da an?

00:18:19: In welchen Lumpen ist er denn da gekleidet?

00:18:21: Klar Das alles noch gute tragbare Begleitung.

00:18:23: Vier Ist aber vielleicht nicht mehr die moderne Farbe oder den modernsten Schnitt.

00:18:28: Aber genau das ist das Fachwissen, ne?

00:18:30: Ja

00:18:30: wer das vertiefen will?

00:18:31: wie gesagt in den Shownotes gibt es die Möglichkeit das in vielen Folgen dann noch einmal zu tun... Die mittelmäßigen Sachen, die schlechten Sachen.

00:18:39: was kann man noch machen?

00:18:41: wann ist endgültig Schluss?

00:18:42: Ja, da sucht die Branche dann eben noch irgendwie Möglichkeiten.

00:18:45: Diese Ressourcen, die an einem Textil sind weiterzunutzen das sind eben Putzlappen für die Autonustrie zum Beispiel aber auch Dämmstoffe.

00:18:52: einfach mal die Waschmaschine oder Spülmaschine aufmachen und dahinten diese Fließstoffe alles recycelte Alltextilien Die Huterplage in jedem Auto der Auto Himmel die Fußmatten oft recycelter Textilien also Automotive sozusagen

00:19:08: immerhin

00:19:08: ist doch schön.

00:19:09: Naja, also immerhin werden diese Ressourcen in einem Auto, wenn es qualitativ gut ist und lange fährt ja noch zehn oder fünfzehn Jahre genutzt.

00:19:16: Auch das man nennt's dann Open Loop ist aber auch Recycling.

00:19:32: Systemen klingt eigentlich ziemlich clever!

00:19:35: Wir kaufen was wir tragen das wir geben es weiter und jemand anderes kann es gebrauchen.

00:19:38: warum geht dieses System kaputt?

00:19:39: Wenn wir jetzt nicht aufpassen?

00:19:40: Also im Prinzip ist das Kreislaufwirtschaft und mir übrigens auch etwas Abfallwirtschaft Das einzige wo wir als Bürger nichts für bezahlt haben Weil wir haben uns letztlich refinanziert als Branche über Second Hand.

00:19:55: Da konnte man wirklich Geld verdienen, weil die Nachfrage hoch ist.

00:19:57: Jetzt ist das Problem dass wir zwar immer mehr kaufen aber wir kaufen immer schlechtere Bekleidung.

00:20:03: stichwort Fast Fashion.

00:20:04: jetzt haben wir die Steigerung ultra fast fashion.

00:20:08: Billigste, minderwertigste Textilien.

00:20:11: Zwei-dreimal getragen, dreimal gewaschen aus der Form verblechen eben kein Second Hand mehr.

00:20:16: und wer möchte schon von einem T-Shirt Second Hand kaufen was neu nur drei oder vier Euro kostet?

00:20:22: Und jetzt gibt ihm das System dass es einfach sich schlicht nicht mehr lohnt.

00:20:27: und es gibt leider kein Geld vom dritten Zumindest aktuell nicht.

00:20:31: Also das heißt, es gibt Menschen die sich einen Abendkleid für diesen einen Abend kaufen und da nicht mehr brauchen?

00:20:37: Und der Preis macht's möglich!

00:20:38: Genau also wir sprechen mittlerweile von Wegwerfmode, die so konzipiert ist.

00:20:42: genau wie du sagst einmal tragen X und

00:20:45: Hop.

00:20:45: Man kann auch ein günstiges Shirt.

00:20:47: nachhaltig sein.

00:20:48: wenn ich zehn Jahre trage ist dass doch fast automatisch.

00:20:52: Wenn man etwas lange nutzt, ist es grundsätzlich immer gut.

00:20:55: Preis ist kein wirklich gutes Signal, zwingend für Qualität.

00:21:00: Super günstige Bekleidung ist eher ein Signal für eine geringere Lebensdauer.

00:21:06: da bin ich bei dir.

00:21:07: also meine Oma hat immer gesagt naja billig kauft kauft zweimal und ich glaube das gilt auch beim Mode.

