Folge 71 - Joblinge - Raphael Karrasch
Shownotes
Es gibt in Essen einen besonderen Ort, an dem eine Glocke hängt.
Sie wird immer dann geläutet, wenn ein junger Mensch einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat. Dann kommen alle aus ihren Büros, klatschen, hören zu – aus einer Unterschrift wird ein neues Leben.
Denn nicht alle jungen Menschen finden nach der Schule sofort ihren Weg. Manche bleiben hängen. Zwischen abgebrochenem Schulbesuch, erfolglosen Bewerbungen, Minijob, Familie und der Frage: Was soll eigentlich aus mir werden?
Raphael Karrasch und die JOBLINGE holen genau diese jungen Menschen zurück ins Spiel. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit offenen Türen, echten Chancen und manchmal auch mit einem Reel auf TikTok.
Wir sprechen darüber, warum erstaunlich viele Jugendliche in Deutschland weder Ausbildung noch Studium oder Arbeit haben. Warum ein schlechtes Bewerbungsschreiben ganze Lebenswege ausbremsen kann. Weshalb Unternehmen lernen müssen, genauer hinzusehen. Und was passiert, wenn die Sparkasse Essen sagt: "Wir machen das Buch noch einmal auf."
Es geht um Emir, der trotz Abitur lange keinen Platz fand. Um Mentoren, die nicht nur Ratschläge geben, sondern dranbleiben. Um junge Menschen, die sich ihren Platz erst verdienen – und ihn dann nicht mehr hergeben wollen.
Und es geht um eine große Frage: Wie schaffen wir es, in einer Stadt wie Essen niemanden verloren zu geben?
Eine Folge über zweite Chancen, kluge Umwege, den Wert von Arbeit – und über den Klang einer Glocke, der manchmal ein ganzes Leben verändert.
Alles über die JOBLINGE
"Essen im Ohr" von Radio Essen - Zu Gast: Tobias Häusler
In "Zuhause in Essen" spricht die Sparkasse Essen nicht über die gute alte Zeit. Wir sprechen über das, was Essen schon heute besonders attraktiv macht und was nach der Zeit der Ruhrkohle noch Magisches passieren wird. Immer mit Gästen, die Gegenwart und Zukunft auch gestalten. Und wenn WDR Moderator Tobias Häusler einmal in den Rückspiegel schaut, dann nur um die Spur wechseln zu können.
Jeden zweiten Dienstag im Monat ein spannender Gast - aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kultur, Ehrenamt… Und ein ungewöhnlicher Blick auf unsere schöne Stadt.
Transkript anzeigen
00:00:02: Ich kann jeden Jugendlichen fragen, egal ob er Abitur macht oder ob der einen Hauptschulabschluss Klasse zehn oder neun hat.
00:00:07: Was stellst du dir in fünf oder zehn Jahren vor?
00:00:09: Die sagen alle:
00:00:10: Ich möchte eine schöne Wohnung haben, ein Auto und eine Familie mit zwei Kindern.
00:00:13: Das ist völlig unabhängig vom sozialen Stand.
00:00:16: Das wollen alle und das ermöglichen wir ihnen ganz einfach.
00:00:21: Und da gibt es so ein paar Highlights.
00:00:22: An jedem Standort haben wir eine Glocke.
00:00:24: Jedes Mal, wenn ein junger Mensch einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, kommt er in unser Büro, klingelt die Glocke. Und alle Personen aus allen Räumen strömen dorthin, applaudieren.
00:00:34: Dann darf der junge Mensch einfach mal sagen, wo die Reise hingeht, wie er das gemacht hat.
00:00:38: Auch ich zweifel manchmal und wenn ich das höre, wenn ich die Glocke höre, dann bringt mir das die volle Überzeugung wieder.
00:00:44: Das ist toll.
00:00:46: Gänsehaut. - Ja!
00:00:48: Zuhause in Essen.
00:00:50: Ein Podcast der Sparkasse Essen - mit Tobias Häusler.
00:00:56: Herzlich willkommen, gerade Ihnen ganz persönlich.
00:00:58: Das ist der Podcast in dem es darum geht wie sich unsere Stadt nach der Kohle neu erfindet.
00:01:03: was läuft schon
00:01:04: gut?
00:01:04: Was soll besser werden?
00:01:05: und wir besprechen das mit den Menschen die eine Idee haben für Essen und die wahr werden lassen auch ohne Kohle mit ganz viel Feuer mit ganz will Energie.
00:01:14: übrigens habe ich jetzt auch mal Fragen beantwortet.
00:01:16: Ich war zu Gast im
00:01:17: podcast
00:01:17: essen im Ohr Essen im Ohr von Radio Essen, mein Freund Christian Flug.
00:01:21: Chefredakteur des Sanders hat mich eingeladen.
00:01:23: wir sprechen über die Faszination von Podcasts vor allem wenn man sie exklusiv für eine Stadt wie Essen macht.
00:01:29: warum dabei auch ein Zahnarzt neben uns sitzt?
00:01:32: Die Auflösung in den Show Notes da gibt es dann die ganze Folge.
00:01:36: Mein heutiger Gast kümmert sich um eine Problematik die gigantisch ist und die ich nicht auf dem Schirm hatte.
00:01:43: Ich weiß nicht, was Sie beruflich machen.
00:01:45: Vielleicht studieren sie auch gerade sind in der Ausbildung?
00:01:48: Ich weiß noch nicht ob sie das gerne machen, was sie machen, ob sie ihren Traumberof gefunden haben oder vielleicht nochmal wechseln möchten.
00:01:53: Aber immerhin haben sie etwas!
00:01:55: Es gibt unglaublich viele Menschen in unserer Stadt, junge Menschen.
00:01:58: die sind in einer ganz seltsamen Zwischenphase Gefangen.
00:02:03: Die sind unter thirty-four Jahre alt?
00:02:05: Diese nicht in der Schule haben keinen Beruf, die machen gerade keine Ausbildung und studieren nicht!
00:02:10: Sie sind unserer Stadt, sie sind im Grunde Deutschland verloren gegangen – im Moment.
00:02:15: Ich hatte keine Ahnung dass es diesen Zwischenraum auch in dieser Größe gibt.
00:02:20: Wir sprechen gleich über Zahlen.
00:02:21: Als es Menschen ohne Perspektive bis
00:02:23: sie auf die
00:02:24: Joblinge stoßen und auf deren Managing Director Raphael Karasch.
00:02:30: Ja, wo treffen wir uns im Basecamp?
00:02:32: Das ist direkt am Bahnhof gegenüber vom Hotelessener Hof.
00:02:36: Es sieht aus wie ein
00:02:37: Start-up!
00:02:38: Ja so ein bisschen... es ist das auch.
00:02:40: Wir sind seit vielen Jahren mit Jobling ja schon unterwegs und wir haben irgendwann festgestellt um die junge Generation zu erreichen müssen wir nicht nur gute Themen haben, wir müssen noch Orte schaffen, wo sie gerne hinkommen.
00:02:51: Und mit dem Basecamp haben wir hier einen Lernort geschaffen, der erstmal ziemlich cool ist.
00:02:56: Weil er rau ist, weil er nicht fertig ist und industrial ist aber vor allen Dingen weil er unfassbar gut zu erreichen ist und die Rückmeldung unserer Teilnehmenden ist natürlich da kommen wir gerne hin.
00:03:04: Das wollen wir reichen!
00:03:05: Ist
00:03:05: auch topmoderne diese unverputzten Betonwände.
00:03:08: vielleicht bleibe ich gleich hier.
00:03:10: Ja, macht das.
00:03:11: Also Joblinge eine deutschlandweite Initiative über die wir noch sprechen aber nicht alle dieser vielen Standorte haben ein sogenanntes Basecamp.
00:03:19: Wir sind hier in einem Basecamp.
00:03:21: In Frankfurt gibt es eins München Berlin Hamburg Aber eben auch Essen.
00:03:23: Was macht ein Basecamp besonders?
00:03:25: Die ursprüngliche Idee des Basecamps war ganz einfach Joblingen hat von Anfang an immer bei den Jugendlichen die wir in Ausbildung bringen und das sind deutschlandsweit sehr viele haben wir immer gesagt, Wir wollen die Ausbildungsbegleitung mitdenken.
00:03:36: Das heißt, wir wollen nicht einfach uns auf die Schulter klopfen und sagen hey sind wir toll dass wir jetzt junge Leute in den Ausbildungen gebracht haben.
00:03:43: Wir wollen das ganze nachhaltig gestalten.
00:03:45: diese Ausbildung Begleitung garantiert einfach diese Nachhaltigkeiten, um dann eine Zahl zu nennen.
