Folge 54 - Sternekoch Nelson Müller

Shownotes

Nelson Müller – Bleibt er oder geht er? 🍽️🌟

Der Sternekoch, Unternehmer, Musiker und TV-Star Nelson Müller hat Essen geprägt. Aber jetzt? Zieht er wirklich um? Und was bleibt von ihm hier?

Wir sprechen über: ✅ Die Wahrheit hinter dem Sterne-Restaurant-Umzug ✅ Nelsons 6,5-Tage-Woche zwischen Küche, Kamera und Konzerten ✅ Sein Erfolgsgeheimnis: Ist es Talent, Disziplin – oder beides? ✅ Warum Essen seine Heimat wurde – und wie sehr ihm die Stadt ans Herz gewachsen ist

Dazu: Der private Nelson. Rückhalt oder Rampenlicht? Gastgeber oder Geschäftsmann? Und: Was passiert, wenn das Fernsehen weg ist?

Hör rein – und leite die Folge nur an Leute weiter, die essen. Also alle. 😜🎧


Kurzstrecke (SWR) mit Pierre M. Kraus und Nelson Müller


In "Zuhause in Essen" spricht die Sparkasse Essen nicht über die gute alte Zeit. Wir sprechen über das, was Essen schon heute besonders attraktiv macht und was nach der Zeit der Ruhrkohle noch Magisches passieren wird. Immer mit Gästen, die Gegenwart und Zukunft auch gestalten. Und wenn WDR Moderator Tobias Häusler einmal in den Rückspiegel schaut, dann nur um die Spur wechseln zu können.

Jeden zweiten Dienstag im Monat ein spannender Gast - aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Sport, Kultur, Ehrenamt… Und ein ungewöhnlicher Blick auf unsere schöne Stadt.

Transkript anzeigen

00:00:00: Die zwei Sterne würde ich schon sehr gerne mit meinem Team angreifen.

00:00:07: Da braucht man nicht darum, rund zu reden.

00:00:09: Klar, wenn man die ganze Zeit investiert und dran ist und macht und tut und das auch gerne macht

00:00:14: und selber schon in zwei Sterne Restaurants gearbeitet hat, dann ist natürlich der Wunsch da und der Wille auch da.

00:00:20: Klar genieße ich auch Rampenlicht oder Aufmerksamkeit, aber nicht um jeden Preis.

00:00:25: Also nur, wenn ich von mir aus irgendwas abliefern kann, von dem ich selber sage, dass ich das cool finde.

00:00:31: Im Dschungel könntest du kochen bei RTL.

00:00:33: Ja, aber die Dialoge, die da geführt werden und alles.

00:00:36: Ja, du musst leider reden.

00:00:38: Wer ist der erste, der den Dschungel ablehnt wegen der Dialoge und reingehen würde wegen des Essens?

00:00:43: Zu Hause in Essen. Ein Podcast der Sparkasse Essen.

00:00:48: Mit Tobias Häusler.

00:00:51: Ja, es wird viel gelacht, es wird aber auch mal nachdenklich.

00:00:55: Herzlich willkommen, gerade Ihnen ganz persönlich.

00:00:58: Unser Gast braucht keine Einführung. Wir treffen Nelson Müller.

00:01:01: Koch, Fernsehstar, Buchautor, Sänger, Wahlessener, Restaurant und Brasseriebesitzer in einigen Orten und auf Inseln Deutschlands.

00:01:10: Sein Restaurant Schote hat den berühmten Stern und der Mann ist auf dem Sprung, wenn es denn wirklich wahr ist, in irgendeine Stadt mit B.

00:01:18: Und es ist nicht Berlin, aber darüber sprechen wir noch.

00:01:21: Der Podcast, der in unserer schönen Stadt, in Essen, nach vorn schaut, auf alle wichtigen Gebiete, Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Ehrenamt und heute eben auf Leib und Seele.

00:01:32: Sicherlich mit einem der prominentesten Gäste unserer Stadt.

00:01:36: Nelson wartet in seinem Büro auf uns, am Rüttenscheider Stern, oben der dritte Etage.

00:01:42: Und obwohl wir da an einem großen Konferenztisch sitzen, schaue ich mich um, gibt's zwölf verschiedene Getränke zur Auswahl.

00:01:50: Ja, aber ich glaube, man kann das auch ein bisschen erwarten von einem Gastronom.

00:01:53: Ja, ich habe mir sagen lassen, auch dieser Kapuccine, die ich hier trinke, kommt unten aus dem Müllers.

00:01:58: Ja, schmeckt er denn?

00:01:59: Fantastisch, wie ich ihn kenne, wenn ich nach dem Markt besuche bei die Einkehr.

00:02:05: Also der wahre Zauber, der findet unten statt, im Müllers auf der Rü, früher auch in der Schote, deinem Sternerestron, früher tut ein bisschen weh.

00:02:12: Das Wort früher tut ein bisschen weh, aber wir sprechen später noch mal drüber.

00:02:15: Wir arbeiten auch 30 Minuten an einer Rückkehr.

00:02:17: Das wird das Thema sein, die Motive, die Pläne.

00:02:20: Was mir aufgefallen ist, wie oft ich dich hier gesehen habe im Betrieb, tagsüber auch im Bistro.

00:02:25: Wie wichtig ist der echte Nelson Müller im Müllers auf der Rü?

00:02:29: Dein Erscheinen.

00:02:31: Ja, ich glaube, viele Gäste glauben, das sind auch immer tatsächlich erstaunt, wenn sie mich dann auch sehen und häufig sehen.

00:02:38: Das ist natürlich der Standortvorteil hier in Rüttenscheid.