00:21:14: Ich möchte aber noch sagen es ist glaube ich mittlerweile so ein Klischee des nachhaltigen Textilien oder ökofer produzierte Textilieren dass sie teuer sein.

00:21:24: Und ich glaube, wenn man sich das mal anschaut.

00:21:27: Mal wirklich recherchiert sind solche Textilien heute.

00:21:30: Sollten wir beim T-Shirt bleiben gar nicht mehr so teuer wie sie mal waren?

00:21:34: Sie sind erschwinglich!

00:21:35: Ich muss sie vor allen Dingen nicht ständig nachkaufen.

00:21:37: Secondhand könnt ihr auch selber machen.

00:21:38: also bei Vintage und Co könnte ich es ja auch machen kaufen wir dadurch eigentlich mehr.

00:21:42: Also ich verkaufe mir mal einen Pulli Verkauf für acht Euro und kauf mit zwei Neue davon.

00:21:48: Ja, das ist tatsächlich eine spannende Frage.

00:21:50: Also Secondhand macht ja nur dann Sinn ökologisch Sinn und es tatsächlich den Neukauf verhindert oder ersetzt.

00:21:58: wenn ich dann einfach nur noch mehr kaufe.

00:22:01: also dann schicke ich auch noch mehr Pakete jetzt mittlerweile durch ganz Europa Und dann ist es auch wieder nicht nachhaltig.

00:22:11: Da sind wir vielleicht wieder beim Spaß, sollten uns damit beschäftigen was ist eigentlich unser Stil?

00:22:16: Was mögen wir eigentlich wirklich?

00:22:17: Was ist unser Geschmack?

00:22:18: Ich glaube dann kommt uns ein bisschen aus dieser Konsumfalle ständig etwas Neues zu wollen.

00:22:23: Dann sucht man nach den Dingen die einem wirklich gefallen!

00:22:26: Jetzt müssen wir alle ein bisschen tapfer sein.

00:22:28: Einmal Deep Talk, Europa-Politik – bleiben Sie dran!

00:22:31: Wir versuchen das ganz bunt zu machen.

00:22:33: Die EU sagt bis zum Jahr zwanzigundes ist ja gleich sollen Hersteller mitbezahlen für die Sammlung und Sortierung von Recycling.

00:22:40: Erklär mir das bitte mal so in einem Satz, dass es meine Nachbarin versteht und sogar ich.

00:22:45: Die Modeindustrie muss zukünftig für Sammlungen, Sortierungen und Recycling von Bekleidung bezahlen damit wir eine Kreislaufwirtschaft bekommen.

00:22:54: der Umgang mit Textilien, wenn wir sie aussortiert haben nachhaltiger Wert.

00:22:57: Wird

00:22:57: Kleidung teurer dadurch?

00:22:59: Das ist offen was die Mode vier machen.

00:23:01: also Sie können ja zum einen auf ein wenig Profit verzichten oder aber genau wie du sagst diese Gebühren endgelt weitergeben.

00:23:09: Wir haben paar Länder die das schon haben.

00:23:11: dort ist meines wissens mode nicht teurer.

00:23:14: vergleichbare

00:23:15: länder oder

00:23:15: Frankreich zum Beispiel und ich glaube wenn man in Frankreich Urlaub ist sind es Bekleidungen jetzt bedeuten teurer.

00:23:22: Die Niederländer haben es jetzt auch, ich glaube Röhrmont ist ja nicht weit.

00:23:26: und nein also wir müssen nicht fürchten dass Bekleidung super teurer wird.

00:23:32: das ist... Wir kennen es ja schon vom Joghurtbecher wo ja auch genau so ein System schon seit über zwanzig Jahren wirkt.

00:23:40: Also kann es sein dass wir jetzt aktuell an einem Punkt stehen an dem sich wirklich unser umgang mit Kleidungen tatsächlich verändern könnte?

00:23:48: Na ja, also Brüssel will wirklich ernst machen.

