Folge 65 - Streetworker Nik Reichelt und Konfliktmanager Masim Nouhi

Shownotes

Wir sehen Straßen im Essener Norden. Aber wir verstehen sie nicht. Diese Folge ist ein Schlüssel – zu einer Ecke dieser Stadt, die viele kennen, aber kaum jemand wirklich kennt.

Nikolas Reichelt, Streetworker der Caritas-SkF-Essen gGmbH, und Masim Nouhi, Quartiershausmeister und Brückenbauer, nehmen uns mit in die nördliche Innenstadt und ins Nordviertel.

Dorthin, wo: • Vertrauen wichtiger ist als Vorschriften • Eltern oft mehr bewirken als Polizei • Streetwork keinen Feierabend kennt

Es geht um Duldung und Zugehörigkeit. Um Respekt, Familie und Verantwortung. Um den Rattenparkplatz, Rap als Ventil – und kleine Erfolge, die Leben verändern. ⸻

Zu Gast • Nikolas Reichelt – Streetworker, Kriminalprävention (CSE) • Masim Nouhi – Quartiershausmeister, kommunaler Konfliktmanager

Danke

Ein großer Dank an Radio Essen – und an Chefredakteur Christian Pflug (selbst schon Gast bei Zuhause in Essen) für die spontane Unterstützung bei der Produktion.

🎧 Wenn Euch diese Folge etwas geöffnet hat: Leitet sie weiter. Genau dafür ist sie gemacht.

Zuhause in Essen Ein Podcast der Sparkasse Essen Neue Folgen: jeden zweiten Dienstag im Monat


Links & Hintergründe • Caritas-SkF-Essen (CSE) https://www.cse.ruhr

•   Streetwork & Kriminalprävention Essen

https://www.cse.ruhr/angebote/kinder-jugendliche/streetwork

•   Atelierhaus Schützenbahn e. V. (Musik, Rap, Jugendkultur)

https://atelierhaus-schuetzenbahn.de

•   Deichmann-Stiftung (Projektförderung)

https://www.deichmann-stiftung.de

•   Raum 58 Essen – Notschlafstelle für Jugendliche

https://www.essen.de/raum58

Transkript anzeigen

00:00:02: Wir arbeiten auch nach unserer Arbeitszeit.

00:00:05: Also wenn die mich um elf Uhr anrufen, gehe ich auch dran.

00:00:08: Und dann setze ich mich in mein Auto und fahre hin.

00:00:10: Ich möchte gerne dieses Vertrauen weiter beibehalten mit den Kindern und sowohl auch bei Nick.

00:00:14: Also wir haben nie Feierabend.

00:00:18: Ich glaube, es sind so kleine Sachen.

00:00:20: Das ist zum Beispiel den Jugendlichen in dem Restaurant zu besuchen, wo er gerade arbeitet.

00:00:25: Oder zu sehen, wie ein Jugendlicher ganz stolz mit seinem Schulaufschluss nach Hause kommt.

00:00:30: Und das sind die Momente, wo man merkt, okay, Es bringt was, weil es fühlt sich nicht immer so an.

00:00:36: Zu Hause in Essen.

00:00:38: Ein Podcast der Sparkasse Essen.

00:00:41: Mit Tobias Häusler.

00:00:44: Herzlich willkommen und ein gesundes, glückliches Jahr.

00:00:47: Gerade Ihnen ganz persönlich und sehr gern auch ein gemeinsames Podcast-Jahr.

00:00:52: Wir sind da an jedem zweiten Dienstag im Monat mit den Menschen die Essen gestalten.

00:00:56: Heute und morgen in Politik, Gesellschaft, Sport, Kultur oder alles gleichzeitig wie unsere Gäste zum Jahresbeginn.

00:01:05: Ein Neujahrsspaziergang ist für einige Tradition, dabei zieht es uns dann auf den Baldenei Steig oder wir schauen uns die Schönheit des Weltärbes Zollverein an.

00:01:16: Das sind Ecken der Stadt, die wir uns angucken und verstehen.

00:01:19: Auch durch die nördliche Innenstadt von Essen könnten wir spazieren, aber verstehen werden wir sie nicht.

00:01:26: Wir können uns die Straßen anschauen, die Häuser von außen.

00:01:29: Aber wir können schlicht nicht verstehen, wie genau die Menschen dort leben.

00:01:33: Was sie denken, womit beschäftigen sich die Jugendlichen, die da an der Ecke zusammenstehen.

00:01:38: Beobachten wir da am Parkplatz einen Konflikt zwischen jungen Menschen.

00:01:42: Worum geht's da?

00:01:43: Wo ist die Polizei?

00:01:45: Und die Kinder da drüben haben die keine Schule.

00:01:48: Es gibt Ecken und Straßen in unserer Stadt, für die wir einen Schlüssel brauchen.

00:01:52: Und diese Folge soll ein erster Schlüssel sein.

00:01:55: Unser Schlüssel hat einen Namen, er heißt Nikolas Reichelt.

00:01:59: Streetworker der CSE und er nimmt uns mit rein.

00:02:03: Und er selbst braucht einen Schlüssel, weil er immer noch lernt, was in den Straßen und in den Köpfen passiert.

00:02:09: Und sein Schlüssel ist Masim Nui, den er gleich mitgebracht hat.

00:02:13: Hattet ihr schon Kontakt zu euren Schützlingen oder schläft das kristliche Weihnachten auf uns Silvesterfest ein?

00:02:20: Ich war bei meiner Familie in Norddeutschland, hab Weihnachten gefeiert, war ganz normal in der Kirche.

00:02:24: Hab viel gefuttert, das weißt, ich warte tatsächlich Urlaub.

00:02:27: Man sieht, was das ...

00:02:28: Kontakt ... Ich hatte weiterhin Kontakt mit meinen Schützlingen.

00:02:31: Es sind immer noch Kinder, woum bleiben Kinder und was halb so Kinder so treiben.

00:02:37: Auch an Unsinn

00:02:37: sind, genau.

00:02:39: Also eher muslimischer Glaube, das heißt, die haben nicht mitgefeiert.

00:02:41: Es ist, ehrlich gesagt, gemischt.

00:02:44: Die Jugend an sich verabreden sich.

00:02:46: Der eine möchte nicht zu seinen Eltern da feiern.

00:02:48: Und möchte lieber mit seinem Freund abhängen.

00:02:50: Deswegen kam es dann dazu, dass wir alle dann gemeinsam ... Okay.

00:02:55: Ich habe euch angekündigt als Schlüssel zu einer Ecke, in die wir kaum Einblicke haben.

00:03:00: Was glaubst du, Nick?

00:03:01: Wie wichtig ist es für uns alle in der Stadt, sich mal mit dem Ding zu beschäftigen?

00:03:06: Also mal mit der Thematik zu beschäftigen, die für euch ein Alltag ist.

00:03:09: Ich glaube, das hat einen Mehrwert für die meisten Leute hat.

00:03:12: Auch mal durch die nördliche City zu laufen und das mit einer anderen Brille.

00:03:18: sich anzugucken, weil es in eigentlich Stadtteile, die haben total viel zu bieten.

00:03:21: Die Menschen, die da leben, haben total viel zu bieten, die verschiedene Kulturen.

00:03:26: Es ist einfach deutlich besser in der nördlichen City und im Nordviertel, als man denkt.

00:03:31: Als man in den Schlagzeilen so liest?

00:03:33: Ja, genau.

00:03:34: Aber man muss dazu doch sagen, das ist ja auch wirklich ein Teil unserer Arbeit, dass wir auch irgendwie positive Akzente da setzen wollen.

00:03:43: Das heißt, dass wir auch die Jugendlichen aktivieren, bei Stadtteilfesten mitzuhelfen und dass wir irgendwie mit allen Leuten, die da irgendwie was Positives bewegen wollen, in den Vierteln, dass wir da halt anpacken und irgendwie gucken, dass wir den Stadtteil zeigen, wie er halt ist und eigentlich auch oft ganz schön.