00:02:42: Auch immer jetzt gewesen die letzten Jahre, dass eben das Büro direkt oben drüber ist über dem Restaurant.

00:02:47: Und so, ja, bin ich einfach morgens zur Arbeit gefahren ins Büro und war dann aber auch in einer halben, weniger Sekunden unten im Restaurant.

00:02:53: Und da wird bei uns halt nun mal das Geld verdient und am Gast, um den geht es.

00:02:59: Und da eben zu performen, Gastgeber zu sein, das ist mir immer noch sehr, sehr wichtig.

00:03:05: Und das macht auch sehr viel Spaß.

00:03:07: Und gerade hier in am Rüttenscheider Stern ist ja das Müllers Restaurant genau darauf ausgelegt,

00:03:12: eben mit der offenen Küche, ja, eigentlich mit den Gästen irgendwie zusammen eine gute Zeit zu haben.

00:03:18: Das ist die romantische Formulierung.

00:03:21: Du bist gerne ein Gastgeber, aber ich spüre auch durch und durch, du bist Unternehmer.

00:03:26: Du ahnst ein tolles Essen mit Kontakt zu dir als Promi, ist einfach deutlich mehr jedes Mal als nur ein tolles Essen.

00:03:34: Ja, also ich bin total gerne Unternehmer auch und nehme mich auch so wahr.

00:03:38: Das ist auch wichtig für meine Identität und das Appsfindung, weil ich ja nun mal nicht mehr so oft in der Küche stehe.

00:03:45: Ich stehe oft in der Küche am Mittags oder kochte auch noch mal mit oder annonziere und richte die Teller an und abends in der Schote auch.

00:03:53: Annonzieren?

00:03:54: Genau, wenn der Bon der Zettel reinkommt, dann sage ich fünfmal der Schnitzel, dreimal die Currywurst,

00:04:01: dann zweimal der Backfisch und dreimal der Barliglachs.

00:04:05: Also ich mach dann schon mit, aber so dieses klassische, der Koch fängt an mit dem Mison-Plast,

00:04:12: dem sogenannten Mison-Plast, das bedeutet alles vorzubereiten, die Suppe anzusetzen, das Juü anzusetzen, das Fleisch zu portionieren,

00:04:18: das Gemüse zu blongieren.

00:04:20: Dieser klassische Kochtagesablauf, den habe ich natürlich jetzt nicht mehr und das tut mir manchmal auch ein bisschen in der Seele weh,

00:04:26: weil ich das schon auch sehr mag.

00:04:28: Das Handwerk, du bist ein Handlax.

00:04:30: Genau, ich bin Handwerker, aber das bringt dem Unternehmen in der Größe jetzt nicht mehr so viel.

00:04:36: Da gibt es einfach andere Themen, um die ich mich kümmern muss.

00:04:39: Und deshalb ist das Prädikat Unternehmer auch ganz gut.

00:04:44: Und ich nehme auch viele Risiken auf mich und muss eben schauen, dass alles bezahlt wird, dass die Rechnungen bezahlt werden,

00:04:50: die Mitarbeiter, die ihr Geld bekommen am Ende des Monats, die Lieferanten bezahlt werden.

00:04:54: Und ja, das macht man halt als Unternehmer.

00:04:57: Alle sprechen von der Vier-Tage-Woche.

00:04:59: Du hast die sechsten Halbtage-Woche erfunden, ne?

00:05:01: Nein, die habe ich ja nicht erfunden.

00:05:03: Und da ist ja jeder Unternehmer auch seines eigenen Glückes schmied, aber es ist immer so lustig, wenn Leute sagen,

00:05:10: "Du musst auch mal was für dich tun und mach doch mal ne Pause."

00:05:13: Aber in dem Moment, wo ich meinen, also im Englischen finde ich ja so schön, dieses "Mind your business", "Drink water and mind your business".

00:05:20: Ja, indem ich meinen Business meinde, sozusagen, tue ich auch was für mich.

00:05:24: Und das ist dann vielleicht nicht so kurzfristig, dass dann jetzt der kurzfristige Urlaub irgendwie ansteht,

00:05:29: aber langfristig kümmere ich mich ja schon um mich, weil ich mir sage, okay, ich baue vielleicht was auf,

00:05:34: mit dem ich dann irgendwann nicht mehr ganz so hart arbeiten muss, ne?

00:05:38: Das glaube ich dir nicht.

00:05:40: Also ich glaube nicht, dass diese Zeiten kommen.

00:05:42: Du hast dir ein unglaubliches Mosaik aufgebaut aus Standbeinen.

00:05:45: Könntest du das irgendwie und irgendwann wirklich verkleinern,

00:05:49: oder sind all diese Standbeine irgendwie wichtig für das Gesamtkonstrukt Nelson Müller?

00:05:53: Das Schöne ist an diesem Konstrukt schon, dass das ja eigener Units sind.

00:05:57: Also wenn wir über Müllers reden, Müllers auf Norderney, Müllers in Essen,

00:06:00: jetzt bald Müllers in der Mühle im Berge Schlattbach oder auch in Thüringen im Hotel Morgenrot.

00:06:04: Ach, guck mal, das war das.

00:06:06: Das sind alles natürlich Restaurants, die Essen jetzt noch nicht, aber der Rest sind ja sozusagen Partnerunternehmen.

00:06:14: Also ich nehme ungern das Wort "Franchise" in den Mund, denn das würde dem nicht gerecht werden.

00:06:19: Es ist mehr als, dass es eher ein partnerschaftliches Verhältnis, was man dort hat.

00:06:23: Und ich gebe meinen Namen, ich gebe meine Expertise und meinen Qualitätsempfinden dort rein.