00:03:49: Also sieben-achtzig Prozent unserer Teilnehmenden sind nach dem halben Jahr immer noch in der Ausbildung und wenn Sie die Probezeit geschafft haben ist das schon mal ganz gut!
00:03:56: Und wir haben dann eben gesagt Wir wollen es weiter professionalisieren.
00:03:59: ja mit einem Basecamp haben wir genau diesen Ort geschaffen wo sie zum Lernen hinkommen können Wo wir aber auch nicht nur mit den Jugendlichen sprechen sondern und das wird immer wichtiger Auch mit den Ausbilderinnen und Ausbildern Die wir so ein bisschen auf die Generationen die da so kommt vorbereiten müssen.
00:04:15: Ach ja, normalerweise haben wir vorne so ein bisschen kleines Vorspiel vorgeplenkelt.
00:04:20: Ich würde das gerne einfach skippen und direkt rein, weil wir glaube ich einen Thema besprechen, dass viele in der Stadt gar nicht auf dem Schirm haben.
00:04:27: Wir werden hier eine spannende Zeit verbringen.
00:04:29: Fangen wir
00:04:29: an?
00:04:43: Es gibt Menschen in Deutschland unter thirty-four die in einer Art ... Ich nenn's mal Zwischenweltleben, die ich nicht kannte.
00:04:50: also die machen keine Ausbildung Die sind nicht im Studium, die sind nicht in der Schule Und die haben keinen Beruf.
00:04:55: Was machen diese Menschen den ganzen
00:04:57: Tag.
00:04:58: Ja, das ist eine Gruppe die so groß ist dass man den sogar einen Namen gegeben hat der englischen Begriff neither employed in education or training.
00:05:06: Das sind die sogenannten Nieds und die Bertelsmann Stiftung beziffert diese Zahl in dieser Insel Altersgruppe auf ungefähr eine Million.
00:05:15: Schaut man sich das ganze nochmal an und schaut sich diese diese Gruppe der zwanzig bis vierund dreißigjährigen an können wir noch mal durch die Berthelsmann stiftung konstatieren haben wir ungefähr drei Millionen Menschen die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben.
00:05:27: Das eine sind die Nieds, die dann vielleicht gerade so einen Zwischenjahr machen.
00:05:30: Gerade nichts machen, die sich anders finanzieren.
00:05:34: Was ich zum Beispiel nach einem Abitur ein Jahr mal raus, das ist jetzt nicht eure Kunden?
00:05:39: Die erwischen wir auch weil so manch einer der sich ein Jahr Auszeit nimmt um zu überlegen was er denn tun könnte kommt noch nicht nach einem Jahr zu dem Ergebnis und braucht noch ein Jahr länger.
00:05:49: also auch da kommen über verschiedene Programme natürlich auch junge Menschen mit Abituren schonmal zu uns.
00:05:55: Das ist aber eben nicht so gängig.
00:05:57: Wir haben eben viele Menschen, die keine Berufsausbildung haben und die Problematik daran ist ganz einfach.
00:06:02: Wenn sie mit vierunddreißig keine Ausbildung gemacht haben dann heißt das nicht zwangsläufig dass sie arbeitslos sind aber oft in prekären Beschäftigungsverhältnissen unterwegs im Niedriglohnsektor und das heißt gegebenenfalls aufstockende Leistung und bei der Rente sieht es dann ganz böse aus.
00:06:16: und bei gleichzeitigem Fachkräftemangel ist das etwas da müssen wir unbedingt gegen angehen.
00:06:24: Wir haben sie verloren.
00:06:26: Den fehlt was, sagen wir von außen schaunend aber wir brauchen sehr.
00:06:29: Ja genau wenn wir ganz einfach uns die Demografie anschauen jetzt mag man vielleicht sagen okay wir haben gerade irgendwie so eine wirtschaftliche Delle Unternehmen entlassen Leute ja das ist alles schlimm.
00:06:41: nichtsdestotrotz wird dieser demographische wandel dadurch nicht eingeschränkt.
00:06:45: also es wird weiterhin so sein dass wir wirklich jeden Kopf und jede Hand vor allen Dingen brauchen wenn ich so ans Handwerk denke dass wir die jungen Menschen wirklich aktivieren.
00:06:53: Wir müssen sie zurückgewinnen, wenn wir sie verloren haben und dafür brauchen wir halt Instrumente, die sehr ja ich sag mal sehr trickreich, sehr findenreich, der Ideen reich sind.
00:07:03: und da ist Joblinge glaube ich schon ganz weit vorne eben in der Aktivierung dieser jungen menschen.
00:07:07: Ich habe mir angeschaut was ihr macht.
00:07:09: dem hat das hier in ganz Deutschland.
00:07:10: Wenn man damals so eine Gruppe sieht gibt es auch Fernsehbeiträge wo du dich schon häufig besucht die sich beraten lassen.
00:07:16: Das sind ja gute Typen.
00:07:17: Auf einen Jungen sind wir besonders stolz, da kommen wir vielleicht noch mal drauf.
00:07:20: Den werden wir noch kennenlernen.
00:07:21: aber fangen wir mal vorhin an.
00:07:22: wie gerät man in so eine Situation also dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung zu stehen?
00:07:27: Also ich glaube das ist natürlich sehr vielschichtig.
00:07:31: Wie ist die Berufsorientierung in der Schule?
00:07:33: Wie ist sie Berufs Orientierung in Klasse Acht Neunzehn?
00:07:36: es wird sehr sehr viel gemacht.
00:07:37: Die Frage ist immer wie zielführend ist das und was sich Joblinge immer ein bisschen auf die Fahne geschrieben hat?
00:07:43: Wir wollen messen, was wir da tun und das ist natürlich jetzt in der Schule nicht so ganz einfach möglich.
00:07:48: Klar ich kann sagen wie viele verlassen die Schule?
00:07:50: Wie viel gehen Ausbildung?
00:07:51: Wie viele wollen aber vielleicht auch nochmal eine Schleife drehen und sagen Ich mache den nächsten höheren Schulabschluss So.
00:07:57: hier ist zum Beispiel ein Punkt.
00:07:59: wenn sie es nicht schaffen ja ich versuche am Berufskolleg meine mittlere Reife nachzumachen Und ich merke nach einem halben Jahr ich schaffe es nicht.
00:08:05: Ich breche die Schule ab.
00:08:06: Wo bleibt dieser junge Mensch?
00:08:07: Ja, man struggled.
00:08:09: Man ist vielleicht dann ein halbes Jahr raus guckt nochmal bewerben.
00:08:12: die Bewerbungen sind nicht gut.
00:08:13: wo soll ich hingehen?
00:08:14: Ich war zwar bei der Berufsberatung Die haben mir vielleicht nicht geholfen oder ich kam mit jemandem nicht klar Oder die haben mich nicht eingeladen.
00:08:21: was auch immer.
00:08:21: ja ohne jetzt irgendwie die Schuld in die Schuhe zu schieben aber es passiert relativ schnell wenn wir über junge Menschen sprechen keine großen Problem-Lösungskompetenzen haben vielleicht.
00:08:31: Das ist ein Problem, dass sie nicht von alleine lösen können.
00:08:33: und was dazukommt – Sie haben alle kein Netzwerk!
00:08:35: Und wenn ich von mir selber spreche….
00:08:37: Ich bin sitzen geblieben... Mein Vater hat mir damals eine Ausbildung besorgt bei seinem Sangesbruder Da wäre ich selber nicht drauf gekommen.
00:08:43: aber das hat funktioniert weil wir einen Netzwerk hatten.
00:08:46: und das ist das was vielen jungen Menschen fehlt eben ein solches Netzwerk.
00:08:49: wen kann ich fragen?
00:08:51: Mir ist völlig klar, dass es diese Menschen gibt.
00:08:53: Mir ist die Zahl einfach so unbegreiflich, dass wir von einer Million Menschen sprechen.
00:08:57: So ein großes Land sind wir ja nun mal nicht.
00:09:00: Ihr lernt diese Menschen kennen, womit beschäftigen die sich in so einer Phase?
00:09:04: Was ist deren Lebensinhalt?
00:09:05: also mir ist ja auch bewusst dir ja auch wie sehr Beruf auch Identität ist.
00:09:10: Bin ja wieder Party heißt es ja und was machst du so?
00:09:13: Ja das machen die so.
00:09:14: Ja sie sind vielleicht mit vielen anderen zusammen die eben auch nichts machen.
00:09:18: Und das ist dann vielleicht in so eine Bubble Auch eine gelebte, gefühlte und gelebete Realität.