00:04:03: Da bist du ein ganz wichtiger Teil von dieser Idee, von dieser Mission.

00:04:06: Du bist Street Worker, der katholischen CSE, also Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen haben gemeinsam dieses Unternehmen, diese Gesellschaft ist ein bisschen strukturig, aber am Ende kommt ein Riesenplayer in diesem Bereich sozialer Arbeit raus, in der Stadt glaube ich sogar der größte.

00:04:22: Du kümmerst dich um Kriminalprävention.

00:04:25: In welchem Bereich genau der

00:04:26: Stadt?

00:04:27: In der nördlichen City und im Nordviertel.

00:04:30: Also Pima Daum vom Kopschabplatz, Vierhofer Straße bis hoch zum Nordpark.

00:04:34: Das ist so das Gebiet, wo wir unterwegs sind und wo wir gucken, dass wir bekannt sind bei den Jugendlichen und gut vernetzt und sichtbar und aktiv.

00:04:43: Du bist!

00:04:44: Auch dabei, Massim, eine ganz, ganz wichtige Person hier, hast selbst libanesische Wurzeln.

00:04:50: Erzähl mal ein bisschen was zu dir.

00:04:51: Ich sehe schon mal, auf dem Pullover steht Quartierhausmeister.

00:04:54: Was bedeutet das?

00:04:55: Quartierhausmeister ist der Job, den ich bei der CCE mache, vormittags.

00:04:59: Und nachmittags mache ich ja quasi die Kriminalprämission mit der NIC zusammen.

00:05:04: Die wird über die Deichmann-Stiftung finanziert.

00:05:06: Quartierhausmeister bedeutet einfach, den Kontakt zu den Menschen aufrechtzuhalten, in dem Viertel rumzulaufen, umzugucken, wo Probleme gibt, wo Sprachbarrieren es gibt, wo man ansetzen kann.

00:05:18: Quasi bin ich so an der Front und direkt mit den Menschen im Kontakt.

00:05:23: Du hast ja auch eine riesige Chance, weil du vieles von dem total nachvollziehen kannst, auch erlebt hast, was die Jugendlichen dort erleben.

00:05:30: Erzähl mal, seit wann bist du hier?

00:05:32: Du bist schon als Kind nach Essen gekommen?

00:05:34: Ich bin tatsächlich als Kind mit meinen Eltern hier eingereist.

00:05:38: Ich bin mittlerweile wie in vierzig Jahre hier im Land.

00:05:40: Ich habe eine tolle Kindheit gehabt, bis ich erwachsen wurde und das verstanden habe, woran es hier beharrt, eine Ausbildung zu begehen.

00:05:49: Es ist eine Duldungsstatus, den ich jetzt dreißig Jahre lang mithatte.

00:05:53: Dreißig Jahre geduldet.

00:05:55: Was macht

00:05:56: das mit einem über dieses Wort?

00:05:58: Ich bin geduldet.

00:05:58: Das ist ja nicht das Gefühl von herzlich willkommen.

00:06:01: Nee, eben nicht.

00:06:03: Die Duldung bedeutet einfach Ausgrenzen.

00:06:07: Du gehörst nicht dazu, keine Gehörigkeit.

00:06:09: Duldung bedeutet einfach, du musst selbst zugucken, wie du klarkommst.

00:06:13: Du darfst hier sein, du hast Flichten, aber keine Rechte.

00:06:17: Das ist eine Duldung.

00:06:19: Das geht über Jahrzehnte zum Teil.

00:06:21: Über Generationen.

00:06:23: jahrzehnte um generation hinaus.

00:06:24: wir sind ja schon quasi hier.

00:06:27: allein schon mit meinen geschwistern sind wir schon in der dritte generation hier.

00:06:30: dann frage ich dich jetzt mal ganz offen warum arbeitest du dann auf dieser seite und bist nicht vielleicht dem schnellen geld gefolgt ja also den strukturen die vielleicht zu beginnen auch leichter zugänglich gewesen wären?

00:06:42: Ja, ich habe immer wirklich versucht den geraden Weg einzustagen.

00:06:46: Ich habe es immer versucht mit der Arbeit, aber ich wurde immer verneint durch den Status der Dullum.

00:06:52: Erst hieß es in den Neunzeigen, man darf ja gar nicht damit arbeiten.

00:06:56: Später hieß es, du darfst kein Führerschein machen, du darfst kein Konto eröffnen.

00:07:00: Und jeder Arbeitgeber hat es, war abgeschreckt.

00:07:03: Ich habe es irgendwann mal verstanden, seine Abschreckung, weil es ging ja um das System, was dahinter ist.

00:07:08: Gab

00:07:08: es in der Schule für nicht?

00:07:10: Nö, wir hatten keine Schulflüchte.

00:07:11: Ach, mein Eltern haben mich immer dahin gezogen und ich war gerne in der Schule.

00:07:15: Ich habe sehr viel mitgenommen von der Schule, habe sehr viel gelernt da.

00:07:19: Sehr viel auch von meinen Nachbarn.

00:07:20: Wir haben tolle Nachbarn gehabt.

00:07:23: Ich bin in so eine deutsche Ecke aufgewachsen und das hat das Besondere mitgebracht, weil ich auch die Gebräuche und die Kulturen der Deutschen auferstanden

00:07:31: habe.

00:07:33: Das bricht so aus mir raus, aber das ist Integration.

00:07:35: eben nicht zu vereinzeln.

00:07:39: Also, du bist, das kann ich sagen, Nick, eine unfassbar wichtige Stütze.

00:07:43: Er hat sofort gesagt, das mache ich hier im Podcast nicht allein.

00:07:46: Warum?

00:07:47: Wo hilft er dir?

00:07:48: Sag mir so, ne?

00:07:50: Ich glaube, ohne den Massen bräuchte ich jetzt hier nicht im Viertel nicht arbeiten.

00:07:55: Das kann ich so ganz offen sagen, weil so mir dann einfach die Zugänge fehlen.

00:08:00: Der Massen, der ist Hier aus dem Viertel, der kennt die Leute, die Familien, da ist der Zugang halt dann auch einfach noch mal viel leichter.

00:08:10: Wenn ich, ne, ich bin am Ende in der Kartoffel aus dem kleinen Kaffer aus Süddeutschland.

00:08:16: Vom Bodensee?

00:08:17: Ja, vom Bodensee, genau.

00:08:19: Bin jetzt halt hier irgendwie im Nordviertel in Essen gelandet und soll mit den Jugendlichen da auf der Straße arbeiten.

00:08:25: Und das funktioniert so.

00:08:28: Es gibt viele Unterschiede zwischen mir und den Jugendlichen, aber auch viele Gemeinsamkeiten.

00:08:34: Und der Masin ist so ein bisschen das Bindeglied, dass es überhaupt funktionieren kann, dass ich auch mal wirklich den ersten Kontakt bekomme zu den Familien, zu den Eltern.

00:08:46: Sonst wäre das total schwer, weil ich hab Vorurteile, andere Leute haben Vorurteile und das hilft einfach wahnsinnig, da üben wir aufeinander zuzudehmen.

00:08:55: Deswegen zusammen im Team funktioniert das echt geil.

00:09:00: Also allein der Punkt, wie Konflikte entstehen und gelöst werden, das hätte ja lange gebraucht, bis du das, das war das Zitat, bis du das in den Kopf bekommen hast.

00:09:08: Hast du mittlerweile ja dann doch nach drei, vier Jahren, die du jetzt schon machst, diese Ecke hier vollständig verstanden?

00:09:15: Nein, ich glaube, da werde ich auch niemals auslernen, weil wir haben hundertdreißig Nationen im Nordviertel.

00:09:24: Gibt's

00:09:24: aber auch so viele Länder?

00:09:25: Ja, gibt's hundert und neun neunzig, glaube ich.

00:09:27: Bitte nicht nachgucken.

00:09:29: Ja,

00:09:29: vier Zähne mal durch.

00:09:31: Das ist einfach wahnsinnig spannend.

00:09:33: Da immer wieder was dazu und auch von den Jugendlichen und wir lernen auch, ja, man lernt nicht aus, sagen wir so.