00:06:29: Und das sind aber auch Restaurants, die alle irgendwann auch mal alleine fliegen könnten sozusagen.

00:06:35: Und das bedeutet für mich schon eine relativ große Flexibilität.

00:06:39: Aber ja, solange ich Spaß daran habe, mache ich das.

00:06:43: Aber ich glaube auch, am Ende des Tages kann man immer auch alles wieder kleiner machen.

00:06:47: Also es ist dann vielleicht, manchmal muss man über seinen Schatten springen und sagen,

00:06:51: okay, das will ich jetzt so nicht mehr, ich will was ändern in meinem Leben.

00:06:54: Und ich glaube, Lebensveränderungen, die brauchen immer auch ein bisschen Zeit und da muss man auch bereit für sein.

00:07:00: Aber ich glaube, wenn man jetzt sagt, nee, das ist mir jetzt alles zu viel, ich habe jetzt irgendwie Burnout oder ich möchte es einfach nicht mehr.

00:07:08: Oder ich habe genug Geld und ziehe jetzt in die Südsee oder so, dann kann man das auch alles immer kleiner machen.

00:07:16: Würdest du es merken, wenn es zu viel wird?

00:07:18: Ich hoffe, dass ich es merken würde, aber klar, also ich glaube, das ist ja oft, also ich kenne natürlich das auch,

00:07:23: dass mein Körper das ein oder andere Mal negativ reagiert auf den Stress, den ich so habe.

00:07:29: Und dann versuche ich auch irgendwie gegenzuarbeiten irgendwie, also dann arbeite ich das schon dran, klar.

00:07:34: Auf die Frage im Lokalkompass, das ich den noch mal zitieren werde in meinem Leben, Geld oder Zeit, sagst du, wie aus der Pistole geschossen,

00:07:43: Geld, um dir die Zeit schöner gestalten zu können. Wie wichtig ist dir ein Sparkassen-Podcast, wie wichtig ist Geld?

00:07:49: Du hast es auch gerade selbst schon mal erwähnt.

00:07:51: Naja, also ich glaube schon, dass, also so habe ich es halt gelernt, so bin ich auch groß geworden, dass ...

00:07:57: Schwaben.

00:07:58: Ja, genau, ja, wobei meine Eltern, mein Vater ist Ingenieur und meine Mutter Kinderkrankenschwester.

00:08:06: Wir hatten immer genug Geld, auch als Familie mit vier Kindern hatten wir genug Geld, aber es war mal ein Vater,

00:08:12: beispielsweise nie, zum Beispiel nie wichtig irgendwie ein Porsche stehen zu haben.

00:08:16: So, ja, also da bin ich etwas anfälliger für schnelle Autos, aber meinem Vater war sowas nie wichtig.

00:08:23: Das habe ich natürlich schon auch wiederum mitbekommen, dass eben so es nicht nur um Materielles jetzt geht,

00:08:29: aber eine gewisse Grundversorgung, wo man jetzt vielleicht nicht nur auf jeden Cent schielen muss.

00:08:34: Wenn man das, sag ich jetzt mal, mit seiner eigenen Hände Arbeit beeinflussen kann, dann ist das wahrscheinlich meistens nicht zum Schaden,

00:08:41: seiner selbst und dann auch seiner lieben, wenn man eine Familie hat und dass das irgendwie so eine logische Causale-Kette ist.

00:08:48: Das gehört dazu, also von daher Geld, um den Lebensstandard zu sichern, um auch vielleicht ja, schöne Urlaube zu machen,

00:08:56: um Geld auch in Bildung, entweder seiner selbst oder seiner Kinder zu stecken, das finde ich eine gute Grundlage,

00:09:02: um dann auch ein gesundes Leben führen zu können. Aber es ist nicht alles.

00:09:05: Nee, wir bei der Sparkasse, wir haben ja auch lange gesagt, wenn es um das Geld geht und der neue Slogan ist, weil es um mehr als Geld geht.

00:09:13: Also, wir sind dann, hätte ich dich weiterreden lassen, wärst du selbst auf den Slogan gekommen.

00:09:17: Es ist 2.30 Uhr nachts. Du schläfst, wo schläfst du, wo wohnst du?

00:09:31: Ich wohne in Essen.

00:09:32: In Essen, welchem Stadtteil?

00:09:34: Ich wohne in Bredennei.

00:09:35: In Bredennei. 2.30 Uhr. Ich schüttel dich wach, leuchte dich mit einer Taschenlampe an und sage Nelsen, welchen Beruf hast du?

00:09:42: Koch.

00:09:43: Koch. Reicht ein Wort. Ich muss erstmal einen Überblick verschaffen. Bühne, Musik, Fernsehen, YouTube, Kochbücher, Kochschule,

00:09:51: Servicegeschichten im ZDF etc., also Koch. Da ging's los.

00:09:56: Wir sparen uns jetzt viel Zeit. Den Anfang fasse ich mal zusammen. Mehr gibt's gerne in den Shownotes, wie wir jungen Leute sagen, verlinkt.

00:10:03: Also aufgewachsen als Sohn, ghanalscher Eltern, in der Pflegefamilie Müller, in Stuttgart Plieningen, Realschule.

00:10:10: Da muss ich kurz mal nachhaken. Du sagst, erst Foul Pails gewesen, dann Streber. Welchen Impuls gab's zum Streber?

00:10:18: Ich hab dann die eine oder andere Lebenssituation hinter mich gebracht und hatte dann Freunde in der Klasse, die Gas gegeben haben und da hab ich mich dann einfach dran gehangen.

00:10:31: Es gab's auch dann einfach Reife-Prozessen. Also irgendwann versteht man halt, dass das gut sein, irgendwie auch cool sein kann.