00:09:24: Man kommt vielleicht eh nicht raus, ich weiß eh nicht was ich tun soll man hält sich irgendwie über Wasser.
00:09:28: Manche sind auch familiär sehr stark eingebunden einige arbeiten halt nebenbei ein bisschen im Minijob und kommen irgendwie klar ja es sind natürlich auch viele dabei die vielleicht überbordende Vorstellungen haben ja muss Influencer werden oder irgendwas mit Medien.
00:09:43: Alle wollen Automobilkaufleute werden, weil sie davon ausgehen.
00:09:47: Das ist genau das was ich brauche.
00:09:49: aber die Frage ist immer wie ist diese Wahl oder diese Vorstellung getriggert und dass wir oftmals machen isst?
00:09:55: Wir gehen so ein bisschen in die Köpfe rein und gucken mal ganz genau nach Was ist denn eigentlich das was dir entspricht und was du wirklich machen willst?
00:10:02: Und es ist ein großes AHA-Erlebnis!
00:10:04: Wir arbeiten halt in Essen sehr eng mit dem Jobcenter zusammen Die uns viele Jugendliche zuführen pro Jahr Und das funktioniert wunderbar, aber wie gesagt diese sogenannten Niets die gerade von keinem erreicht werden, die erreichen wir.
00:10:17: Joblinge müssen wir immer die andere Seite jetzt beschreiben.
00:10:20: was macht ihr?
00:10:21: Das ist eine gemeinnützige AG in ganz Deutschland.
00:10:24: Ja, wir sind ein sogenanntes Social-Franchise-System.
00:10:28: Wir haben eine Dachorganisation in München und haben insgesamt neun einzelne gemeinnützige Aktiengesellschaften.
00:10:33: also das Konstrukt ist schon ziemlich funky.
00:10:37: Wir unterliegen dem deutschen Aktienrecht ja?
00:10:39: Wir haben sechs Gründungsaktionäre, wir haben dreimal im Jahr eine Aufsichtsratssitzung und einmal auch eine Hauptversammlung.
00:10:45: Das ist alles sehr juristisch geprägt.
00:10:48: ich finde es total spannend.
00:10:50: Der Hintergrund, warum wir das so gemacht haben ist relativ einfach.
00:10:53: Wir arbeiten mit Spendenmitteln und da haben wir überlegt welche Unternehmensform spricht denn für meisten Transparenz?
00:11:00: Und genau das was ich gerade gesagt habe also drei Aufsichtsratssitzungen plus Hauptversammlung zeichten natürlich schon, wir werden da sehr stark kontrolliert und wir haben natürlich ein großes Interesse daran dass die Unternehmen, die uns auch finanziell unterstützen das langfristig tun.
00:11:14: und das heißt wir müssen transparent sein.
00:11:15: Das ist ganz wichtig der Punkt.
00:11:17: Aktionäre sind Privatpersonen oder sind
00:11:19: das Unternehmen?
00:11:20: Das sind Unternehmen, die sich mittlerweile in Essen eben im Jahr zwei Tausend Zwölf schon zusammengeschlossen haben.
00:11:25: Solange sind wir jetzt schon unterwegs und das funktioniert halt sehr gut und bundesweit laufen wir halt unter der Dachmarke Joblinge.
00:11:31: aber wir sind eben die Jobling-G AG Ruhe.
00:11:35: Und man sieht es schon auf der Seite dass ist alles hochprofessionell gemacht diese Kampagnen eure Erfolge auch dir da hat Preise die gewonnen habt.
00:11:41: das is kein Förderverein der verträumten Ideen.
00:11:44: ihr meint das ernst?
00:11:45: Ja, dazu muss man vielleicht wissen initiiert wurde das ganze von bmw und der bossen konsulting.
00:11:50: Ja das ist so selber
00:11:51: noch nicht
00:11:52: auf der Seite.
00:11:52: Wenn man jetzt überlegt eine weltweit tätige Unternehmensberatung dann kann man sich schon vorstellen was den wichtig ist nämlich wie können wir hier die Wirkung messen?
00:12:01: ja Wie können wir wirklich im system etwas verbessern?
00:12:04: Das war von vornherein immer die idee ganz einfach zu sagen wir wollen sehen, was geben wir vor und rein?
00:12:09: Was kommt hinten
00:12:10: raus?".
00:12:10: Und das war vom ersten Tag an wirklich das, was Joblinge für mich auch so anders gemacht hat.
00:12:16: Wir machen soziale Arbeit messbar!
00:12:17: Ja und es ist nicht ganz einfach.
00:12:18: nur in unserem Fall ist es total einfach Jugendlicher kommt habe ich den am Ende in die Ausbildung gebracht ja oder nein schwarz oder weiß ganz einfach.
00:12:26: also man kann genau messen wie dieses Geld angelegt ist und das macht für mich auf den Scham ein bisschen aus dass ich als Sozialarbeiter dieses Thema mit einer unternehmerischen Haltung angehen Musste und ist unfassbar gerne Tour.
00:12:52: Erst mal vielen Dank, dass du so präzise kurz antwortest.
00:12:55: Ich habe nämlich fast sieben Dienerviers Seiten Fragen und wir kommen vielleicht durch!
00:13:00: Also ich merke schon gute Leute stehen dahinter Unternehmen die wirklich was bewirken wollen.
00:13:04: das klingt jetzt so nach Marketing aber die auch sagen würden wir steigen aus wenn es nicht funktioniert.
00:13:08: und das spürt man einfach.
00:13:09: Es funktioniert, aber ihr braucht eine Ressource über die wir jetzt noch nicht gesprochen haben.
00:13:14: Nämlich ihr müsst ran an diese Jugendlichen in dieser Situation!
00:13:17: Wie kommt ihr an sie ran?
00:13:18: Jobcenter ist angesprochen.
00:13:19: Ja genau also Jobcenter der Kern dessen was wir tun.
00:13:23: das sind in Essen jetzt achtzig Jugendliche die übers Jobcenter zu uns kommen vier Gruppenstaats als waren sich Jugendliche
00:13:28: pro Jahr.
00:13:28: Genau.
00:13:29: Achtzig pro Jahr.
00:13:30: und wie gesagt wir machen es jetzt schon seit seit zwei tausend dreizehn eben operativ.
00:13:34: Das heißt die Roundabout Tausend schon in Essen.
00:13:37: Wir haben weitere Projekte, wo wir mit Geflüchteten arbeiten.
00:13:40: Das geht auch in der Regel über das Jobcenter.
00:13:43: Aber wir haben natürlich irgendwann festgestellt es wird schwieriger die zu erreichen.
00:13:46: und das haben nicht nur wir festgestellt, dass sagt die Bundesagentur für Arbeit.
00:13:49: Die Jobcentre sagen auch ne?
00:13:50: Wir laden die ein und die kommen nicht!
00:13:52: Was ist denn mit
00:13:52: denen?!
00:13:53: Und da haben wir eben halt auch einen Projekt aufgesetzt, das nennt sich Plan A Wo wir die Jugendlichen zunächst einfach mal an Brennpunkten aufgesucht haben um sie nochmal zurück ins Boot zu holen, so wie hier Ausbildung.
00:14:03: Denkt noch einmal drüber nach wer doch was.
00:14:06: Dann kam Corona und dann haben wir natürlich gesagt, okay.
00:14:08: Wo sind sie denn jetzt?
00:14:09: Ja wo sind Sie denn in sozialen Netzwerken?
00:14:11: Und genau da sind wir jetzt aktiv dass wir eben mit dieser Plan
00:14:14: A
00:14:15: es war eine Kampagne mittlerweile ist das ein Geschäftszweig von uns junge Menschen aktivieren über Social Media über Instagram und TikTok Reels ausspielen die registrieren sich bei uns.
00:14:25: Wir nehmen innerhalb von acht bis vier Stunden Kontakt auf und damit erreichen wir exakt diese Nieds, die sich vorher ausgeklingt haben.
00:14:30: Ja
00:14:31: ja verstehe ich dass es so funktionieren soll aber das muss ja nicht so funktionierend.
00:14:35: also wenn ich irgendwo im Eigeninitiativen Plakat sehe sag' ich ja nicht automatisch ach Gott da melde ich mich.
00:14:42: oder wäre ich so ein Typ der auf so einen Reel anspringt und sagt auch ja Ausbildung wäre ich vermutlich gar nicht in dieser Situation.
00:14:49: Also müsst ihr wirklich die Menschen auf eine ganz besondere Art ansprechen.
00:14:53: Ganz kurz, bevor Ihr ins Internet gegangen seid, wo waren denn die Orte in unserer schönen Stadt?