00:09:39: Ich bin sehr dankbar, dass ihr da seid.

00:09:41: Ich freue mich jetzt mal über unseren akustischen Spaziergang durch die Essener Nordstadt.

00:09:54: Winterjacke an, los geht's.

00:09:56: Wie geht's und tag bei euch los?

00:09:57: Ah, das ist sehr unterschiedlich, ne?

00:10:00: Ich gehe davon aus, dass sich so die interessanten Sachen interessieren, nicht die langweiligen Arbeitskreise, in denen wir manchmal auch sitzen, mit Ordnungsabend und Polizei.

00:10:08: Die Wahrheit interessiert mich am meisten, aber die Arbeitskreise könnt ihr gerne weglassen.

00:10:13: Okay, alles klar.

00:10:14: Ja, nee, aber Vormittags, im Vormittagsbereich sind eben mehr Arbeitskreise.

00:10:19: Die Jugendlichen in besten Falle gehen die zur Schule.

00:10:22: Dann heißt, mit dem müssen wir Vormittags nix machen.

00:10:24: Aber Arbeitskreis, jetzt interessiert es mich plötzlich doch.

00:10:26: Ihr sitzt mit Ordnungsamt, mit Polizei zusammen, vielleicht auch mit den Schulen selbst?

00:10:30: Mit dem Jugendamt,

00:10:31: mit der Schulsozialarbeit.

00:10:33: Es ist in der Sozialarbeit nicht mal eine Sozialraumorientierung.

00:10:36: Es ist wichtig, dass man sich vernetzt.

00:10:38: Und dass, wenn Probleme aufkommen, im Stadtteil, dass darauf reagiert werden kann.

00:10:42: Okay.

00:10:43: Das heißt ... Ja.

00:10:45: Das ist der Vormittag und dann beginnt die Arbeit am Menschen am Nachmittag?

00:10:48: Genau.

00:10:49: Und dann haben wir verschiedene Angebote in der nördlichen City oder auch im Nordviertel.

00:10:56: Wir haben eine Kochgruppe.

00:10:57: Wir haben einen Musikstudio, wo Jugendliche rappen können.

00:11:01: Eine Fußballgruppe.

00:11:03: Die sind auch tatsächlich ganz unterschiedlichen Teilen in der Stadt und man läuft halt rum.

00:11:08: Und durch diese ganzen Gruppen kennen wir natürlich viele Jugendliche aus dem Viertel.

00:11:12: Da läuft man sich über den Weg.

00:11:14: und fragt, was ist los?

00:11:15: Wie läuft es bei dir?

00:11:16: Wie läuft es in der Schule?

00:11:18: In der Regel, weil man sich halt schon kennt, erzählen die Jugendlichen auch mal, wo der Schuh drückt.

00:11:22: Und dann sind wir halt zur Stelle und unterstützen, wo wir können.

00:11:26: Das muss man natürlich erst mal dieses Level erst mal erreichen, auch das Vertrauen.

00:11:30: Ich könnte mir vorstellen, wenn du da erst mal, du sagst, selbst vom Bodensee ankommst, als Kartoffel, Bio-Deutscher Streetworker, ist da erst mal alles peinlich, was man sagt.

00:11:39: Also hast du schon ein neues Level erreicht.

00:11:41: Ja, aber auch, ne, ich sag mal, der cringe ist auch ne, ne, eine Methode, mit der man arbeiten kann.

00:11:47: Ja,

00:11:48: indem man ganz bewusst einfach mal ausspricht.

00:11:50: Ich weiß, es ist jetzt uncool, aber ich frag mal nach der Schule.

00:11:52: Ja, genau, es ist wie so ein Dare-Joke am Ende.

00:11:56: Jeder weiß, das ist nicht richtig lustig, aber irgendwie ist das schon ein bisschen lustig.

00:12:01: Was muss denn Nikolas ganz schnell lernen von dir?

00:12:04: Und wo bist du vielleicht auch stolz auf ihn, dass er es so schnell gelernt hat?

00:12:07: Also, ganz ehrlich, der war schon vom ersten Tag.

00:12:11: Das wichtigste Kriterium, was er hat, keine Vorurteile.

00:12:14: Ah, der ist offen, wird der Sache angegangen.

00:12:17: Vom ersten Tag, der ist in ein Lernprozess gekommen, er will das lernen, er möchte diese Community auch verstehen.

00:12:24: Er ist auch interessiert an die Kulturen und deswegen kann es auch nur funktionieren und nicht über Menschen zu urteilen, bevor man mit ihm gesprochen hat.

00:12:31: Also er hat das wirklich pö ab pö immer wieder versucht und hat das mittlerweile verstanden.

00:12:36: Meine Aufgabe ist es wirklich, ihn zu unterstützen.

00:12:38: Ich bin der Brückenbauer.

00:12:40: Ich baue die Brücken zu den Familien auf, wir gehen dahin, wenn zum Beispiel ein Kind jetzt missgebaut hat, da gehen wir nicht hin und rufen da an die Polizei und versuchen mit Ordnungsamt einzufliegen.

00:12:52: Wir versuchen vorab erst mal mit den Eltern zu sprechen, dann gehe ich mit ihnen dahin und der Kontakt entsteht einfach so ohne Probleme.

00:12:59: Wir werden da eingeladen zum Tee, zum Kaffee, zum Gespräch und so.

00:13:04: Ich sehe das Gemüt dann auch wirklich weiss ab.

00:13:07: Die Kinder vormittags dieser Schulpflicht, die gibt es mittlerweile für sie auch?

00:13:12: Die Schulpflicht ist mittlerweile, ja, die Politik hat sich ja viel verändert.

00:13:15: Also die Integrationspolitik, meine ich, hat sich ja sehr viel erweitert und auch sehr gut erweitert.

00:13:20: Okay.

00:13:21: Dadurch konnte ich ja auch selber profitieren, durch die Dünnung rauszukommen, weil die Politik sich ja auch verändert hat.

00:13:26: Klappt das mit der Schulbildung?

00:13:28: Schulbildung hin und her.

00:13:29: Irgendwann mal... Darf ich das sein?

00:13:32: Du

00:13:32: kannst alles sagen, was du willst.

00:13:34: Irgendwann

00:13:34: mal haben wir hier den Bildungsmantel ausgezogen.

00:13:37: Was heißt das?

00:13:38: Das heißt, die Regierung hat den Bildungsmantel einfach abgehängt und in der Bildung keine Infizition mehr gesetzt.

00:13:45: Also wenn du dir heute die Schule anguckst, ich gehe die Schulen besuchen, die Kinder hängen auf dem Schulhof rum, jeder hat sein Handy, Social Media.

00:13:53: Verballert diese Kinder einfach weg und da ist kein Lehrprozess mehr, der Respekt fehlt.

00:13:58: Also ein Teil der Respekt kriegst du von deinen Eltern, den zweiten Teil kriegst du eigentlich in der Schule.

00:14:03: Aber wenn du dir das heute anschaust in den Schulen, ist das Social Media-Plattform so beeinflusst auf diese Kinder, dass sie das auch in den Schul übertragen.

00:14:12: Ja,

00:14:12: klar, natürlich.

00:14:14: Das erleben wir in allen Schichten.

00:14:15: natürlich, dass Social Media diesen Einfluss hat.

00:14:17: Über welche Schulform sprechen wir eigentlich?

00:14:20: Die Jugendlichen, die wir betreuen, die sind auf unterschiedlichen Schulformen.

00:14:24: Gesamtschule, Hauptschule, Förderschulen.

00:14:27: Und am Ende ist das natürlich auch ein Riesenteil unserer Arbeit, weil die Jugendlichen fallen durch Schulsystem und wir versuchen die dann da irgendwie wieder reinzubringen.

00:14:37: Sei es durch eine Maßnahme, brutal viele, melden wir immer an, auch für Abendrealschule, weil das so das letzte Auffangbecken ist.