00:10:39: Das verstehen nicht alle. Nicht alle. Gut, dass du dich denen angeschlossen hast, dass ihr da auch nach unten gehen könnt.

00:10:44: Ja, das stimmt.

00:10:45: Dann wurdest du Koch erst in Stuttgart, der nächste Station direkt Söld. Was reizte dich an der Küche?

00:10:51: Denn eins ist ja völlig klar, in der Küche fängst du ja immer ganz, ganz unten an.

00:10:56: Da hast du ja keine Verbindung zur Küche, auch über die Familie erst mal nicht.

00:10:59: Ja, doch. Mein Vater ist auf einem Bauernhof groß geworden mit angeschlossenem Metzgerei und Wirtschaft.

00:11:06: Die betreibt mein Cousin in Hamburg, das Dorfwirtzhaus.

00:11:10: Da war ich als Kind immer im Urlaub und auch immer in der Küche und hab bei meiner Tante über die Schulter geschaut, wie sie Knoll gerollt hat.

00:11:17: Und das Fleisch immer mit so einem Schaschlikspieß getestet hat, ob es ein Medium ist.

00:11:23: Das hat mich sehr beeindruckt und auch den Salat, den sie aus der Saladette angerichtet hat, das war ein Gemisch aus Bohnen,

00:11:30: Karottensalat, noch Karotten noch mit dem Bundmesser geschnitten, also wie früher am Embassy im Ruhrgebiet,

00:11:35: Krautsalat und so schöner grüner Salat. Und das durfte ich dann auch als Kind machen.

00:11:41: Und das war sicherlich ein großer Grund und Motor dafür, dass ich dann kocht geworden bin später.

00:11:45: Und trotzdem dann hochgekocht hast du dich und dann auch nach Essen gekocht.

00:11:50: Da gab es wirklich keine Verbindung zur Stadt erst mal, ne?

00:11:53: Ich kam nach Essen über Empfehlungen beziehungsweise auf der Suche nach einem zwei Sterne Restaurant.

00:11:58: Und die Residence war eins von fünf zwei Sterne Restaurants in Deutschland, die allerdings auch nur abends auf hatten.

00:12:05: Das heißt, wir haben dann dort, ja, ich sag mal, 14 statt 16 Stunden in der Küche gestanden.

00:12:11: Ah, da war der Fallpads wieder.

00:12:13: Residence, genau.

00:12:16: Die Residence war ein, das Restaurant von Bertolt Bühler in Kettwig.

00:12:21: In Kettwig genau.

00:12:22: Das war jetzt leider geschlossen, aber es war eine sehr, sehr große Zeit.

00:12:26: Und ja, Bertolt Bühler hat viele, viele Köcher, die jetzt heute noch aktiv sind, hervorgebracht.

00:12:31: Und Henry Bach natürlich auch.

00:12:33: Dorf wird's Haus, bis hin zum Wunsch in einen zwei Sterne Laden zu gehen.

00:12:38: Da muss es doch irgendetwas in die gegeben haben.

00:12:40: Ich möchte da oben kochen.

00:12:42: Ich glaube, das ist so ein bisschen das Schwabengehen auch ein bisschen.

00:12:46: Also immer noch ein Stück weiter und scharfer, scharfer Häuslebauer.

00:12:50: Und dann auch ein bisschen, ja, Schöngeistigkeit.

00:12:53: Also dann festzustellen, okay, neben dem Zwiebelrostbraten, dem Schwäbischen und den Spätzle,

00:12:58: da gibt es auch noch andere Teller, die man machen kann.

00:13:00: Man kann davon auch eine Interpretation machen.

00:13:02: Man kann mit Essen Leute emotional berühren.

00:13:06: Man kann ganze Geschichten erzählen mit Menüs.

00:13:08: Das Handwerk kann sehr kleinteilig und feingliedrig sein.

00:13:13: Das hat mich begeistert.

00:13:15: Bist du da nicht gesagt hast, ich mach mich selbstständig.

00:13:18: Ja, ich will jetzt mal ran an den Menschen.

00:13:20: Das kam alles zufällig.

00:13:22: Ich wurde gefragt, ob ich, das war damals die Planbar in Essen,

00:13:26: eine Gemeinschaft aus verschiedenen, aus Architekten, aus Lichtplanung, Bürobedarf.

00:13:33: Und die hat mich damals gefragt, ob ich da gerne mitmachen möchte,

00:13:37: also in der Küchenausstellung, ob ich dort nicht partiell Kochkurse machen wollen würde.

00:13:42: In der Max-Kreitschrasse.

00:13:43: Genau, in der Max-Kreitschrasse.

00:13:45: Und da habe ich dann zugesagt und dann habe ich mich plötzlich da wiedergefunden

00:13:50: und habe dann einfach gekocht und habe dann gemerkt, ah, okay, das kommt an.

00:13:55: Damit kann man Geld verdienen.

00:13:56: Da kommen Leute extra, die finden das toll, die sind begeistert.

00:14:00: Mir war das alles überhaupt nicht klar vorher.

00:14:02: Also, ich bin da so ein e-freien Geschlitter, der ehrlich gesagt.

00:14:06: Und ja, so ist meine Selbstständigkeit entstanden.

00:14:09: Und dann kam das Fernsehen dazu, was ja sicherlich nochmal ein richtiger Karriere-Geschmacksverstärker ist.

00:14:16: Das Fernsehen kam eigentlich so ein bisschen parallel dazu.

00:14:19: Ich habe ja, habe Musik gemacht eine Zeit lang mal oder bin dann aufgehört in der Residance,

00:14:23: um mal ein Jahr Musik zu machen.