00:14:59: Wo Ihr Jugendliche gefunden habt, Eure Klientel!
00:15:01: Ja
00:15:01: also ich selbst war dabei wie wir im Limmweckerplatz mit einem Stand waren und an einem Wochenende sechshundert Jugendlichen angesprochen haben.
00:15:08: Wir haben mitgezählt.
00:15:10: Die wir einfach darüber informiert haben... Pass mal auf, wie sieht's aus?
00:15:13: Hast du eine Ausbildung?
00:15:14: Wie sieht es aus?
00:15:15: Brauchst Du?
00:15:16: Kannst Du welche Hilfe?
00:15:17: was auch immer
00:15:17: ja?!
00:15:18: Und dabei haben wir sehr viele Jugendliche erreicht, die dann tatsächlich gesagt haben okay ich brauche jetzt eher was Niederschwelliges weil auch das gehört zu weit.
00:15:25: Unsere Teilnehmer, die wir im Klassikprogramm haben also wo die jungen Leute was Jobs sind da kommen, die sind durchschnitt ein zwanzig und haben in den letzten drei Jahren oder haben den letzten Schulabschluss vor drei Jahren gemacht d.h.
00:15:35: drei Jahre Struggle tiggeln was auch immer.
00:15:38: Die sind Maßnahme müde!
00:15:39: Die haben dann die einen eine Maßnahme gemacht Und die wollen keine Vollzeitmaßnahmen.
00:15:43: Das ist das Schamante an Plan A, wir sprechen miteinander und machen drei Coachings... ...und dann kommst du sofort mit Unternehmen in Kontakt, die dich ausbilden
00:15:50: wollen.".
00:15:50: Also es ist sehr kurz, sehr konkret, sehr prägnant und ist sehr erfolgreich!
00:15:54: Alleine jetzt haben wir im Ruhrgebiet, muss ich dazu sagen, also in Essen, Gelsenkirchen oder Dortmund, zweiundsechzig Jugendliche über dieses Programm bereits in Ausbildung gebracht und das alles rein privat finanziert.
00:16:05: Ja irrem Wie reagieren denn die Jugendlichen?
00:16:09: Die sagen ja nicht, stimmt ja alle um mich herum haben Beruf.
00:16:12: Vielleicht wäre das auch was für mich.
00:16:14: Trotzdem müssen sie ja offensichtlich positive oder viele zumindest positiv reagieren.
00:16:18: Ja genau!
00:16:18: Das ist der Punkt.
00:16:19: weil es vielleicht ein Impuls dazu muss man verstehen wie dieses Ausspielen dieser Reals auch funktioniert.
00:16:24: Die Jugendlichen haben sich in irgendeiner Form mal nach Ausbildung erkundigt.
00:16:28: wir kennen das alle her.
00:16:29: Wir besuchen irgendwas bei Google und plötzlich kriegen wir genau zu dem Thema unfassbar viel Werbung.
00:16:34: Ähnlich läuft das mit den Reals.
00:16:35: Die haben irgendwann mal über Ausbildung gesucht oder sich informiert und plötzlich bekommen die von uns was ausgespielt, wo eben nicht ich als ... mit Fünfziger irgendwie erzähle, hey mach doch mal eine Ausbildung.
00:16:46: Das sind authentische Jugendliche die wir durchs Programm gebracht haben und die dann wirklich auch erzählen, ich hab genau diesen Weg von dir gehabt, ich habe es geschafft das schaffst du auch ne melde dich mal ja.
00:16:57: also dass ist wirklich sehr authentisch ist und nachvollziehbar und die Jugendlichen sich dann tatsächlich auch bei uns melden und das ist wirklich ein absolutes Volkskriterium.
00:17:05: Ich sage immer wenn sie das geschafft haben sich zu registrieren Wir erreichen anschließend nicht alle ist völlig klar.
00:17:12: Manche gehen nicht ans Telefon, machen ihr das Telefon und sagen, woher habt ihr meine Telefone?
00:17:16: Ja von dir!
00:17:19: Die die wir erreichen haben diesen einklitzekleinen Impuls.
00:17:22: Sie haben sich intrinsisch sozusagen gemeldet und das ist der wichtigste Impuls den man braucht wenn sie das getan haben und sie bekommen relativ schnell eine Rückmeldung und einen Kontakt
00:17:32: der schafft den Rest auch
00:17:33: Genau, also den fangen wir.
00:17:34: Den kriegen wir ja mit ganz vielen tollen Mitarbeitenden die einfach auch ein Händchen dafür haben aber auch mit Vorbildern.
00:17:42: Welche Sehnsucht erfüllt ihr dann?
00:17:44: Dass ich dazu gehöre dass ich mich selbst wieder aufbaue?
00:17:48: Ja genau!
00:17:49: Also ich kann jeden Jugendlichen fragen egal ob man Abitur macht oder ob der in Hauptschulabschluss Klasse zehn oder neun hat was stellst du dir fünf Jahre vor?
00:17:57: Die sagen alle Ich möchte eine schöne Wohnung haben, ich habe ein Auto und eine Familie mit zwei Kindern.
00:18:02: Das ist völlig unabhängig vom sozialen Stand oder das wollen alle!
00:18:08: Und das ermöglichen wir Ihnen ganz einfach.
00:18:09: Das zeigen wir Ihnen auch – jetzt wird viel diskutiert – der Mindestlohn ist so hoch, dass viele Jugendliche sagen, geh lieber mal lochenschön keulen und hab dann direkt immer eine fifteen-sechzehntunderte Netto im Monat.
00:18:21: Wir müssen die Übersetzung herstellen.
00:18:23: Eine Ausbildung ist viel besser weil bei diesen fünfzehnzechzehnhundert bist du in zehn Jahren noch?
00:18:28: Machst du eine Ausbildung?
00:18:29: Bist du ganz woanders, ja und das ist halt auch ne Übersetzung die es braucht.
00:18:32: Und letztendlich ist es ein Wunsch den sie äußern, wo wir sie in die Lage bringen tatsächlich diesen zu verfolgen.
00:18:38: Ihr schreibt ganz deutlich Vermitteln ist eure Hauptaufgabe.
00:18:41: also euer Job ist Vermittlung heißt ne Brücke zu bauen zwischen A und B. ich hab verstanden a sind die Jugendlichen was is b und was?
00:18:49: Ja, B sind natürlich die Unternehmen.
00:18:50: Wie groß
00:18:51: müssen sie sein?
00:18:53: Das ist
00:18:53: völlig egal.
00:18:54: also wir haben hier wirklich ein Handwerksbetrieb der alle drei Jahre einen Azubi hat.
00:18:58: Wir haben Großunternehmen, die wirklich pro Jahr zwanzig Azubis haben den es natürlich viel leichter fällt ich sag mal richtig böse mal einen mitzunehmen der ja vielleicht nicht alles Kills mitbringt aber das kann im Abiturierenden genauso passieren.
00:19:12: da geht's einfach darum die Unternehmen vielleicht auch ein Stück weit zu befähigen, mit diesen Zielgruppen zu arbeiten.
00:19:18: Nicht jeder betrieb traut sich zu, mit einem jungen Menschen mit Flucht-Hintergrund zu arbeiten bis sie sich begegnen und feststellen der spricht superdeutsch.
00:19:26: das hat dann auf dem Papier im B eins Niveau ja und der Arbeitgeber sagt ne es kriegen wir hin.
00:19:31: also das kriegen wir auf jeden Fall hin.
00:19:33: Das
00:19:33: Sprachniveau dass wir auch immer mindestens voraussetzen für die Teilnahme am Programm.
00:19:38: Ein Träumchen wäre natürlich an allen b zwei Niveaux hätten um die Ausbildung zu starten.
00:19:42: aber bringen Sie so ungefähr auch dahin, dass sie dieses Niveau haben.
00:19:46: Aber du sagst das gerade auch irgendwie dieser Weg dahin?
00:19:49: Was passiert zwischen A und B?
00:19:51: Das ist natürlich unfassbar.
00:19:52: vielem, welche unser klassisches Programm nehme ... ist es die jungen Menschen, auch wenn sie vom Jobcenter geschickt werden sind freiwillig bei uns.
00:19:59: Sie müssen sich im Rahmen einer gemeinnützigen Arbeit diesen Platz verdienen.
00:20:02: Wir sind hier in Essen beim VK jetzt und renovieren Kindergärten rauf- und runter und wollen einfach nur sehen, schaffst du's drei Tage zu kommen?
00:20:09: Und dann hast du verdient am Projekt teilzunehmen!