00:14:45: Berufsschulplätze sind in der Regel also diese ... Berufsschulplätze, wo du noch einen Hauptschulabschluss an der Berufsschule machen kannst.

00:14:53: Da gibt es immer sehr wenige.

00:14:55: Und der Übergang funktioniert da nicht immer perfekt.

00:14:58: Aber dafür sind wir am Ende ja auch da, dass wir die Jugendlichen, die da motiviert sind, auch wieder ins Schulsystem anbinden.

00:15:04: Ich merke jetzt auch diese Altersrange, die ihr habt.

00:15:06: Wie alt ist so der Jüngste, den ihr betreut?

00:15:08: Das sind ja meist Jungs, ne?

00:15:10: Ja, ich sag mal zwölf bis... Zwanzig.

00:15:12: Zwölf

00:15:13: bis zwanzig.

00:15:14: Ich

00:15:15: versuche mal mit einer etwas schwierigen Frage.

00:15:17: Wie ist das überhaupt

00:15:18: entstanden,

00:15:19: dass das Aufwachsen dieser Jugendlichen dort so schwer ist?

00:15:24: Dass es überhaupt Streetworker wie euch benötigt, also Menschen, die reingehen und mal schauen, wie sich das Leben dort entwickelt.

00:15:30: Also es lohnt sich da auf jeden Fall immer mal, in die Sozialdaten zu gucken, auch von den Stadtteilen.

00:15:38: Wir haben einfach... so sehr viel Armut, wie sehr viele Kinder und Jugendliche sind abhängig von Sozialleistungen.

00:15:47: Ich glaube, im Eltingviertel ist das über die Hälfte.

00:15:51: Und viele Menschen auf engem Raum, und da bekommt vielleicht einfach nicht immer jeder Jugendliche die Aufmerksamkeit, die er für seine Entwicklung bräuchte.

00:16:01: Und da springen wir dann ein.

00:16:12: Du hast ja schon gesagt, es war für dich eine riesige Hilfe, in so einem deutschen, auch deutschen Kontext groß zu werden und eben nicht wie in so kleinen, wie nenn ich es mal, so kulturellen Schneekugeln aufzuwachsen, wie das in der Essener-Nordstadt zum Teil der Fall ist.

00:16:26: Ja, richtig, also diese Abschottung halt.

00:16:28: Also ich hatte wirklich das Glück gehabt, in der Jugend auch im deutschen Viertel aufzuwachsen zu können.

00:16:34: Und mit den deutschen Kindern einfach die Kultur und wie gesagt die Bräuche kennenzulernen.

00:16:39: Wir haben auf Weihnachten mit gefeiert, dann wusste ich genau, was es bedeutet.

00:16:43: Die Bedeutung wusste ich ja nicht vorher, aber das hat man mineral immer erklärt.

00:16:47: Und so fing auch die Probleme gegenüber die anderen mit Menschen von mir, meine Ethne, um zu sagen, ja, du bist ja einfach Deutsch.

00:16:55: Das kennen wir ja alles

00:16:56: nicht.

00:16:58: Das war immer so lustig

00:16:59: für mich.

00:16:59: Bist du jetzt uncool geworden für die?

00:17:01: Nein.

00:17:02: Nee, das Problem war, weil du ja immer das so wirklich machst.

00:17:05: Du gehst zur Schule, machst deine Hausaufgaben, liest, liest auch die Zeitung und dann hast du auch die Tagesthemen.

00:17:10: Und dann gehst du herum in der Runde und treffst dich mit deinen Freunden und redest über die Tagesthemen.

00:17:14: Wie?

00:17:14: Woher weißt du so was?

00:17:16: So halb.

00:17:16: Ja, schön.

00:17:17: So Sachen, wo die nie die Möglichkeit hatten.

00:17:19: Ja, aber

00:17:20: es ist ja vielleicht trotzdem motiviert, es eben auch dir gleich zu tun.

00:17:23: Und das ist ja eine Ausstellung, die du jetzt auch hast zu nutzen kannst.

00:17:25: Ja.

00:17:26: Welchen Respekt erfährst du mittlerweile?

00:17:28: Also welche Autorität konntet ihr euch so als Team auch erarbeiten?

00:17:31: Nehmen Sie euch ernst?

00:17:32: Nehmen euch auch die Eltern ernst?

00:17:34: Die Eltern nehmen uns schon ernst, weil wir wollen ja wirklich nur helfen.

00:17:38: Für mich ist es immer wichtig, der erste Moment und der erste Auftritt gegenüber den Eltern.

00:17:43: Ja spannend.

00:17:43: Das ist wirklich, das ist die Feindfügigkeit halt.

00:17:46: Und wenn man das wirklich Versucht so zu kommunizieren, wir wollen euch nichts Böses, wir wollen euch nur unter den Armen greifen oder euch den Weg erklären.

00:17:53: Wir wollen den Kindern damit bestärken in das, was die machen.

00:17:56: Also wie der Nik gerade auch sagte, wir haben ja gewisse Projekte, wir machen ja auch diesen Ratten-Dollar, dann werden einfach mal... bei uns um die Ecke, die Straßen in dem Viertel sauber gemacht.

00:18:07: und dann kommt der Jugendliche, der will ja cool sein gegen seine Freunde.

00:18:10: und dann sage ich auch, hey, Onkel, das ist auch männlich, wenn du den Müll auf willst.

00:18:13: Dann fängt er an zu lachen und sagt, ja, da hast du auch rest.

00:18:16: So, dann fangen die auch mit da an zu machen.

00:18:18: Und kriegt er auch ein bisschen Geld für, ne?

00:18:20: Das ist so ein Taschengeldprojekt?

00:18:21: Genau.

00:18:21: Wir sprechen sehr häufig über eine bestimmte Region, die sie, was für ein Wort, den Rattenparkplatz genannt haben.

00:18:28: Was ist der Rattenparkplatz?

00:18:29: Was ist da entstanden?

00:18:30: erst

00:18:30: mal?

00:18:31: Also das ist eigentlich einfach nur ein Parkplatz am Rande der Innenstadt, an der kleinen Stockberger Straße, das ist so eine Unterführung.

00:18:41: Viele kennen den, weil man da umsonst parken kann.

00:18:44: Ist aber nicht der schönste Ort, der ist oft sehr vermüllt und wir haben da viele Probleme in der Vergangenheit gehabt, also viel Drogenhandel.

00:18:56: Und auch irgendwie, aber mitten im Wohngebiet.

00:19:00: Und auch Jugendliche, die mit dem Drogenhandel aufwachsen und lernen, okay, so verdient man irgendwie schon mal sein Geld.

00:19:07: Wo wir halt gesagt haben, okay, da müssen wir gegenwirken.

00:19:10: Machen der Kinder auch schon mit?

00:19:11: Als Vermittler, oder?

00:19:13: Also, in der Vergangenheit war das schon so.

00:19:16: Jetzt nicht so direkt.

00:19:18: Man kann sich so vorstellen, du hast jetzt irgendwie zum Beispiel einen Zehnjährigen.

00:19:22: Und der merkt, okay, da ist der Drogendealer.

00:19:26: Ähm, und da ist ein Kunde und dann zeig ich dem, hey, geh doch zu dem, ne?

00:19:30: Und der Drogendieler denkt sich so, ach, netter Junge, komm, gib ich dir mal einen Fünfer.

00:19:35: Das ist so eine Sache, da haben wir, ne?

00:19:38: Und vor allem der Masse, ne?

00:19:41: So sehr schnell eigentlich geschafft, dass das so nicht mehr stattfindet.

00:19:46: War dir mit den Drogenhändlern gesprochen?

00:19:48: Ja, genau, ne?

00:19:49: Wir haben da so ... Nimmt auch kein Problem.

00:19:52: Also, wir sprechen mit allen Leuten im Viertel.

00:19:54: Und das ist total wichtig, wenn man da was erreichen möchte.

00:19:57: Ihr kommt an diese Drogen-Handel-Szene ran und könnt mit denen sprechen?

00:20:02: Es ist eigentlich ganz einfach, du gehst da hin und quatsch mit denen.