00:14:25: Und da habe ich dann Manuela Ferling kennengelernt, meine erste Managerin,

00:14:29: die damals auch die Jung Wilden gemanagt hat und Tim Meltzer und viele, viele Köche,

00:14:34: Björn Freitag und so weiter.

00:14:36: Und ja, über sie kam ich ins Fernsehen.

00:14:38: Das war damals schon wichtig, du hast die Schote aufgemacht 2009.

00:14:41: Ja, also das Fernsehen war das Vehikel, um mich national bekannt zu machen.

00:14:47: Ja, dann öffnest du nicht ein neues Restaurant,

00:14:49: sondern dann ist gleich klar, das ist der Laden von Nelson Müller, den kennst du bestimmt.

00:14:53: Mit den Fernsehauftritten habe ich meinen ersten Werbevertrag bekommen, damals mit Müllers Mühle.

00:14:58: Und mit diesem Geld von meinem ersten Werbevertrag bin ich zur Bank gegangen damals

00:15:04: und habe damit meinen ersten Kredit bekommen, den ich für meinen Restaurant benutzt habe.

00:15:08: Ah, okay, okay, das ist nur logisch.

00:15:11: Und auch da wieder der Schwabe, in so einem Stern, tappt man ja nicht hinein,

00:15:16: man legt es ja drauf an meistens.

00:15:19: Erkennst du die Tester mittlerweile?

00:15:21: Kriegst du auch eine SMS aus dem Haus, der ist da, es geht los.

00:15:24: Ja, mit so weit ist?

00:15:26: Also, den einen oder den hat man vielleicht schon mal gesehen.

00:15:29: Ach so, sogar persönlich kennt man die, okay.

00:15:31: Aber ja, sie melden sich an, meistens anonym und es ist eher schwierig.

00:15:36: Also ja, man denkt sich dann, okay, wenn eine einzelne Person dann da sitzt und dann...

00:15:40: Alles probiert?

00:15:41: Genau, dann ist es meistens schon ein Tester, aber es gibt immer noch genug Anonymität

00:15:47: und auch Tage, wo ich eben nicht da bin und wo vielleicht getestet wurde

00:15:51: und ich es vielleicht dann auch doch nicht mitbekommen habe.

00:15:53: Also ja, man kann ein bisschen was tun, aber es ist immer noch die Konstanz,

00:15:58: die wichtig ist, ungeachtet dessen, wer jetzt gerade im Restaurant sitzt.

00:16:02: Du hast den Stern durchgängig gehalten, also bekommen es eine, halten ist es andere.

00:16:06: Genau.

00:16:07: Beim Michelin steht zu Sternen, ein Stern, eine Küche voller Finesse, einen Stoppwert.

00:16:13: Kommt wahrscheinlich noch aus den alten Reiseführern von Michelin.

00:16:15: Zwei Sterne, eine Spitzenküche, einen Umwegwert,

00:16:18: drei Sterne, eine einzigartige Küche, eine Reisewert.

00:16:21: Du bist ja ein Challenge-Typ.

00:16:23: Reiz dich mal den Umweg oder sogar eine Reisewert zu sein?

00:16:26: Ja, also die zwei Sterne, die würde ich schon sehr gerne angreifen mit meinem Team, auf jeden Fall.

00:16:31: Das ist klar, da braucht man nicht drum und drum zu reden.

00:16:34: Klar, wenn man die ganze Zeit da investiert und dran ist und macht und tut und das auch gerne macht

00:16:39: und ja auch selber schon in zwei Sterne Restaurants gearbeitet hat,

00:16:42: dann ist natürlich der Wunsch da und der Wille auch da, aber es ist halt auch schwierig.

00:16:47: Und ja, eben auch die ökonomischen Belange stehen halt da auch erstmal im Vordergrund.

00:16:53: Also wichtig ist natürlich erstmal, dass man alle bezahlen kann und dass man alles, ja, dass das funktioniert

00:16:58: und wenn man da einen Schritt weitergehen kann, dann ist das die Kühe.

00:17:01: Du hast schon viel riskiert.

00:17:03: Empfinde ich so mit einem Laden hier, an der Rolltreppe, an einem Supermarkt, am Rüttenschaterstern,

00:17:11: sehr verkehrsreich, da hast du dich ja mit etwas durchgesetzt, was, glaube ich, viele in Essen gar nicht so erwartet haben.

00:17:17: War das ein Risiko?

00:17:18: Also das ist ein absolutes Risiko und das ist auch vollkommen aufgegangen.

00:17:21: Als ich den Laden gesehen habe, hat das mich erinnert an diese Restaurants irgendwie in Großstädten,

00:17:27: in irgendwelchen, ja, malls, so ein bisschen dieses Foodding, KDW-Feeling, Düsseldorf, Köhe hat man das ja auch und so.

00:17:36: Und ich finde, dieser Punkt war in Essen noch nicht besetzt, weil es nicht im Rüttenscheid ist.

00:17:40: Ich habe mich auch oft gewundert, warum die Leute nicht so verstehen eigentlich in Essen,

00:17:44: weil sie das in anderen Städten ja auch irgendwo haben.

00:17:47: Also wenn ich jetzt irgendwo in irgendwelche Akkaden gehe oder irgendwo habe ich dann doch irgendwo mein Restaurant,

00:17:53: was, sage ich jetzt mal, in einem stark frequentierten Bereich ist und wo vielleicht auch eine Rolltreppe ist.

00:17:58: Und da ich aber trotzdem irgendwie in guten Champagner und Paus dann und irgendwas Gutes essen kann.

00:18:03: Also haben Sie es am Anfang nicht verstanden?

00:18:05: Am Anfang nicht. Am Anfang war das so, schreiben Sie auch dann, ja, und dann sitzen wir an der Rolltreppe und so weiter.