00:20:12: Das macht etwas mit den jungen Leuten, die haben sich teilweise zum ersten Mal in ihrem Leben mit eigenen Händen was erarbeitet... ...und das geben sie nicht mehr auf.
00:20:19: Das heißt wir haben eine recht geringe Abrecherquote plus Dass sie dann auch wirklich sagen, jetzt würde ich auch was zurückbekommen.
00:20:25: Und sie bekommen es zurück und das ist halt ein ganz wichtiger Faktor.
00:20:28: Wir haben diese Praxis, wir haben viele Unternehmen die sagen Ich senke meine Einstiegskriterien damit du eine Chance bei mir bekommst weil ich weiß Du hast dich bewiesen um bei Joblinge teilzunehmen.
00:20:37: Das heißt ich ne Grundmotivation ist da.
00:20:39: deswegen kann ich das machen.
00:20:40: Wir haben Kulturprojekt wo wir den jungen Leuten einfach mal so zu trauen, ihre Komfortzone zu verlassen weil sie das auch müssen.
00:20:47: Weil das ein wichtiger Faktor ist für die Umorientierung bei den Berufen.
00:20:51: und für mich das Nonplus Ultra und das absolute Highlight in unserem Programm sicherlich unser Mentoring-Programm wo jeder Jugendliche einen ehrenamtlichen Mentor eine Ehrenamtliche Mentorin bekommt für das halbe Jahr.
00:21:01: Die treffen sich einmal einer Woche für ne Stunde bekommen einfach nochmal etwas weniger pädagogisch vielleicht auch mal sehr deutlich gesagt was besser tun sollten oder nicht aber einfach auch flankiert werden.
00:21:12: Und wenn ich dann sehe, sie mussten sich am Anfang gemeinnützig engagieren und bekommen jetzt dieses Ehrenamt, dieses Engagement von einem Mentor zurück.
00:21:20: Verstehen Sie plötzlich?
00:21:21: Wie funktioniert unsere Gesellschaft?
00:21:23: Das ist für mich ein absoluter Kern!
00:21:24: Da kriegen
00:21:24: wir einen persönlichen Unternehmensberater.
00:21:26: Absolut!
00:21:27: Ein paar von denen sind's sogar.
00:21:43: Irgendwann habt ihr den Unternehmen gefunden das sagt Wir lassen uns einen auf ... nennen wir sie Vanessa.
00:21:48: Wir wagen das mal mit der Ausbildung also eine Ausbildung einer Person die vielleicht schon gelernt hat, ganz ohne so eine Art beruflicher Verwendung ihr Leben zu gestalten.
00:21:59: Das hast du gesagt?
00:21:59: Es ist auch eine Herausforderung aus dieser Bubble wieder rauszukommen!
00:22:02: Kann man vielleicht vergleichen mit einer obdachlosen Person denn man sagt ja hier hast Du ne Wohnung viel Glück das mehr.
00:22:06: so einfach ist dass nicht.
00:22:07: Genau genau das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:22:10: wir müssen das ganze flankieren und begleiten.
00:22:12: ich habe es gerade schon mal gesagt viele unserer Teilnehmenden haben halt nicht so diese Lösungskompetenz Problem-Lösungskompetenz.
00:22:18: Jedes Mal werden etwas auftaucht, dass für uns vielleicht... Ich beschreibe das mal so ein kleines Steinchen.
00:22:22: Wir wissen wie wir damit umgehen können und wir kickens zur Seite laufen weiter!
00:22:25: Für die wird dieser Stein zu einem riesen Felsen, an dem sie nicht vorbeigehen können.
00:22:28: Wir kennen das alle, wir kennen alle solche Stamme wo andere Leute sagen es kann doch nicht wahr sein.
00:22:32: Ruf doch da an ist doch kein Problem.
00:22:33: Ja genau und
00:22:35: dafür sind wir dann ganz einfach da und glaube dass das wirklich auch eins der Erfolgsrezepte.
00:22:39: also erst mal sind wir sehr eng dran während der Teilnahme natürlich an den Jugendlichen.
00:22:44: Wir sind glaube ich ganz gut darin auch so ein bisschen zu lesen.
00:22:47: an welchem Punkt müssen wir immer noch ein bisschen eingreifen?
00:22:49: Die Unternehmen wissen oftmals auch um, vielleicht die eine oder andere Schwäche aber auch die eine andere Stärke.
00:22:54: Und sie nutzen ganz einfach unser Beratungsangebot während der Ausbildung das wir eben Angebote machen und diese Nachhaltigkeit ist uns wichtig.
00:23:01: Wir rufen jeden unserer Teilnehmenden und wir nennen die übrigens Alumni weil wir einfach auch noch eine Wertigkeit der dualen Ausbildung gegenüber dem Studium herstellen wollen Das für mich absolut gleich bedeutend ist.
00:23:13: also gleich wichtig ist Diese CareCalls, die wir machen.
00:23:16: einmal im Monat Rufen wir die an.
00:23:17: in den ersten sechs Monaten Rufen wirklich an und fragen, wie geht's dir in der Berufsschule?
00:23:22: Kommst du mit den Kollegen klar.
00:23:23: Du bist in einer Teilschicht oder wie auch immer?
00:23:26: ganz simple Fragen wie du bist gerade umgezogen hast du dein Strom umgemeldet.
00:23:31: Also simpel Dinge aus dem Leben heraus weil das ist etwas dass Schule eben vielen jungen Leuten gibt.
00:23:35: Das ist ja fast ein Familienersatz.
00:23:37: Ja genau Da bist
00:23:38: du als Sozialpädagoge voll in deinem Element.
00:23:41: Ja, ich glaube schon.
00:23:42: Aber immer wie gesagt vor dem Hintergrund.
00:23:44: mein Ziel ist es gleich will du Menschen helfen?
00:23:46: ja aber ich habe das zweite Ziel.
00:23:48: Ich möchte diese Nachhaltigkeit herstellen.
00:23:49: Diese
00:23:50: sechs Monate sind eine kritische Phase diese Probezeit und zwar nicht nur dass das Unternehmen sagt Es passt nicht Du passt nichts zu uns sondern dass die Jugendlichen eure Leute sagen Das ist alles so viel.
00:24:01: In meinem Leben verändert sich so viel, die Kollegen der Vorgesetzte allein das Aufstehen morgens.
00:24:07: Es ist zuviel für mich!
00:24:07: Es ist unter uns schon die totale Überforderung.
00:24:10: Wir breiten natürlich die Leute darauf vor, dass was ihnen im Unternehmen blüht, sag ich mal, ja?
00:24:15: Das wissen sie eigentlich, weil natürlich... Ich empfehle jedem Unternehmen und jedem Jugendlichen macht voll ein Praktikum, lernt euch kennen, dass ihr genau wisst wie sind die Wege, wie sind Regeln usw.
00:24:24: Das ist natürlich das, was war immer uns wünschen, weil dann ist der Sprung jetzt kalte Wasser nicht ganz so extrem.
00:24:30: Nichtsdestotrotz... Ich hab jetzt zwei Wochen Praktikungen gemacht.
00:24:33: War super!
00:24:33: Danach konnte ich mir eine Woche erst mal ausruhen.
00:24:35: So das ziehst du jetzt durch und zwar den Rest deines Lebens.
00:24:40: Das macht Angst ja?
00:24:41: Das kann überfordern und genau da wollen wir sagen aber es bringt dir auch ganz viel.
00:24:46: und wir wissen natürlich auch wenn wir über gesellschaftliche Teilhabe sprechen wie findet ihr am besten statt?
00:24:50: die findet immer am besten übers Arbeitsleben statt.
00:24:53: Es sind ja auch keine Almosen der Unternehmen, muss man sagen.
00:24:55: Die suchen hier wirklich Leute und die lassen sich darauf ein mittlerweile auch Menschen einzustellen, die es nicht darauf angelegt haben bei ihnen Karriere zu machen.
00:25:02: diese Zeit der Achtziger-Ninziger wo die Unternehmen freie Auswahl haben ist hier vorbei.
00:25:06: das heißt ich muss akzeptieren da sitzt Vanessa und fragt erst mal nach einem Matcher Latte.
00:25:11: Das ist glaube ich ein ganz ganz wichtiger Punkt.
00:25:13: deswegen arbeiten wir eben mit den Ausbildern sehr eng zusammen.
00:25:17: also wir haben jetzt gestern noch wieder einen Austauschformat gehabt in Gelsenkirchen wo die Unternehmen wirklich dankbar sind, dass wir ihnen auch den einen Hinweis geben und sich einstellen auf ... Jetzt nicht Gen Z sagen aber grundsätzlich vielleicht auf andere Lebenswellen.
00:25:30: Auf andere Lebensrealitäten.