00:20:07: Man braucht einfach ein bisschen ... Ja, man muss halt wenig Berührungsengtags da haben.

00:20:11: Für mich war das auch erst ein bisschen komisch.

00:20:15: Sie nehmen euch nicht als Bedrohung, nicht als Streife war, nicht als verlängerten Arm der Polizei offensichtlich.

00:20:20: Nein, sind wir auch nicht.

00:20:21: Da müssen wir uns auch von abgrenzen, das ist ganz wichtig.

00:20:24: Weil so die Polizei und das Ordnungsamt, die machen ihren Job und wir machen einen Unser.

00:20:29: Und unser Job ist, wir gucken, dass wir die Jugendlichen erreichen und denen irgendwie jetzt in Anführungsstrichen, die auf einen richtigen Weg bekommen.

00:20:35: Dass die halt irgendwie schaffen, was die selber erreichen wollen.

00:20:38: Für manche mag das irgendwie ein unkonventionelles Mittel sein, aber für uns ist das total logisch, dass wir da am Ende mit allen Menschen, die in diesem System reagieren, sprechen müssen.

00:20:48: Was sagen die Eltern, wenn sie hören, dass ihre Kinder in solche Drogengeschäfte, beispielsweise, verwickelt sind?

00:20:53: Haben die aufgegeben?

00:20:54: Sagen die, ja, ist halt so, was sollen sie sonst machen?

00:20:57: Oder bemerken die, dass das ein echtes Fehlverhalten ist und greifen auch mit euch ein?

00:21:01: Also, die Eltern sind strikt dagegen.

00:21:04: Also, es passiert hier bei denen vor der Tür, wie der nicht schon gesagt hat, die kommen ja alle aus dem Sozialbereich.

00:21:09: In Essen erstmal eine Wohnung zu finden, ist es sehr schwierig zur Zeit.

00:21:12: Deswegen begleiten auch die Eltern.

00:21:14: die meiste Zeit die Kinder zur Schule, hin und zurück.

00:21:17: Und wenn die zu uns kommen, in der Schule, in der Kochgruppe, rufen die Eltern auch vorher nicht an, sind die Kinder angekommen, sind die auch wieder raus.

00:21:24: Und so funktioniert das auch.

00:21:27: Ist euer schärfstes Schwert, das mit der Familie, mit den Eltern zu klären?

00:21:30: Also bringt das mehr als beispielsweise wirklich Ordnungsamter der Polizei zu verständigen?

00:21:34: Verstehe mich nicht falsch, das Gewaltmonopol muss beim Start bleiben.

00:21:37: Klar, also da brauchen wir gar nicht drüber zu reden.

00:21:40: Aber ich finde, das, was wir machen, ist... einen Ansatz zu sitzen.

00:21:44: Um zu sagen, wenn ich jetzt da sehe, dass der Dealer mit den Kindern handiert, dann gehe ich hin und spreche mit den Dealern und sage immer, was soll das scheiß eigentlich?

00:21:51: Hast du nicht selber Kinder?

00:21:53: Wie machst du das?

00:21:54: Ah ja, tut mir leid, hab ich gar nicht drüber nachgedacht.

00:21:57: Das unterlässt du, machst du nie wieder.

00:21:58: Weil du musst ihnen auch das Gefühl geben, du bist nicht die Polizei.

00:22:01: Ich bin auch nicht das Ordnungsamt und ich möchte dich da auch nicht wegsperren.

00:22:04: Aber ich möchte einfach menschlich an dich appellieren und zu sagen, stell mal vor, das wär dein Kind.

00:22:10: Also mit dieser Art und Methode gehe ich an die Leute ran und nicht zu sagen, was machst du da, ich rufe jetzt die Polizei, kann nicht funktionieren.

00:22:17: Und die zweite Sache, warum ist bei uns wirklich funktioniert, wir arbeiten auch nach unserer Arbeitszeit.

00:22:23: Also wenn die mich um elf Uhr anrufen, gehe ich auch dran.

00:22:26: Und dann setze ich mich in mein Auto und fahre dahin.

00:22:28: Ich möchte gerne dieses Vertrauen weiter beibehalten mit den Kindern und sowohl auch wie bei Nick.

00:22:32: Also wir haben nie Feierabend.

00:22:36: Sonst kann es ja nicht funktionieren.

00:22:37: Ist es

00:22:37: ein Klischee, dass euer schärfstes Schwert, sag ich mal, wirklich ist, den Vater anzusprechen oder den ältesten Bruder, hat der noch mal eine ganz andere Autorität?

00:22:44: Ja, richtig.

00:22:45: Der Vater und der älteste Bruder haben eine andere Autorität.

00:22:48: Es ist aber nicht schwierig, weil die kriegen ja fast nichts mit.

00:22:52: Wenn das Kind das Elternhaus verlässt, gehen die Eltern davon aus, er spielt jetzt im Spielplatz und nicht irgendwo beim Dealer.

00:22:59: Und wenn du es dann den Vater erzählst, sind die Alarmglocken an und dann traut sich der Kleine ja gar nichts mehr zu machen.

00:23:04: Okay.

00:23:07: Welche Autorität hat denn die Polizei um es mal ganz konkret zu machen, dieser dobe Spruch?

00:23:12: Das ist ja im Grunde für so ein elfjährigen, häufig auch noch ein kostenloses Taxi.

00:23:16: Ist es so, wird das als Autorität gar nicht empfunden, akzeptiert?

00:23:20: Gar nicht, will ich nicht sagen, aber dazu will ich dir wirklich, es liegt mir am Herzen.

00:23:26: Ja.

00:23:26: Ich finde, die Nähe sollte den Kindern wirklich frühzeitig beigebracht werden.

00:23:31: Und das kann nur funktionieren, wenn wir das in den Schul machen.

00:23:34: Mit nur jung angewerteten Polizisten, der noch jung ist und die gleiche Sprache spricht.

00:23:38: So bringen wir die Nähe zu den Kindern.

00:23:41: Und heute nehmen die Kinder das alles nur aus den syrischen Medien bereichen.

00:23:45: Da, ja, der Scheiß Bulle und die so.

00:23:47: Das ist aber nicht das Wesen, wo wir darauf hinarbeiten.

00:23:50: Und deswegen appelliere ich wirklich immer um zu sagen, Bitte lass uns damit anfangen, in den Schulen das wirklich vorzuzeigen, mit der Feuerwehr, weil du siehst ja immer wieder auch in den Silvester-Nächten.

00:24:00: Es könnte auch deine Mutter gerade das Haus brennen oder deine Schwester.

00:24:03: Das ist denen nicht bewusst, wenn du ihnen das nicht erklärst.

00:24:06: Und das fehlt mir halt.

00:24:07: In den Schulen wirklich junge Beamten, jung anwärtige Polizisten vom Ordnungsarm, von der Feuerwehr einfach mal ein cooles Gespräch in der Schule, die Nähe zu bringen.

00:24:17: Und so verstehen auch dann die Kinder halt.

00:24:30: Wenn ihr keine Hoffnung hättet, dass sich die Dinge jetzt so Schritt für Schritt verbessern, dann würdet ihr das ja vermutlich nicht machen, diese Jobs und nicht so viele Dinge euch überlegen.

00:24:38: Nehmen wir mal so ein Beispiel raus, dieses Projekt Rattenparkplatz.

00:24:41: Ihr hattet ja richtig was gezaubert, da wo sonst hundert Autos stehen.

00:24:45: Was war das?

00:24:47: Das war ein Modellprojekt.

00:24:48: Ihr hattet ein bisschen Geld zur Verfügung?

00:24:50: Ja, genau.

00:24:51: Also da muss ich dazu sagen, da haben wir nicht alleine gemacht.

00:24:53: Da gab es ganz viele Akteure, die da mit uns gearbeitet haben aus dem Stadtteil und das möglich gemacht haben.

00:24:59: Zum Beispiel das ISSUB, Institut für Stadtteilentwicklung von der Universität in Essen.

00:25:05: Die Stadt Essen selbst auch, war auch mit dabei.