00:18:10: Ja, aber das ist ja genau das. Ja, das ist halt so, das ist im Müll aus. Das ist ja genau das.

00:18:15: Ja, aber mittlerweile hat sich es dann doch rumgesprochen und die Qualität des Essens und des Services

00:18:22: bescheren uns doch regelmäßig ein volles Restaurant. Und das ist schön.

00:18:27: Ein Geheimnis für mich ist ja, ob die Schote hier lief. Man konnte ja nicht richtig hinschauen, da gibt es ja diese Vorhängen.

00:18:34: Andererseits gibt es ja auch die Meinungssterne, Küche lohnt sich nie.

00:18:38: Das ist immer, wenn es gut läuft, ein zu Null-Geschäft.

00:18:42: Wie lief's? - Das ist nicht mehr gut.

00:18:44: Die Schote hat ein bisschen gebraucht, muss ich sagen.

00:18:47: Nach dem Umzug? - Nach dem Umzug hat es tatsächlich gebraucht.

00:18:50: Und ist jetzt aber gegen Ende hin immer besser und immer stärker gelaufen.

00:18:55: Aber ja, klar, ich glaube, mit dem Umzug, den wir jetzt da vorhaben,

00:19:00: glaube ich schon, dass das noch mal ein bisschen besser ist für die Schote.

00:19:04: Das ist verständlicher für die Leute.

00:19:06: Das Schote im Müllers, glaube ich, haben nicht alle verstanden oder wahrgenommen.

00:19:12: Also, da glaube ich schon sagen, wenn die Schote ihre eigene Bühne hat,

00:19:16: ist es für die Schote noch besser, als es jetzt ist.

00:19:19: Aber wir haben das gut gemacht.

00:19:21: Wir hatten so um die 20-30 Sitzplätze in der alten Schote im Müllers.

00:19:24: Und da, die war auch regelmäßig voll.

00:19:27: Und jetzt gerade am Ende war mal wirklich,

00:19:30: also, wir hatten eine durchgehende Auslastung mit Katering und allem hin.

00:19:34: Und her habe ich das eigentlich ganz gut hinbekommen.

00:19:36: Aber es hat auch ein bisschen gedauert.

00:19:38: (Dynamische Musik)

00:19:40: Ich würde gerne noch mal mit dir über die Marke sprechen.

00:19:48: Über die Marke, Nels Möder, die alles zusammenhält.

00:19:50: Mit dem Stern, mit dem Fernsehen, an Büchern, YouTube-Kanal,

00:19:53: Social Media, die Fernsehschaos.

00:19:55: Mal kochst du, mal singst du in "The Masked Singer",

00:19:58: machst Test-Sendung, Service-Sendung.

00:20:00: Wie wichtig ist Fernsehen? Das haben wir schon mal angedeutet.

00:20:03: Ist das schon wie eine Dauerwerbesendung für dich?

00:20:06: Ja, auf jeden Fall.

00:20:07: Fernsehen ist sicherlich ein wichtiger Teil der Marke.

00:20:10: Mal bin ich natürlich dort als Entertainer,

00:20:12: mal ist es Doku-Tainment, mal ist es irgendwie Fiction.

00:20:17: Ja, also, ich darf dir sehr viel machen.

00:20:20: Und klar, mich natürlich aus allen möglichen Facetten herauspräsentieren.

00:20:24: Und insofern ist es natürlich eine Art Dauerwerbung.

00:20:27: Aber sie ist ja doch sehr inhaltlich angefüllt.

00:20:30: Also mit dem, was ich entweder originär mache,

00:20:32: oder eben ja, mit meinen anderen Themen,

00:20:35: die mich in anderen kleinen Satelliten,

00:20:37: die mich herumschwirren, wie Musik machen oder so.

00:20:39: Von daher ist es natürlich schon schön,

00:20:42: als markenbildendes Element gerne Frage.

00:20:45: Es gibt eine tolle Folge mit Pierre M. Krause, Kurzstrecke.

00:20:49: Auf YouTube verlinke ich auch gern.

00:20:51: Da sagt er, er erlebt dich so als extravertiert,

00:20:55: nach Außengerichtet, und du schaust ihn an und fragst ihn.

00:20:58: Du fragst ihn echt, findest du?

00:21:00: Und ich empfinde, dass seit Jahren auch anders.

00:21:02: Wir haben uns hier und da mal gesehen,

00:21:04: ich empfinde dich auch als eher zurückhaltend.

00:21:07: Und wenn du jetzt sagst, ich mache Fernsehen oder stehe auf Bühnen,

00:21:11: dann hab ich das Gefühl, sehr gerne mit den Dingen,

00:21:14: die du wirklich kannst. - Ja, also ...

00:21:16: Kontrollierbarer Rahmen. - Absolut.

00:21:18: Klar genieß ich auch Rampenlicht oder Aufmerksamkeit,

00:21:21: aber nicht um jeden Preis.

00:21:23: Nur denn, wenn ich von mir aus irgendwas abliefern kann,

00:21:26: von dem ich selber sage, dass ich das cool finde.

00:21:29: Im Dschungel könntest du kochen bei RT.

00:21:31: (Lachen)

00:21:32: Ich stitt mit. - Ja, aber die Dialoge, die da geführt werden ...

00:21:36: Du musst da reden, ja. - ... das Branding des Dschungels ist jetzt ...

00:21:41: Also, das war wirklich ...

00:21:43: Du wärst der Erste, der den Dschungel ablehnt wegen der Dialoge,

00:21:47: und reingehen würde wegen des Essens.

00:21:49: (Lachen)

00:21:50: Sehr schön.