00:23:51: Brüssel hat vor drei oder vier Jahren eine wirklich tolle Textilstrategie veröffentlicht und möchte bis zu zwanzig dreißig eigentlich tatsächlich diesen gesamten Sektor umbauen.

00:24:00: Und wenn das gelingt, wenn die EU das wirklich tut dann glaube ich schon dass wir dann einen wirklich nachhaltiger bessere Bekleidung haben in Europa.

00:24:25: Thomas du kennst da Sparkasse?

00:24:26: Es gibt Formulare für alles Jahrgang.

00:24:34: Ich wohne hier in Essen und komme aber gebürtig aus Münster.

00:24:37: Geschäftsführ eines Dachverbands für Kleiderspenden, das steht ja wahrscheinlich nicht im Freundebuch unter Traumberuf.

00:24:43: Was wolltest du so werden als Kind?

00:24:45: Ja die Antwort ist ein bisschen random glaube ich, aber es war tatsächlich Fußballer und danach wollte ich Moderator des aktuellen Sportstudios werden.

00:24:53: Ach guck mal an!

00:24:54: Und woran ist das

00:24:55: gescheitert?!

00:24:56: Naja, also ich bin ansprechbar für das ZDF.

00:24:59: Also man kann mich ansprechen wenn da noch was frei wird aber ich glaube der Herr Breier macht es ganz gut.

00:25:04: Wie bist du bei dem Thema gelandet?

00:25:06: Was hatte dich gepackt?

00:25:07: Tatsächlich ist die Geschichte an wenig kurios.

00:25:10: meine Frau, die ich im Studium kennengelernt habe wollte gerne ins Ruhgebiet sie kommt eigentlich aus Ostwestfalen und wollte auch unbedingt gerne nach Essen ist, dann nach Essen gegangen.

00:25:20: Ich war zu der Zeit in Berlin.

00:25:21: Und dann gab es eben diese Stellenausschreibung als Pressereferent damals bei Verwertungen.

00:25:27: Darauf habe ich mich beworben weil die Idee mit meiner Frau zusammenzuwohnen.

00:25:31: Klang sehr attraktiv.

00:25:32: außerdem ist auch mein Herzensklub hier im Ruhrgebiet angesiedelt.

00:25:37: Rotweißessen!

00:25:39: Selbstverständlich nicht... Es ist der FC Schalke Nullvier, ich weiß gar nicht wo das hier sagen darf.

00:25:45: Na klar, hier kann man alles sagen.

00:25:47: Ist doch ein Podcast!

00:25:48: Ich habe auch mal gelesen, dass in Essen die meisten Schalkemitglieder außerhalb von Gelsenkirchen wohnen.

00:25:54: Das

00:25:54: glaube ich nicht.

00:25:55: Aber

00:25:57: das sieht man dann im Stau auf wenn Heimspiel ist.

00:25:59: Aber Essen hat geklappt höre ich raus?

00:26:01: Ja!

00:26:02: Das Thema Textil, hattest du damit vorher schon zu tun?

00:26:04: Nein, ich hab vorher in der Musikbranche gearbeitet an der Neuerbaren Energienbranche und man sagt aber bei uns einmal Alltextilien immer Alltextilen bin bis heute nicht ganz sicher ob das jetzt versprechen oder eine Droh... ist.

00:26:18: Es ist aber tatsächlich so, dass einen das wirklich packen kann wenn man mal dahinter die Kulissen der Modeindustrie schaut oder dann der Altkleiderbranche.

00:26:28: Kann man als deine Frau und dein Freund also könnten wir zusammen shoppen gehen?

00:26:32: Oder nervst du einfach?

00:26:33: Nein überhaupt nicht!

00:26:34: Also ich bin da überhaupt nicht anstrengend beim Einkaufen.

00:26:38: Müsste es aber im Zweifel.

00:26:39: meine Frau fragen auch.

00:26:40: Ich glaube nicht.

00:26:41: Machst du mal deinen Schrank auf.

00:26:43: wie viele Teile hast Du?

00:26:46: eine spezielle Art einzukaufen, wo wir uns vielleicht auf was abschauen können?

00:26:49: Ich glaube nicht dass ich ein besonderes Vorbild bin.