00:25:07: Die Stadt Essen, das Jugendamt, die Jugendhilfe Essen.

00:25:10: Es war ein Viertelimpuls-EV, also da waren wirklich sehr viele dabei.

00:25:16: Und sie war es einfach so diesen sehr negativ empfundenen Ort, so mal ein bisschen anders erscheinen zu lassen.

00:25:24: Ja, britige Zauber, der Zimmer.

00:25:25: Und da haben wir ein halbes Jahr lang den Platz bespielt.

00:25:28: Also wir haben ganz viele feste Veranstalte, wir haben mit Jugendlichen Skate-Rampen gebaut, so eine Graffiti-Wand, da wurden Container aufgestellt, so als temporärer Jugendtreff und wir haben halt einfach versucht, da regelmäßig irgendwie.

00:25:44: was Schönes zu machen und vor allem, dass auch irgendwie sauber zu halt, eine Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, okay, hier sind wir jetzt, uns der Stadtteil nicht egal, wir machen hier was für die Bürger und für die Kinder und für die Jugendlichen.

00:25:57: Und da sagt niemand, auch kein Drogendealer, sagt so, hey, Scheiße, Frau, haut jetzt ab hier.

00:26:02: Gab es da nachhaltigen Effekt diese Aktion?

00:26:04: Also spürt man so eine gewisse neue Verbundenheit noch heute.

00:26:07: oder müsste die eigentlich wieder nachlegen?

00:26:09: Ja, ich denke schon.

00:26:11: Wir haben da wahnsinnig viele Menschen kennengelernt.

00:26:13: Und von den Kontakten profitieren wir immer noch.

00:26:16: Und das ist jetzt am Ende, weil du sagst, was so wichtig ist, ist schwer.

00:26:20: Das sind unsere Kontakte.

00:26:22: In der sozialen Arbeit ist Beziehungsarbeit.

00:26:24: Das sind die Beziehungen, die wir zu den Menschen vor Ort haben.

00:26:27: Dafür war das wirklich extrem wichtig, dass es da ein bisschen schöner wird.

00:26:31: Das ist vielleicht langfristig nicht unsere Aufgabe.

00:26:34: Da müsste vielleicht mal städtebaulich was gemacht werden.

00:26:39: Machen wir weiter mit einem preisgekrönten Projekt.

00:26:42: Ihr macht Musik, ne?

00:26:43: Ein ganz besonderer Ort für Jugendliche.

00:26:45: Das Atelierhaus in der Schützenbahn.

00:26:47: Haben wir uns angeschaut.

00:26:49: Warum lachst du?

00:26:51: Immerhin hat uns niemand zum Rappen gebracht.

00:26:53: Wir haben keine eigene Musik gemacht, aber auch ein wichtiges Projekt.

00:26:57: Ja, Musik ist für uns auch ein wichtiger Zugang, vor allem Jugendliche zu erreichen.

00:27:02: Vor allem auch straßenorientierte Jugendliche.

00:27:04: Das heißt nicht umsonst, Straßenrap.

00:27:07: Und nach wie vor wollen Jugendliche gerne solche Musik machen.

00:27:10: Und das können die bei uns machen.

00:27:12: Und da kooperieren wir mit dem Verein, Atelierhaus, EV, Schützenbahn.

00:27:18: Und da ist ein Studio, das Aufenthaltsraum.

00:27:21: Und das ist alles ein bisschen, wer die Ecke kennt, die Schützenbahn ist jetzt, ist alles ein bisschen Gangster.

00:27:28: Und für Jugendliche ist das aber auch cool.

00:27:31: Aber wir müssen natürlich auch ein bisschen aufpassen wegen dem Unfält.

00:27:34: Ist

00:27:34: ein preisgekröntes Projekt der Landesregierung, ne?

00:27:36: Ihr habt einen Preis bekommen.

00:27:38: Ja, das hat uns extrem gefreut, ne?

00:27:40: Weil wir da auch ein bisschen Knete bekommen haben, um Equipment anzuschaffen, ne neues Mikrofon, Monitore.

00:27:48: und ja, damit noch in Zukunft weiterhin mehr Jugendliche irgendwie kreativ sein können.

00:27:53: Und ja, Musik ist für viele am Ende auch Ventil.

00:27:57: Ja, gerade diese Musik, ne?

00:27:59: Auf jeden Fall.

00:28:00: Auf jeden Fall, da wird das Herz von der Seele geschrieben.

00:28:04: Das klingt alles so toll.

00:28:05: Habt ihr denn das Gefühl, dass hier wirklich so Schritt für Schritt weiter kommt in der Ecke?

00:28:09: Oder ist es im Grunde Süßigfussarbeit und ihr beginnt immer wieder von vorn mit neuen Gesichtern?

00:28:14: Ja, also der Trick ist am besten keine Zeitung lesend.

00:28:17: Ja, auch euer Trick.

00:28:19: Ja, da wir müssen das natürlich auch machen.

00:28:21: Wir gucken, was da los ist im Viertel.

00:28:24: Aber woran wir uns orientieren können, ist an den Geschichten und die Erfahrung, die wir mit den Jugendlichen machen.

00:28:31: Wir können uns angucken, wir haben die Jugendlichen entwickelt.

00:28:33: Wie war der vor zwei Jahren drauf?

00:28:35: Was macht er jetzt?

00:28:36: Was hat er vor zwei Jahren gemacht?

00:28:37: Jetzt macht er eine Ausbildung als Koch.

00:28:40: Zum Beispiel.

00:28:41: Und ist irgendwie mitten im Leben und dem geht's vor allem gut.

00:28:45: Ja, sieht für sich irgendwie eine Perspektive.

00:28:49: Auch die jenseits von Straße ist.

00:28:52: Das sind natürlich Geschichten, die halt dafür sorgen, dass wir merken, okay, unsere Arbeit bringt wirklich

00:28:57: was.

00:28:57: Ist das auch was, was dir hilft, dass du dir den einzelnen Menschen anschaust?

00:29:01: Und nicht dieses Viertel als Ganzes und denkst, wo fange ich an?

00:29:05: Direkt geht es ja bei mir wirklich nur in dem Menschenfaktor.

00:29:10: Das Kind kommt an, hat riesen Probleme.

00:29:12: Wir sitzen uns hin.

00:29:14: Ich spreche am meisten mit ihnen alleine.

00:29:16: Dann kommt der Nik dazu.

00:29:17: Dann sprechen wir zu dritz.

00:29:20: Der Junge auf dem Bad sich.

00:29:22: Es sind viele Faktoren, wo das Kind in der Vergangenheit wirklich keine Zugehörigkeit hatte.

00:29:27: Er ist abgestoßen von gewissen Faktoren oder Sachen.

00:29:32: Und so findet er bei uns Halt und auf dem Bad sich dann halb auch.

00:29:36: Wir versuchen den Weg mit ihm zu gehen.

00:29:39: ihn zu unterstützen, wenn er Nachhilfe braucht, schicken wir ihn gerne zu der Nachhilfe, zu den Lernzentrum.

00:29:45: Wir haben jetzt mittlerweile vier Kinder in der Ausbildung gebracht, toll begleiten die auch in den Schulen.

00:29:50: Gibt

00:29:50: es eigentlich Dankbarkeit?

00:29:52: Spürt ihr Dankbarkeit oder reitet es?

00:29:53: Jeden Tag, ja.

00:29:54: Also wenn die kommen heißt es immer, Nick, Masem, danke für alles, danke Onkel.

00:30:00: Du musst wirklich versuchen deren Sprache zu sprechen.

00:30:04: Und nicht irgendwie, du kommst jetzt ihm da, schreib dich und tust so nach Regel.

00:30:09: Ich halte natürlich die Regel, aber du musst ja auch wirklich auf deren Niveau ein bisschen mitschwemmen können.

00:30:15: Und deswegen entwickelt sich auch dann halt dieses Vertrauen.

00:30:18: Ich würde gerne in diesem letzten größeren Bereich einmal über euch persönlich sprechen.