00:25:32: Nehmen wir mal das Smartphone ja?
00:25:34: Also wie ihr aufgewachsen seid da gab's so was noch nicht.
00:25:37: So eine absolute Reizüberflutung mit hohem Suchtpotenzial!
00:25:42: dass mich von Dingen ablenkt, die gerade wichtiger sind.
00:25:45: Und das zu erkennen und vielleicht auch dann mit den Jugendlichen gemeinsam darüber zu sprechen ... Das kannst du machen, das nicht machen ist wichtig, die Lebenswelt näherzubringen, eine Lebensrealität näherzubringen bei Geflüchteten auch.
00:25:58: wie spreche ich mit meinen Auszubildenden?
00:25:59: Also wenn ich jetzt mit Platt oder einem niederbayerisch ankomme, das lerne dich nicht in der Sprachschule!
00:26:05: Ich muss mich sensibilisieren ganz einfach dass ich Hochdeutsch spreche.
00:26:08: Genau das, wie Sie es gelernt haben und das müssen die Ausbilderinnen und Ausbildern einfach wissen dann funktioniert es in der Regel auch ja?
00:26:15: Ich glaube die Kenntnis übereinander über die Generationen ist wichtig.
00:26:18: Ich lerne das ja bei mir auf der Arbeit auch wenn meine neuen Kolleginnen und Kollegen mit Mitte zwanzig Ende zwanzich kommen.
00:26:25: Ja sie sind anders aufgewachsen!
00:26:26: Wie finde ich cringe?
00:26:28: Ganz
00:26:28: genau Wenn da nochmal platzfrei ist wie man sich das Handy abgewöhnt.
00:26:32: schreibst du mich bitte gerne auf die Liste.
00:26:47: Du stehst schon seit ein paar Jahren hier bei uns auf der Liste.
00:26:50: Sei dir mal verraten, das weißt du glaube ich auch!
00:26:52: Wir tanzen schon eine Weile um aneinander rum hier zu Hause in Essen.
00:26:56: Es gibt ne ganz intensive Verbindung auch zur Sparkasse essen.
00:26:59: Nehmen wir mal einen Beispiel raus.
00:27:00: da schon gesagt es gibt Möbelstücke die sind von der Sparkasse.
00:27:04: aber es geht mir jetzt speziell um Emy'n.
00:27:07: Emy ist jung hat Abitur gemacht und wurde sogar vom ZDF begleitet.
00:27:13: Warum ist Emy so ein tolles Thema für unseren Podcast?
00:27:16: Weil er mir einfach ein Bild gibt, wie unsere Arbeit sein muss und wie sie vielleicht bisher nicht war.
00:27:22: Weil er ist genau wie ich gerade schon erwähnte über soziale Netzwerke an uns geraten.
00:27:27: Muss man sich vorstellen junger Mann hat Abitur gemacht zwei Fünfer Schnitt und hat zwei Jahre lang es nicht geschafft beruflich so Fuß zu fassen wie er sich das gewünscht hat ja eine Ausbildung zu finden.
00:27:38: Er hat sich dann bei uns registriert, wir haben Kontakt aufgenommen.
00:27:41: Der Kollege hat dann mit Emil telefoniert.
00:27:43: okay kommen vorbei war hier genau im Base Game und da haben wir dann relativ schnell festgestellt woran es lag.
00:27:50: die Bewerbungsunterlagen waren unter aller Sau.
00:27:53: also wirklich also das war ein Kriterium aber natürlich auch dann oftmals gescheitert und dann ist es vollkommen egal habe ich Abitur oder nicht.
00:28:01: ja wenn du mehrfach scheiterst dann musst du aufgebaut werden.
00:28:04: Und da hat er relativ schnell hier ein Vorstellungsgespräch, da ein Vorstellungsgesprach und ... Dann haben wir eben auch mit der Sparkasse gesprochen und die Sparkasse essen.
00:28:11: Wir hatten eine Ausbildungsmesse im Basecamp, wo wir mit vielen Unternehmen, mit allen seinen Teilnehmenden sehr exklusiv unterwegs waren.
00:28:17: Die Sparkasse sagt ja, wir kommen gerne vorbei aber eigentlich haben wir keinen Ausbildingsplatz mehr frei.
00:28:21: Da ist man natürlich sehr beliebt ne?
00:28:23: Dann haben wie gesagt kommt vorbei, können junge Menschen mit euch noch mal sprechen zumindest Vorstellungsspräche üben oder sich informieren lassen über den Beruf vielleicht im nächsten Jahr.
00:28:32: Aber beim Emil guckte bitte ganz genau hin.
00:28:35: Das haben sie getan und ich glaube der Spruch ging ungefähr so, wir machen unser Buch noch mal auf.
00:28:40: Also das Buch war zu für dieses Jahr und der Emil hat dann die Ausbildungsstelle bekommen ist soweit Ich weiß erfolgreich unterwegs.
00:28:46: ja macht das Ding ganz gut kommt jetzt ins zweite ausbildungsjahr.
00:28:49: Genau diese Geschichte hat eben das ZDF visuell begleitet Ja und man muss sich das vorstellen es an seinem ersten Arbeitstag mit Kamerateam zur Arbeit gekommen!
00:28:58: Das fand ich schon cool.
00:28:59: Nicht schlecht nicht schlecht
00:29:07: Rafael, ganz kurz Steckbrief.
00:29:09: Weißt du ja, Sparkasse?
00:29:10: Das gibt sie für alles ein Formular.
00:29:12: Den Namen haben wir ... welcher Jahrgang?
00:29:15: Du hast selbst Familienkinder?
00:29:17: Ja!
00:29:17: Ich bin verheiratet und hab eine knapp drei-jährige Tochter.
00:29:20: Wo wohnst du hier?
00:29:21: in unserer schönen Stadt?
00:29:22: Ich wohne im Moldgefüll.
00:29:23: Im Mold gefüllte.
00:29:24: Da wohnen wir auch noch, klaren natürlich.
00:29:27: Die
00:29:27: kaufen dieselben Tannebäume.
00:29:28: Dazu
00:29:29: kommen wir dann auch gleich nochmal.
00:29:30: Das wird der Abschluss.
00:29:31: Das
00:29:31: ist die lustige Pointe.
00:29:33: Du bist gut vernetzt.
00:29:34: Du hast diese Energie des rhetorische Anders als einige Top-Leute bei Joplinge, wenn ich es mal so durchgehe hier die Vita.
00:29:42: Kommst du ja wirklich aus der sozialen Arbeit selbst?
00:29:44: Nicht aus dem Unternehmen, nicht aus der Unternehmensberatung!
00:29:46: Du bist Diplom-Sozialpädagoge Hier Uni, Duisburg Essen studiert.
00:29:50: Was hat dich gereizt an diesem Studium?
00:29:52: Ich
00:29:52: muss ganz ehrlich sagen also ich habe einen relativ schrägen Weg genommen.
00:29:56: Ja Also ich hab grad schonmal kurz erwähnt ich bin sitzen geblieben.
00:29:58: das stimmt nicht ganz.
00:29:59: ich bin zweimal sitzen gebliebt.
00:30:01: Ich bin mit dem Hautschulabschluss gestartet Ich habe eine Ausbildung gemacht, hab die mittlere Reife während der Ausbildung nachgemacht.
00:30:07: Hab mein Fach Abi gemacht... Krass!
00:30:09: ...ab Zivildienst gemacht und war mir relativ sicher, soziale Arbeit werde ich nie im Leben machen.
00:30:13: Ja?
00:30:13: Dann bin ich nach dem Zivildiens mitm Studium angefangen hier in Essen damals Universitätsgesamthochschule.
00:30:18: deswegen konnte ich mit meiner Fachhochschulreife hier Wirtschaftswissenschaften studieren.
00:30:22: Bin da schnell an meine Grenzen gestoßen her und hab dann auch wirklich ohne Flux ungefähr ein Jahr gebraucht, um das zu finden.
00:30:30: Hab dann irgendwie so'n bisschen meine Vita genommen, hab noch mal geguckt, wo kann die Reise hingehen?
00:30:35: Ich glaube, dass soziale und erzieherische Licht meiner Familie im Blut ... Das haben wir von unserem Vater geerbt.
00:30:41: Da bin ich irgendwann drauf gestoßen, dass ich alleine mit dem wie ich meinen Weg gegangen bin, mit sozialer Arbeit was machen kann.
00:30:47: Und ich hatte das Netzwerk.
00:30:50: Dass man mir geholfen hat an einem Punkt, wo ich vielleicht nicht alleine weiter wusste Und das will ich einfach initiieren, dieses Netzwerk zu sein für junge Menschen.