00:26:53: Ich bin bemüht immer besser zu werden.

00:26:56: Was ich jetzt zuletzt angefangen habe würde ich auch jedem Mann vielleicht mal empfehlen der vielleicht auch so einen beruflichen Umfeld öfter mal Hemd oder Anzug tragen muss.

00:27:05: ab und zu ist tatsächlich auch Marschneiderei.

00:27:09: Jetzt wird vieler Wahh!

00:27:10: Marsch neiderei teuer.

00:27:12: Wenn man aber dieses Made-to-Measure heißt das, ist mehr oder weniger industrialisiertes Verfahren auch.

00:27:18: Da zahlt man für einen Anzug der dann aber wirklich in der Länge stimmt nirgendwo zwackt eigentlich denselben Betrag als wenn man in einem Kaufhaus einen mittleren teuren Anzug kauft gibt es in Essen mehrere kleinere Schneidereien die das machen aber auch Filialketten einfach mal hingehen fragen was so ein Anzug kostet oder so ein Hemd.

00:27:43: Was ist das älteste Kleidungsstück, dass du hast in einem Schrank?

00:27:46: Ich habe tatsächlich noch aus den neunziger Jahren einige Merchandising-Fallingsband-Shirts.

00:27:53: Die trägst du noch?

00:27:54: Ich behaupte irgendwann wieder rein zu passen immer wenn meine Frau die eine Frage stellt.

00:28:00: Dein schönster Fehlkauf!

00:28:03: Ich glaube, meine Fehlkäufe sind immer tatsächlich die Sachen, die ich dann sehe.

00:28:07: Die dann vielleicht nicht...ich habe eine sogenannte Randgröße und das sind dann die, die genau eine Nummer vielleicht zu klein sind, die man dann mitnimmt in den Kern.

00:28:21: Jetzt kommt ja die Fastenzeit, ich nehme jetzt ab und pass sie ab.

00:28:24: Da gibt es dann vielleicht auch zwei drei Teile mehr an meinem Schrank wie ich zu meiner Schande gestehen muss.

00:28:30: Also, das sind ... Ich glaub, das kennt auch jeder im Urlaub.

00:28:33: Das ist ja ... Ich weiß nicht, in den Urlaubsländern haben die ein anderes Licht auf den Strandpromenaden.

00:28:39: Da sehen Kleider und manche kurze Hose irgendwie besser aus.

00:28:44: Und wenn man die dann zu Hause noch mal anzieht, denkt man sich, oh Gott, da darf er mich auch zweitersagen?

00:28:49: Das

00:28:49: gibt's bei Weinen genauso

00:28:50: usw.,

00:28:51: die Dinge, die im Urlaub so gut schmecken.

00:28:53: Genau!

00:29:11: Lass uns über unsere schöne Stadt sprechen.

00:29:14: Angeklungen ist ja schon der magische Grund, warum dieser riesige Verband ausgerechnet in Essen sitzt.

00:29:20: Genau.

00:29:21: aber ich mich hat es eigentlich nach Essen gezogen wegen meiner großen Liebe.

00:29:24: Könnte jetzt sagen Schalke Nr.

00:29:25: Vier?

00:29:26: Aber tatsächlich war's meine Frau die gerne hier im Ruhrgebiet unterrichten wollte.

00:29:31: Mein Vater hat viel vom Rohrgebiet der fünftiger, sechziger Jahre erzählt.

00:29:35: Da wurde Kleidung getragen bis sie wirklich auseinander fiel und dann wurde geflickt und dann weitergetragen.

00:29:39: Haben wir das verlernt oder steckt das hier noch so drin im Rohr-Gebiet?

00:29:42: Ist es vielleicht ein leicht anderer Umgang mit Mode?

00:29:45: Wahrscheinlich nicht, oder?

00:29:48: Nein, nicht wirklich!

00:29:49: Wir kleiden uns eigentlich relativ einheitlich.

00:29:52: Das ist eigentlich schade.

00:29:53: Wir waren ja vorhin auch bei Spaß von Mode.