00:21:51: Was ist denn, wenn das Fernsehen weg ist?

00:21:53: Dann bist du Nelson Müller, der mal im Fernsehen war.

00:21:56: Und irgendwann bist du nur noch Nelson Müller.

00:21:59: Du hast das aufgeladen. Was ist, wenn der verblasst?

00:22:02: Ach, das ist ... - Philosophische Frage.

00:22:04: Ja, da bin ich sehr entspannt, weil ...

00:22:06: Das ist ja auch der Grund, warum ich auch sehr in meine Gastromarke ...

00:22:10: investiere.

00:22:11: Da die Gastromarke auch das Vehikel war,

00:22:14: was mich ins Fernsehen gebracht habe. - Ja.

00:22:17: Und das ist eigentlich das, wie wir die Menschen sprechen.

00:22:20: Und damit bringt man sich immer wieder ins Gespräch,

00:22:23: mit Restaurant, und damit wird man auch immer wieder

00:22:25: Aufmerksamkeit erzeugen.

00:22:27: Und wird auch immer Medienaufmerksamkeit erzeugen.

00:22:31: Und dadurch ...

00:22:32: Die Marke kann dir auch schön weiter segeln.

00:22:35: Auch wenn's mal nicht so viel Fernsehen ist,

00:22:37: kann die Marke super weiter segeln.

00:22:39: Ich bin auch sehr, sehr gerne Unternehmer.

00:22:42: Und genau aus den eben genannten Gründen eben ...

00:22:44: auch nicht gollummäßig, sag ich mal, den Ring ...

00:22:48: des prominenten Statuses, den brauch ich nicht unbedingt.

00:22:52: Ja, also ich kann auch wunderbar mal mit etwas weniger

00:22:55: Aufmerksamkeit leben.

00:22:57: Klar freut es ein, oder ist es erkannt werden ...

00:23:00: ein Barometer.

00:23:02: Aber am Ende des Tages gibt's ja noch so viele andere Facetten,

00:23:06: die ich auch teilweise dafür aufgeben muss.

00:23:09: Also es gibt ja auch viel Sachen, die auf der Strecke bleiben.

00:23:13: Bei der sechsten Halbtagewoche, ja.

00:23:15: Ich dann eben vielleicht da auch mal ein bisschen mehr machen könnte.

00:23:18: Ich bin ein Mensch, der ein sehr extreme, anpassungsfähiger Mensch.

00:23:22: Gott sei Dank, weil ich halt auch alles mal durch hatte.

00:23:25: Ob das irgendwie eine Elf- Quadratmeter-Wohnung

00:23:28: während der Ausbildungszeit zu leben war ...

00:23:30: Elf- Quadratmeter? - Ja.

00:23:32: Das war eine super Zeit.

00:23:33: Und wenn man das alles mal gemacht hat,

00:23:36: finde ich, was soll da passieren?

00:23:38: Selbstvertrauen kommt dann und sagt hier ...

00:23:40: Es gibt so viele bunte Facetten.

00:23:42: Die fällt immer auf das Eingang. - Ja, absolut.

00:23:45: Wichtig ist ... - Und Dschungel gibt's ja immer noch.

00:23:48: Den gibt's noch. Gar nicht schlecht bezahlt.

00:23:50: Ich kümmere mich doch. Plätzchen finden wir schon.

00:23:53: Witzig, dass du dasselbe Management hast wie Arztes Schröder.

00:23:58: Ja, stimmt. - Das ist auch ein Mann,

00:24:00: den man falsch einschätzt, wenn man ihn nicht kennt.

00:24:03: Das ist auch mal mit riesigem Herzen. Sehr leise eigentlich.

00:24:07: Auch ein bisschen Misstrauisch. Bist du misstrauisch?

00:24:09: Ja, in gewissen Maße ja.

00:24:11: Aber nicht außergewöhnlich misstrauisch.

00:24:13: Vielleicht eher sogar manchmal zu wenig misstrauisch tatsächlich.

00:24:17: So würde ich mich jetzt selber einschätzen.

00:24:19: Und deine Haare sind echt der Unterschied.

00:24:22: (Dynamische Musik)

00:24:23: Lass uns noch mal kurz über Ausgleich sprechen.

00:24:30: Erst im Kleinen, als die Schote noch in der Emma-Straße war,

00:24:34: war deine Ausgleich der Brenner gegenüber.

00:24:36: Stimmt das? - Ja, auch.

00:24:38: Ich war öfters im Brenner natürlich klar.

00:24:40: Das lag natürlich in der geografischen Sache.

00:24:43: Über eine Kneipe zu haben, wir sind gefährlich.

00:24:46: Man hat hinfallen und wieder zurückfallen.

00:24:48: Von denen du dir für deine Sterneküche

00:24:51: schon mal eine Zwiebel geliehen hast, wenn dir fehlte.

00:24:53: Wir hatten einen netten Austausch,

00:24:56: aber Alex ist auch ab und zu rübergekommen.

00:24:58: Welchen Ausgleich hast du noch? Du hast den Sport, die Musik.

00:25:02: Musik ist für mich ein großer Seelenfüller.

00:25:05: Das ist irgendwie so eine Art Medizin.

00:25:07: Und das macht schon sehr viel Freude.

00:25:09: Was ist das für Musik? - Erste Linie ist Soul-Musik.

00:25:13: Aber das kann auch ein anderes Genre sein,

00:25:15: was ich in der Art und Weise singe, wie ich halt singe.

00:25:18: Du versolzt alles, was du magst.

00:25:20: Ich würde schon sagen, dass man immer erkennt,

00:25:23: dass Soul mein Background ist. - Über die Stimme, ne?