00:30:23: Niklas, du kommst aus diesem Dorf in Süddeutschland, haben wir gehört.

00:30:26: Behüteter geht es ja kaum.

00:30:27: Also hast du ja hier fast das andere Extreme ausgesucht.

00:30:31: Was hatte ich erst mit einem Bachelor in den Niederlanden und dann später mit einem Master in diesem Bereich an der Uni Duisburg essen, jetzt hier in diese Stadt gezogen?

00:30:40: Also, das ist ein bisschen echt.

00:30:41: Komische Geschichte.

00:30:43: Ist, glaube ich, auch nicht so typisch.

00:30:45: Aber ich bin tatsächlich mit meinen besten Freunden aus dem Dorf.

00:30:49: Wir sind alle ins Ruhrgebiet gezogen.

00:30:50: Nein.

00:30:51: Einfach

00:30:52: weil wir da cool fahren.

00:30:53: Was

00:30:53: genau?

00:30:54: Die Musik, eine Szene.

00:30:56: Nee, wir haben früher selber immer viel Musik gemacht, aber jetzt nichts, was jetzt unsere Jugendlichen cool finden, sondern Heavy Metal, Metal, solche Sachen.

00:31:05: Alles, was ein bisschen, ja, nicht ganz normal ist, ist hier irgendwie ganz groß.

00:31:11: Schöner Satz.

00:31:12: Ja, und ...

00:31:13: Du bist Jahrgang vier, ne?

00:31:15: Du bist jetzt dieses Jahr, zwei, drei, sechs.

00:31:18: Ja, und ich bin seit zehn Jahren hier, und ich ziehe auch nicht mehr weg.

00:31:22: Toll!

00:31:23: Ja, Essen ist mein Heimat geworden und es ist einfach ... Ja, was soll ich sagen, ist geil hier.

00:31:29: Den ersten Aufenthalt war hier der Raum Achtendfünfzig.

00:31:33: Das ist auch ein Ort, über den ich eigentlich noch mal eine eigene Folge machen wollte, dieser ... Was ist das, Notschlafplatz oder wie heißt das?

00:31:38: Was passiert dort?

00:31:40: Ist ja aus Dreck mal wirklich ein harter Einstieg in diese Stadt.

00:31:44: Ja, der Raum Achtendfünfzig ist eine Notschlafstelle für wohnungslose Jugendliche, sagt man, denkt man jetzt okay.

00:31:53: Gibt's nicht in Deutschland, aber gibt's ja wohl einfach Jugendliche, die durch ganze Hilfesystem irgendwie gefallen sind und am Ende auch auf der Straße landen.

00:32:01: Und dafür ist das so der letzte Auffangort, wo die einfach einen Schlafplatz bekommen und wo die Sozialarbeiterinnen vor Ort einfach einen super Job machen,

00:32:11: um zu

00:32:12: gucken, die Jugendlichen da wieder erstmal das Überleben zu sichern.

00:32:19: Stück weit zu stabilisieren und

00:32:22: vielleicht wieder

00:32:22: eine Wohnung bekommen.

00:32:24: Das sind Kinder, oder?

00:32:24: Das sind Kinder ohne Eltern, ohne Familien, die ihnen ein Bett zur Verfügung stellen könnten.

00:32:30: Das ist eine Vorstellung, die ist für mich unerträglich.

00:32:32: Wie ist das, auszuhalten?

00:32:34: Auch da ist so ... Nee, die Jugendlichen geben einem total viel zurück.

00:32:38: Und wir haben da auch oft schöner Abende gehabt und gespielt.

00:32:42: Natürlich gab es auch viele Krisen.

00:32:44: Ich denke so, ne, als Einstieg als Sozialarbeiter war das gut, ne?

00:32:48: Weil man halt auch mal sieht, okay, so kann das auch sein, so.

00:32:53: Masim, gab es Momente, in denen ihr dachtet, heute erreiche ich mal niemanden, heute verliere ich, ich bin hier gescheitert?

00:33:01: Ja, ich will es nicht sagen gescheitert.

00:33:03: Es gibt diese Momente, wo der Junge dann einfach blockiert, das muss ich dann akzeptieren.

00:33:07: Warum

00:33:08: sind da immer Jungs?

00:33:08: Ich platz das mir heraus.

00:33:10: Wir haben auch Mädchen auch.

00:33:11: Ja,

00:33:12: gibt's auch.

00:33:12: Aber es ist doch mehr halt die Jungs.

00:33:13: Aber

00:33:13: mehr halt die Jungs.

00:33:15: Warum?

00:33:17: Gute Frage.

00:33:18: Ich versuche heute wirklich alle großen Fragen der Welt zu lösen.

00:33:22: Die Jungs sind auf jeden Fall präsenter.

00:33:25: Auf der Straßenbildung.

00:33:25: Wir sind jetzt auch im öffentlichen Raum unterwegs.

00:33:28: Und natürlich gibt's auch viele Mädchen mit Problemen.

00:33:32: Und da gibt's auch andere Angebote.

00:33:36: Die erreicht man einfach ein bisschen anders.

00:33:38: Wann war ein Tag ein guter Tag?

00:33:40: Ein vielleicht magischer Tag, weil sich was bewegt hat?

00:33:44: Ich glaube, es sind so kleine Sachen.

00:33:46: Das ist zum Beispiel den Jugendlichen in dem Restaurant zu besuchen, wo er gerade arbeitet.

00:33:51: Oder zu sehen, wie ein Jugendlicher ganz stolz mit seinem Schulaufschluss nach Hause kommt.

00:33:56: Und das sind die Momente, wo man merkt, okay, es bringt was.

00:34:00: Weil es fühlt sich nicht immer so an.

00:34:02: Das sind die kleinen Dinge

00:34:03: wirklich ganz, ganz kleine Dinge.

00:34:07: zum Beispiel der andere Junge, mit seiner Arbeitskleidung kommt.

00:34:10: Es freut mich immer wieder zu sehen, dass er wirklich daran festhält, wo wir ihn auch hingebracht haben.

00:34:15: Auch wie mit den Zeugnissen, dass ich immer wieder sage, hey, es gibt eine Belohnung für, wenn dieses Jahr das Zeugnis anders aussieht.

00:34:22: Ja, oder auch junglich, wo du denkst, die sind so wild.

00:34:27: Mit denen würde ich irgendwie keine Stunde Fußball spielen gehen und dann ist man ... mit denen auf Freizeit für ein paar Tage.

00:34:34: Und es funktioniert irgendwie.

00:34:37: Man ist fertig, man fährt nach Hause, man ist fertig.

00:34:40: Und dann geht es so, krass.

00:34:41: Es hat geklappt, es gab keine größeren Zwischenfälle.

00:34:44: So irgendwie alle hatten irgendwie Spaß.

00:34:48: Und das ist schon cool.

00:34:51: Ich glaube, wir könnten nicht dankbarer sein für euch und für die Arbeit, die ihr da leistet.

00:34:56: Echt beeindruckend.

00:35:06: Die Sparkasse essen, die hatten Motto, dass es auch schöner kaum sein könnte, dass sie es jahrelang, wenn es um Geld geht, Sparkasse.

00:35:12: Und mittlerweile ist das neue Motto, weil es um mehr als Geld geht.

00:35:14: Es geht eben auch um Verantwortung für die Stadt, für ein gutes Leben, aller Menschen in Essen, also wirklich aller Menschen.

00:35:20: Wo seht ihr weitere Schlüssel, die wir umdrehen sollten, um uns als Stadt Enger zusammenzubringen, friedlicher zusammenzubringen?

00:35:29: Wie war das, wenn es ums Geld geht?

00:35:32: Dann geht es doch ums Geld.

00:35:34: Nein, natürlich.

00:35:35: Wir brauchen auch immer Geld, wenn wir Sachen machen wollen mit den Jugendlichen, wenn wir mal eine Freizeit machen wollen.

00:35:41: Das Taschengeldprojekt, was wir mit den Jugendlichen machen, wo die den Stadtteil verbessern.