00:30:59: Die Struggle, die vielleicht gerade diesen Weg nicht gehen können und ich glaube mit einer gewissen Erfahrung und vielleicht dann auch eine gewisse Authentizität funktioniert das gut.
00:31:07: Jetzt muss man sagen wenn ich höre ihr kriegt... Über achtzig Prozent eurer Leute in die Ausbildung, davon bleiben wiederum über achtzig prozent bis zum Ende.
00:31:15: Da könnten Leute, die keine Ahnung haben so achtzig Prozent das heißt ja wirklich einer von fünf fliegt er raus da schon und danach noch.
00:31:21: Das sind sensationelle Quoten wenn man ins Handwerk schaut Bauindustrie usw.
00:31:25: Da sind viele auch nach der Ausbildung ich glaube schon über die Hälfte mit fünfundzwanzig schon gar nicht mehr den Beruf verliert unheimlich viel auf diesem Weg.
00:31:34: So wie weit ihr hier geht?
00:31:35: Das sehe ich ja Man kann Lego spielen.
00:31:37: Hast du mir gerade gezeigt wir haben eine Führung gemacht natürlich Lego Serious
00:31:42: Play.
00:31:43: Ernsthaft das Spielen mit Lego?
00:31:44: Da geht es um Innovation
00:31:46: etc.,
00:31:46: aber Klima, darüber müssen wir reden.
00:31:48: du bist Preisträger.
00:31:50: Was hast du mit was gewonnen ihr?
00:31:52: Muss man sich so ein bisschen vorstellen als wir das Base-Game hier gegründet haben da hatte der damalige Förderes war JP Morgan leider eine andere Bank als die Sparkasse, aber die gibt's ja auch.
00:32:03: Die haben das Ganze initiiert.
00:32:04: Letzten Endes war auch der Wunsch, dass wir jedes Basecamp mit einem Oberthema versehen.
00:32:09: und hab ich damals schon gesagt ... Moment!
00:32:10: Wir sind hier in der Energiehauptstadt Europas.
00:32:13: Dann lass uns doch genau über dieses Thema sprechen denn zur Wahrheit gehört auch unsere Zielgruppe ist alles aber nicht Fridays for Future.
00:32:21: Aber wir müssen an dieses Thema ran und haben dann gesehen okay zum einen aus einer Motivation heraus wir müssen die Umwelt schützen wir müssen hier die Energiewende voranbringen.
00:32:30: aber auch mein Gott Der Arbeitsmarkt in diesem Bereich ist so hammermäßig, da werden Leute gesucht und sich tausende von Menschen brauchen wir um eben diese Klimaziele zu erreichen.
00:32:41: Und daraus haben wir dann ein bisschen das System gemacht, wir haben es dann Klimawelden genannt.
00:32:45: ja dieses Projekt und das sensibilisiert junge Menschen einfach erstmal zu dem Thema erklärt worum geht's eigentlich?
00:32:51: Wir wollen eine Verhaltensveränderung anstoßen ohne erhobenen Zeigefinger also irgendwie jetzt einem Menschen zu sagen, du darfst kein billiges Fleisch mehr kaufen.
00:32:59: Der hat nicht so viel Geld um sich teures Fleisch zu kaufen.
00:33:01: und jetzt irgendwie in den Lebensalltag so einzugreifen führt nur zur Ablehnung.
00:33:05: das wollen wir natürlich nicht.
00:33:07: aber der Kern ist natürlich dass wir dann gesagt haben So und jetzt stellen wir dem mal berufe vor die so zukunftsträchtig sind Die kannst Du machen.
00:33:13: und dann hat es zwei Hintergründe.
00:33:15: zum einen sind sie total angefixt von der idee ihre Familie mit den zwei Kindern Und in der tollen Wohnung natürlich auch ein gutes Leben zu gewährleisten auf einem gesunden Planeten.
00:33:25: Gleichzeitig aber eben so viel Geld zu verdienen, dass sie sich ein gutes leben leisten können.
00:33:29: Er erklärt
00:33:30: erst mal über den Menschen beschleunigten Klimawandel und unseren Handlungspflicht ja auch im privaten und öffnet dann die berufliche Welt.
00:33:39: ganz genau
00:33:39: das ist sehr
00:33:39: klar.
00:33:40: Ganz genau!
00:33:40: Das ist von der Jury eben sehr wohlwollend gesehen worden.
00:33:44: Welche
00:33:44: Jury?
00:33:45: Das war der deutsche Nachhaltigkeitspreis und das waren natürlich schon Eine Ehre.
00:33:50: Also klar, weil ich total Überzeugung hatte mit meinen beiden Kollegen Lukas und Eva die das inhaltlich vor allen Dingen mit aufgesetzt haben irgendwie einen Mehrwert zu schaffen und so eine Wertschätzung, weil wir Dinge zusammengebracht haben, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick zusammenbringt.
00:34:06: Und dass in der Stadt der DAX-und MDAX Unternehmen genau das tut?
00:34:10: Ganz genau!
00:34:11: Herzlichen Glückwunsch!
00:34:12: Danke!
00:34:21: Man kann mit dir wunderbar über diese Stadt sprechen und wo wir gerade stehen.
00:34:25: Ich überlege grade, wie man euren Job unnötig machen könnte.
00:34:30: Es gibt so viele Wurf hier in Essen im Ruhrgebiet die man eigentlich unnödig machen muss.
00:34:34: Wo setzt man da an?
00:34:35: Im besten Sinne um nicht so viele Menschen so unglaublich viele junge Menschen an eine Perspektivlosigkeit zu verlieren.
00:34:43: Ich glaube wir brauchen die Bereitschaft oder alle Akteure die sich in diesem Feld bewegen brauchen die Die besten Instrumente einfach auszurollen.
00:34:51: Wir haben relativ viele Dinge, die getan werden.
00:34:53: in Schulen und auch danach müssen diese Dinge unbedingt und zwingend auf ihre Wirkung überprüfen.
00:34:59: ja es ist alles unfassbar teuer.
00:35:01: wir haben kein Geld also lass uns doch schauen dass wir dieses geld einfach besser einsetzen.
00:35:05: und ich möchte einen ein Beispiel nennen Teil unseres Programms wird so gefördert, dass es letztendlich für mich schädlich ist, dass ich jemanden schnell in Ausbildung bringe.
00:35:13: Weil der nicht mehr da ist und ich den nicht mehr abrechnen kann.
00:35:16: Das darf nicht sein!
00:35:17: Das ist doch völlig krank ja?
00:35:19: Und... Da müssen wir einfach ansetzen.
00:35:21: Es ist übrigens auch etwas das wir als Gesamtinitiative wirklich immer wieder proklamieren, dass sie sagen lasst uns hier zu einer Outcome basierten Finanzierung kommen.
00:35:30: gibt mir kein Geld dafür, aktiviere oder betreue, gibt mir Geld dafür, dass ich den in Ausbildung
00:35:36: bringe.
00:35:36: Wie jede Personalberatung auch?
00:35:38: Absolut!
00:35:38: Genau.
00:35:39: und das wäre... Also jeder Headhunter bekommt Geld dafür.
00:35:41: Dass er mir einen neuen Mitarbeiter besorgt.
00:35:44: Dann bekommst du die Kohle.
00:35:45: und genau so müsste man da einfach rangehen.
00:35:48: Wohlwissend, wohlwissen.
00:35:49: Das natürlich hier im System auch junge Menschen stecken, die tatsächlich erhöhten Förderbedarf haben.
00:35:55: Aber auch da ließe sich sicherlich das eine oder andere nochmal verändern.
00:35:57: Da nehme
00:35:58: ich das zurück.
00:35:59: Ich will euch gar nicht unnötig machen.
00:36:02: über uns.
00:36:03: Wir wollen uns abschaffen!
00:36:05: Ich möchte aber eigentlich euch noch viel breiter ausrollen, denn diese Orientierungslosigkeit gibt es ja wirklich mit jedem Schulabschluss in jeder Lebenslage fast.
00:36:14: Wenn wir unsere Erfahrungen gemacht haben über viele Jahre mit unseren klassischen Zielgruppen.
00:36:18: und dann gucken wir natürlich auch wen gibt's denn da noch?
00:36:21: Und auch da möchte ich vielleicht ein Programm nochmal hervorheben das wir im letzten Jahr an den Staat gebracht haben.
00:36:25: Wir nennen das Jump and Run wo wir mit Jugendlichen arbeiten die keinen Schulab Schluss haben.
00:36:30: Die Prämisse mit dem Förderer, das ist die Stiftung Mercator.