00:29:55: Mode ist ja eigentlich auch Individualität.

00:29:58: Wir lassen uns aber ziemlich gleich machen, auch von der Modeindustrie.

00:30:02: Von Trends ja auch so leiten und ich glaube das sind wir im Ruhrgebiet genauso wie andere.

00:30:07: da brauchen sich die Münchnern und Hamburger gar nichts einmelden.

00:30:10: Wie sieht's denn an den Essener Containern aus?

00:30:12: Sind wir eine gute Spender statt oder sind wir eine mit Farbeimer-Beistellung?

00:30:21: Du sprichst etwas an was es aber auch wieder bundesweit ist.

00:30:25: Seit Corona ist tatsächlich es so, dass immer häufiger Sachen davor daneben gestellt werden die auch dann nicht Textil sind.

00:30:32: Da sind die Essener dann auch nicht besser als die Dortmunder, die Duisburger oder eben die Stuttgarter.

00:30:38: Wir sind aber glaube ich hier im Ruhrgebiet das weiß ich von der Diakonie in Essen ja auch die Stadtteiläden betreibt aber eben auch Container im Stadtgebiet hat weiß ich zum Beispiel, dass sehr viele Essenerinnen in die Läden kommen und auch sehr bewusst Sachen abgeben.

00:30:54: Den es eben sehr wichtig ist, dass diese Sachen vor Ort wieder für Menschen, für Bedürftige weitergegeben werden – also das hier dann schon vielleicht eine besondere Solidarität herrscht.

00:31:06: Das ist schönes zu hören!

00:31:09: Gibt's denn Orte, die man erkennen sollte?

00:31:10: Nicht nur wo es hoffentlich hinkommt mein gespendetes Kleidungsstück sondern wo ich selbst einkaufen kann?

00:31:16: Also wir haben auf jeden Fall einen ganz tollen, das würde ich jedem mal empfehlen.

00:31:18: Der auch vielleicht secondhand kennenlernen möchte in der Innenstadt Oxfam an der Porsche-Kanzel.

00:31:25: Eine

00:31:26: Kreuzkirche?

00:31:27: Genau!

00:31:29: Da einfach mal rein zu gehen.

00:31:30: da gibt es nicht nur Textilien, da findet man auch tolle Bücher Musik etc.

00:31:34: alles eben gebraucht aber Topzustand und eben auch als Zielgruppe die den normalen Verbraucher, die normale Verbraucherin, aber auch mal in den Diakonieläden vorbeigehen Tatsächlich, ja das Abgeben oder die Spende verbinden auch einmal sich dort umzuschauen.

00:31:50: Das darf ich auch ohne Bedürftiger zu sein?

00:31:52: Das

00:31:52: geht und ich würde auch empfehlen vielleicht wenn man etwas weiterfahren will.

00:31:55: in Felbert gibt es ein tolles Kaufhaus gehört auch zu der Diakonie.

00:31:59: Essen oder der neuen Arbeit glaube ich ganz toll über zwei Etagen.

00:32:04: dort finden wir dann aber auch Elektronik Haushaltswaren etc.

00:32:08: Also da gibt es einiges zu entdecken und wegkaufen kann man wirklich niemandem.

00:32:12: etwas, weil so viel da ist.

00:32:14: Weil wir soviel konsumieren!

00:32:16: Jetzt höre ich diese Folge.

00:32:18: Viele hören diese Folge stehen vor dem Kleiderschrank später.

00:32:21: uns möchten gerne eine Sache anders machen.

00:32:24: welche welche könnte das sein besser machen?

00:32:27: Ich glaube weniger wäre besser, wenn wir alle etwas weniger kaufen.

00:32:31: Wenn wir kaufen vielleicht auf zeitlosere Designs achten nicht auf so kurzfristige Trends reinfallen sag ich jetzt auch mal bewusst sich dann auch mit der Qualitätsfrage beschäftigen.

00:32:42: Vielleicht mal schauen Labels auch auf Markenseiten.

00:32:47: Der ein oder andere hat ja vielleicht eine Lieblingsmarke einfach auf deren Homepage mal schauen.