00:35:48: Mühlsammeln ein bisschen Geld bekommen.

00:35:51: Und dann kriegen die dafür Geld.

00:35:53: Die Jugendlichen sind froh und die Leute im Stadtteil denken sich, das sind nette Jugendliche, wo sie in der Vergangenheit gedacht haben, so was kostet Geld.

00:36:01: Da sind wir dann auf Spenden angewiesen.

00:36:03: Die Deichmann-Stiftung

00:36:04: hab ich gelesen.

00:36:05: Genau, die Deichmann-Stiftung, da sind wir ein guter Punkt, da haben wir nämlich was.

00:36:10: Ich bin nämlich zum Beispiel dieses Modell, dass ich zum Beispiel mit dem Masm unterwegs bin.

00:36:16: dass man mit diesen lebenswertlichen Vermittlern arbeitet, mit Brückenbauern, dass man die viel mehr integriert, auch in das Streetwork und in die Arbeit mit den Jugendlichen.

00:36:24: Also was macht sie mir jetzt für dich ist?

00:36:25: Genau.

00:36:26: Und dass dafür Geld da sein muss.

00:36:28: Das ist ein Erfolgsrezept und ich glaube, dass... könnte man auf jeden Fall mehr machen.

00:36:33: Und damit meine ich nicht so, wir brauchen nur Menschen mit Migrationshintergrund auf Verstraße.

00:36:39: Am besten beides.

00:36:41: Wir brauchen halt irgendwie, das ist irgendwie, das funktioniert gut.

00:36:45: Die Kartoffeln der Libanese, wir sind ein gutes Team.

00:36:47: Und das wird schon

00:36:48: mehr.

00:36:48: Die Mayonnaise.

00:36:50: Die Kartoffeln und die Mayonnaise.

00:36:54: Ja, und ich glaube so lohnt sich das.

00:36:56: Und ich glaube, dass wir auch in anderen Stadtteilen ... Hilfreich und dafür braucht man natürlich auch Geld.

00:37:04: Wenn ich jetzt sagen müsste, wofür sollte man Geld ausgeben, dann eben gerade dafür.

00:37:08: Die Menschen aus den Communities in die Verwaltung bringen, in die sozialen Träger, mit den Menschen aus den Vierteln gemeinsam.

00:37:18: arbeiten an den Stadtteilen und nicht immer nur als Kartoffel aus dem Süden in den nördlichen Stadtteil kommen und sagen, so, jetzt muss das besser laufen.

00:37:28: Verstehe, dafür ist diese Folge da.

00:37:30: Darum haben wir das.

00:37:31: Ist natürlich ein beruhigendes Gefühl, in Situationen zu haben, euch zu haben, die sich um was kümmern.

00:37:36: Aber eigentlich gebe ich ja auch Verantwortung damit ab.

00:37:38: Wie kann sich der Einzelne, die Einzelne engagieren?

00:37:42: Kann ich was tun?

00:37:44: Ja, ein kleines Beispiel, die Viofa-Straße.

00:37:46: Die ist abgegrenzt von der Stadt.

00:37:48: Wir sind Essen der Bürger.

00:37:50: Die Führerverstraße gehört auch zu Essen.

00:37:52: Also es kann ja nicht sein, dass es da in der Mitte aufhört, dass dieser Teil nicht mehr zu der Stadt gehört.

00:37:58: Also und da ist unser Fokus.

00:37:59: Wir sind da.

00:38:00: Wir arbeiten in der Stadt gerne in der Führerverstraße.

00:38:03: Da fehlt uns halt nur die Räumlichkeiten für diese Anlaufstelle dieser Kinder.

00:38:08: Und das würde ich mir wünschen halt.

00:38:10: Wir kommen zum Abschluss und das ist immer bei uns die große Schlussfrage nach der Plakatwand und eurer Botschaft an die ganze Stadt.

00:38:17: Also das ist praktisch die große Plakatwand, kleines rote Sparkassenes in der Ecke, der Rest ist frei.

00:38:22: Also wirklich weiße Fläche, ihr könnt machen, was ihr wollt, was malen, was schreiben, ein Wort oder Satz, wie ihr mögt.

00:38:28: Was würdet ihr uns allen dieser Stadt mitgeben, Nick?

00:38:31: Kommt in die Führer Straße, es ist schon warm.

00:38:35: Genießt das.

00:38:36: Es ist schöner, als man denkt.

00:38:38: Dass er jetzt so aus dem Kontakt.

00:38:40: Hast

00:38:40: du noch was Deeperes mal sind?

00:38:41: Sorry.

00:38:43: Da die Mayonnaise zu der Kartoffel passt, sag ich es mal einfach, wenn der Mensch wirklich ohne Vorbehalte, ohne dieses Voreingenome einfach mal offen zu sein, für andere Kulturen, für andere Ethnen einfach mal dieses Verständnis mal zu zeigen.

00:38:59: Ja, wir haben vieles, wo die Sprachbarrierin sind.

00:39:02: Aber Verständnis einfach mal zu zeigen.

00:39:06: Genau, und nicht auf diesen Zug der Hetze aufspringen.

00:39:10: Es gibt überall Idioten und wir haben die auch in der nördlichen Innenstadt oder auch im Nordviertel, aber die allermeisten Menschen sind.

00:39:18: Korrekt.

00:39:19: Das ist es ja.

00:39:20: Es kann ja nur gemeinsam funktionieren.

00:39:22: Und alleine geht es nicht.

00:39:24: Die Hand alleine klatscht auch nicht.

00:39:26: Und wenn wir alle zusammen klatschen, wird das

00:39:28: was.

00:39:29: Was für ein schönes Schlusswort.

00:39:30: Ihr habt ja noch zwei, drei Fragen.

00:39:31: Weißt du, ich schmeiß dich weg.

00:39:32: Das ist alles gesagt.

00:39:33: Nikolas Reichelt und Maxim Nui.

00:39:36: Ich bedanke mich ganz herzlich für eure Zeit.

00:39:38: Danke

00:39:38: dir.

00:39:39: Das war toll für eure Arbeit, natürlich auch, wenn ich das sagen darf.

00:39:42: Und ich würde euch ganz viel Energie, ganz viel Optimismus, ständige Bewegung nach vorn.

00:39:46: Schritt für Schritt.

00:39:46: Danke.

00:39:47: Vielen

00:39:47: Dank.

00:39:48: Danke.

00:39:49: Supertypen.

00:39:50: Es gibt so viele Aspekte auch und ich habe mir vorgenommen, die beiden nochmal zu besuchen und nochmal mehr zu erfahren über diese Welt, die niemals parallel wählt.

00:39:59: werden darf.

00:40:00: Warum nicht meine Mittagspause da oben verbringen?

00:40:03: Die Mischung macht's doch.

00:40:04: Vielleicht ist diese Folge auch was für eine Freundin, einen Kollegen, Nachbarn, die auch mal einen ersten Einblick erhalten möchten in dieses Leben in den Straßen, die wir selten besuchen oder sogar nie besuchen.

00:40:14: Leiten Sie die Folge gern weiter.

00:40:16: Das ist das Netteste, was Sie für uns machen können.

00:40:19: Ein großer Dank übrigens an dieser Stelle an Radio Essen und an den Chefredakteur Christian Pflug, der uns hat aufgrund von spontan abrauschender Technik bei sich produzieren lassen.

00:40:29: Also wir sind ganz schnell durch die Innenstadt, zack, bei ihm ins Studio haben dieses Gespräch geführt.

00:40:34: Danke schön, aber das ist auch eben Essen, ne?

00:40:36: Zusammenrücken, wenn es darauf ankommt.

00:40:37: Danke Christian.

00:40:38: Und jetzt wünsche ich uns einen ja auch zu Recht optimistischen Start in das neue Jahr hier in unserer

00:40:44: schönen Stadt.

00:40:45: Das war Zuhause in Essen.

00:40:49: Ein Podcast der Sparkasser Essen.

00:40:52: Die neue Folge.

00:40:53: Jeden zweiten

00:40:54: Dienstag im Monat.

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