00:36:33: Dieses Programm über drei Jahre als Modellprojekt fördert war ganz einfach.
00:36:36: wenn ich einen jungen Menschen treffe der offensichtlich mit dem System Schule ein Problem hat dann prügel ich den nicht in die Schule sondern ich überzeuge ihn davon Ausbildung aufzunehmen und es funktioniert.
00:36:46: also du brauchst keinen Schulabschluss um eine Ausbildung zu nehmen brauchst ein Unternehmen dass da mitgeht ja versteht wir haben hier auch schon tatsächlich erste Erfolge und auch hier ist die Zahl gewachsen.
00:36:55: als sich den Antrag gestellt habe vor anderthalb Jahren waren wir bei ich glaube bundesweit, die die Schule ohne Schulabschluss verlassen haben.
00:37:03: Im letzten Jahr waren es zweiundsechzigtausend.
00:37:04: also die Zahl steigt ja und da hat ganz viel.
00:37:07: das hat ganz viele mit Corona zu tun mit Unterrichtsausfall und Perspektivlosigkeit Sprachkompetenz.
00:37:13: aber genau das ist der Punkt.
00:37:14: wenn wir da nicht rangehen ist es die nächste Gruppe die Struggle
00:37:18: Landeanflug mit Happy End.
00:37:20: Du bist ja wirklich merkst du bist hier mit Leidenschaft dabei.
00:37:22: was sind die magischen Momente deiner
00:37:25: Arbeit?
00:37:25: Relativ einfach und ich muss auch sagen wirklich eine sehr herausfordernde Arbeit.
00:37:30: Es ist anstrengend, weil wir natürlich viele Dinge denken also zum einen die Vermittlung der Jugendlichen immer wieder die Überzeugung der Unternehmen für Ausbildung und bestimmte Berufe.
00:37:40: Aber insbesondere auch die Finanzierung des Ganzen, dass wir immer wieder schauen müssen wie können wir das Ganze finanzieren?
00:37:46: Weil ein Großteil dessen was wir tun eben wirklich über privat finanziert wird.
00:37:50: Und da gibt es so ein paar Highlights.
00:37:51: An jedem Standort haben wir ne Glocke hängen.
00:37:54: Das ist unsere Alumni-Glocke.
00:37:56: Jedes Mal wenn wenn ein junger Mensch einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat, kommt er in unser Büro.
00:38:03: Klingelt die Glocke und alle Personen aus allen Räumen strömen dahin, applaudieren ... Und dann darf der junge Mensch einfach mal sagen wo die Reise hingeht wie ihr das gemacht habt.
00:38:12: auch ich zweifel manchmal ja?
00:38:14: Wenn ich das höre, wenn ich die Glocke höre Dann bringt mir dass sie volle Überzeugung wieder.
00:38:19: Ja das ist toll
00:38:20: Gänsehaut.
00:38:21: Am
00:38:33: Ende gibt's immer die große Zuhause-Inessenplakatwand.
00:38:37: Hier hab ich das, guck mal kannst du natürlich ahnen weil du bist jetzt Folge seventy-einen.
00:38:41: Man konnte es ahnen die habe ich auch vorher nochmal geschrieben.
00:38:43: große Fläche direkt hier am Headquarter gar nicht weit weg.
00:38:46: Sparkasse essen in der Innenstadt da gehen ja auch Jugendliche vorbei Da auch künftige Mentoren gehen da vorbei etc.
00:38:51: Unternehmerinnen und Unternehmer Was ist deine Botschaft an uns?
00:38:54: Du hast Zeit dir was zu überlegen.
00:38:56: wir sind sehr gespannt vielleicht das beste Plakat unserer gesamten Serie.
00:38:59: Ich würde vielleicht auch leicht abstrailliert einfach einen Menschen auf ein großes Plakat malen.
00:39:05: Der Begriff, der mir die ganze Zeit im Kopf rumschwiert ist Schulterschluss.
00:39:10: Wir haben in dieser tollen Stadt viele Möglichkeiten und Herausforderungen.
00:39:15: Und ich sehe ... Ich glaub, Mafalani hat's damals gesagt, das ist der klassische Soziallequator A-Fierzig?
00:39:20: Ja!
00:39:21: Wir müssen den Schulterschluß hinbekommen zwischen dem Süden und Norden.
00:39:24: Das hört sich so blöd an letzten Endes.
00:39:27: Deswegen mein ich den Körper.
00:39:29: Wir ham gemeinsam einen Herz.
00:39:31: Und wir ham gemeinsam ein Kopf.
00:39:33: Das zusammenzubringen, dass man Hand in Hand arbeitet.
00:39:36: Dass die Menschen füreinander da sind ganz viel hängt auch am Ehrenamt und da bin ich ein Riesen-Fan von.
00:39:41: Ja, ich mein das alleine in Essen.
00:39:43: Hundert-achtzigtausend Menschen sich ehrenamtlich engagieren ist ein Wahnsinn!
00:39:47: Also ein Drittel, dass wir eine Ehrenamtsagentur brauchen, die mit mehreren Mitarbeitern das organisieren muss und das wahnsinnig toll macht finde ich unfassbar Und das zeige ich ganz einfach wie dieses Potenzial in der Stadt es aber Ich glaube tatsächlich diesen Schulterschluss müssen wir herstellen, um einfach zu merken, das ist unsere Stadt.
00:40:04: Das ist unser gemeinsames Herz und für mich vielleicht so ein bisschen das Bild dieses Miteinanderprägen.
00:40:11: Jeder der von sich meint dass er nix kann, kann vielleicht auch mal die Einkaufstasche tragen und schon kann er etwas wiedergeben, sich einbringen ja?
00:40:18: Und ich glaube es ist im allerkleinsten Maße vielleicht etwas wo wir sagen können jeder kann dazu beitragen.
00:40:24: Raphael Karrasch, Dankeschön für deine Zeit!
00:40:27: Gerne, danke!
00:40:28: Denn man ist drehundsechzehn- sechzig Tage im Jahr Chef der Joblinge.
00:40:30: Einen Abend im Jahr kurz vor Weihnachten meinen Weihnachtsbaumverkäufer, wollte ich noch sagen.
00:40:35: Warte dir das wieder dieses Jahr?
00:40:36: Ich bin ja gar nicht der Verkäufe.
00:40:38: Das ist der Roundtable und die Kollegen vom Roundtable sind seit vielen Jahren auch unterstützen.
00:40:42: Ich bin derjenige, der sich dann den Spaß macht mit einem Weihnachtsanzug dort hingeht... ...und den Kollegen, den Jungs etwas Erwärmenes vorbeibringen.
00:40:50: Aber natürlich kaufe ich einen Tannebaum!
00:40:53: Und
00:40:53: das ist natürlich eine schöne Sache für den guten Zweck.
00:40:55: Nicht nur für Joblinge sondern auch für viele Projekte wo Kinder gefördert werden.
00:40:59: Schöne Sache
00:41:00: Dankeschön, also dann sage ich, hohoho, fröhlichen Sommer.
00:41:03: Danke schön!
00:41:06: Ich habe auch nochmal nach der Zusammensetzung gefragt, also
00:41:09: ob sich so klassische Klischees
00:41:11: bestätigen... ...ich bin mir da gar nicht so sicher.
00:41:13: wenn man überlegt dass mehr als die Hälfte der Jugend in unserer Stadt Einwanderungsgeschichte hat, dann ist die Zahl bei den Joblingen nicht groß anders.
00:41:23: Raphael sprach von sixty-fünf Prozent etwa teilnehmende Menschen mit Einwanderungsgeschichte – Migrationshintergrund sagte man im Programm.
00:41:31: Auffälliger schon es sind sehr häufig Jungs!
00:41:34: Ja, was für ein spannender Einblick wieder.
00:41:36: Wie toll diese Menschen kennenzulernen mit ihnen gemeinsam die so viel Leidenschaft haben sich darum kümmern dass es in Essen immer immer besser wird.
00:41:43: auch eine große Freude für mich zu hören das die Sparkasse essen
00:41:46: hinter diesen großen Geschichten
00:41:48: steckt und oft auch hinter so kleinen
00:41:49: Erfolgsgeschichten.
00:41:51: Lieber Emyr alles Liebe!
00:41:53: Und doch Ihnen einen wunderbaren Sommer.
00:41:55: genießen Sie diese Zeit bei einem kühlen Getränk hier in unserer schönen
00:41:59: Stadt.
00:41:59: Das war Zuhause in Essen.
00:42:02: Einen Podcast der Sparkasse essen.
00:42:05: Die neue Folge, jeden zweiten Dienstag im Monat!
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