00:32:52: Viele haben auch einzelne Kollektionen oder einzelne Modelle, die dann eben besonders nachhaltig sind oder qualitativ gut sind.

00:32:59: Secondhand auch mal kaufen und ich würde da auch die bekannten Plattformen mit einbeziehen wollen dort einfach mal schauen second hand nutzen aber auch wieder Spaß an der Mode haben oder sich den nicht verbieten lassen.

00:33:10: Ich fand auch ganz schön wir haben ja auch mit Dominik van de Pol hier aus Essen gesprochen Und sie sagt, man kann sich auch selbst sozusagen seine eigene Kollektion zusammenstellen.

00:33:21: Also einen Fundus aus dem man sich immer wieder neu bedienen kann aber eben reduziert auf einem bestimmten Stil.

00:33:26: und dann gibt es diese extremen Käufe rechts-links nicht mehr.

00:33:30: Ihren Gedanken, den fand ich ja ebent auch so spannend dass sie ja eben gesagt hat eigentlich ist uns abtrainiert worden Spaß an Mode zu haben.

00:33:37: wir beschäftigen uns gar nicht mehr wirklich selbst mit Mode sondern wir lassen uns sagen was uns gefällt gerade in dieses Trendgetriebene.

00:33:47: Stattdessen einen eigenen Stil, was gefällt mir wirklich?

00:33:50: Was steht mir wirklich das irgendwie rauszufinden?

00:33:54: und dann hat man wie sie dann sagt ja einfach mehr Spaß an Mode und glaube ich kauft auch noch automatisch qualitativ besser

00:34:02: ein.

00:34:02: Unser Gast bekommt am Ende immer die große weiße Plakatewand.

00:34:07: Bei dir ist es natürlich dann wirklich ein T-Shirt, Schneeweiß wie aus der Waschmittelwerbung der Ökologischen.

00:34:13: Du darfst das beflocken oder besticken oder bedrucken, wie du magst.

00:34:17: Was kommt drauf?

00:34:18: Du hast auf der Brusthasse einen roten Sparkassenessen.

00:34:22: In der vielleicht manchmal auch nicht ganz so einfachen Zeit im Moment... ...ist es ein Satz, der mich jetzt irgendwie in letzter Zeit begleitet hat Und ich würde, glaube ich, drauf schreiben.

00:34:34: Am Ende wird immer alles gut und wenn es noch nicht gut ist, dann ist das noch nicht das Ende.

00:34:39: Da glaube ich fest dran, dass am Ende immer alles besser und ganz am Ende

00:34:43: gut wird.

00:34:45: Hemingway ne?

00:34:46: Ich kenn's von Renate Künast.

00:34:50: Thomas Almann!

00:34:51: Ich danke dir für deine Zeit.

00:34:53: Danke für die Einladung.

00:34:57: Ab sofort erkennen Sie die guten Container, die gemeinnützigen Sammler alles in den Show-Notes und wer tiefer einsteigen will.

00:35:03: In die EU-Regeln, Herstellerverantwortung, Exporte... Aber eben auch in diese kleine, all-in sich geschlossene Garderobe, die sie Ideen alles in der Brauchbadern vertieft.

00:35:12: Dankeschön meine Bitte!

00:35:15: Geben Sie auch diese Folge wie vielleicht das besondere Abendkleid im beste Hände.

00:35:19: leiten Sie sie weiter an alle, die gerade vielleicht ihren Schrank ausmisten.

00:35:22: im Herbst also wahrscheinlich alle Menschen abonnieren sie zu Hause und essen dann meldet sich die neue Folge ganz automatisch.

00:35:28: Ja jetzt wünsche ich Ihnen einen warmen Einstieg In den Herbst, im besten Pullover der sieben vielleicht schon Jahr für Jahr warm hält.

00:35:35: Hier in unserer schönen

00:35:36: Stadt!

00:35:38: Das war Zu

00:35:39: Hause in Essen – ein Podcast der Sparkasseressen

00:35:42: Die neue Folge jeden zweiten Dienstag im Monat.

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