00:25:26: Genau, aber das kann auch mal was Rockigeres sein.

00:25:30: Das kann was Jazziges, was Bluesiges sein.

00:25:32: Das kann auch mal Liedermacher, Classic Hits, 60 Jahre Hits sein.

00:25:38: Haben Musik machen und Restaurants was gemeinsam?

00:25:41: Ja, absolut. Das ist auch Handwerk.

00:25:43: Und es gibt auch beim Musikmachen, wie auch beim Kochen.

00:25:47: Das gibt so diesen Magic-Touch, den man manchmal gar nicht so beschreiben kann.

00:25:53: Wo man sagt, alle handwerklichen Parameter

00:25:56: sind da eigentlich außer Acht gewassen worden.

00:25:59: Und trotzdem ist es ein Hit geworden.

00:26:01: Und so gibt es auch manchmal Gerichte, wo man sagt,

00:26:03: da ist jetzt eigentlich gar nicht so ein Riesenhandwerk dabei.

00:26:06: Aber es ist einfach in der Konstellation,

00:26:09: in der Aromenzusammenstellung so ins Schlagbargut fertig.

00:26:12: Muss auch nichts mehr zutun.

00:26:14: Alles, was zu viel ist, ist zu viel.

00:26:17: Das ist ein Flohmoment.

00:26:19: Wobei, bei den Flohmoment hast du in der Musik ja,

00:26:21: während du sie spielst.

00:26:23: Und du sagst, das perfekte Ergebnis beim Kochen,

00:26:25: merke ich erst, wenn ich hinschmecke.

00:26:27: Oder gibt's auch ein Flohmoment im Kochen?

00:26:29: Ja, auf jeden Fall.

00:26:31: Das ist was, egal, wie es schmeckt hinterher.

00:26:34: Nee, das nicht.

00:26:36: Geld war ein Thema. Wovon lebst du sonst noch?

00:26:42: Im Fernsehen gibt's Quoten, im Restaurant gibt's einen ehrlichen Dank.

00:26:45: Hier, wenn ich mit dir über die Straße gehe, gibt's diesen Blick.

00:26:48: Oh, das ist er.

00:26:50: Auf der Bühne gibt's richtig großen echten Applaus für Musik.

00:26:55: Was ist das Schönste?

00:26:57: Das ist so schwierig zu sagen,

00:26:59: das ist ja alles ein bunter Blumenstrauß, den du aufgezählt hast.

00:27:02: Das wäre, wie man da draufschauen müsste und sagen müsste,

00:27:05: das ist aber meine Lieblingsblume, hab ich nicht.

00:27:08: In der Zusammenstellung, wie du es jetzt genannt hast,

00:27:11: ist das alles super schön und cool.

00:27:14: Ich bin dankbar dafür, dass das so ist.

00:27:16: Und das ist, wie gesagt, ein schönes Barometer

00:27:18: für das, was man tut oder getan hat.

00:27:20: Manchmal denkt man auch, okay, komm, das ist nicht gerechtfertigt.

00:27:23: Das war jetzt gar nicht so gut.

00:27:25: Oder du hast gar nichts gemacht.

00:27:27: Man registriert das und ich selber messe mich,

00:27:31: aber eigentlich eher an anderen Dingen.

00:27:33: Ich genieße das mal, aber eher,

00:27:36: also mir ist dann wichtiger, was meine Mutter dazu sagt,

00:27:39: oder ob meine Mitarbeiter lange bei mir bleiben,

00:27:42: ob die Stimmung gut ist im Team.

00:27:44: Das sind für mich die wahren Challenges,

00:27:46: wo ich sage, das ist aber jetzt ganz cool.

00:27:49: Da bin ich ganz stolz drauf.

00:27:51: Je länger ein Mitarbeiter bei mir bleibt,

00:27:53: da klopfe ich mir eher auf die Schultern,

00:27:56: das scheinenbar hast du da als Unternehmer

00:27:59: doch ein bisschen was richtig gemacht.

00:28:01: So was finde ich jetzt wichtiger,

00:28:04: als ob mich jemand draußen erkennt oder so.

00:28:07: Das ist auch schön, weil das ja auch, wie gesagt,

00:28:10: das Spiegel dessen ist, was ich da draußen mache

00:28:13: und dass ich irgendwie im Fernsehen bin.

00:28:15: Und scheinbar auch als Entertainer da funktioniere

00:28:18: und die Quoten stimmen, also da auch einen guten Job gemacht habe.

00:28:22: Aber das spielen ja auch viele Machtthemen mit rein.

00:28:25: Fernsehen kann sehr schnell passieren und sehr schnell auch zu Ende gehen.

00:28:30: Aber im Sinne von Fernsehen hat einfach eine Wahnsinnige Macht,

00:28:34: wo ihr auch manchmal sagt, pass auf, wenn dich jemand sagt,

00:28:37: der weiß ja gar nicht, ob du nicht privat ein Arsch bist.

00:28:41: Dafür hat er den Podcast, um das zu überprüfen.

00:28:44: Wann gibt es dich wieder auf der Bühne als Musiker?

00:28:47: Jetzt auf jeden Fall bei der Giovanni Zarella Show.

00:28:50: Das kann man ja da auch wieder im Fernsehen sehen.

00:28:53: Was ist das, ist das im Februar? - 15. Februar.

00:28:57: Ach so, kurz nach deinem Geburtstag. Mir verraten dich.

00:29:00: * Musik *

00:29:03: Das ist die Episode im Monat der Bundestagswahl.

00:29:06: Ich möchte mit dir ausgesprochen nicht über Parteipolitik sprechen.

00:29:10: Über keine Partei.

00:29:11: Aber gerne mal mit dir auf die Zeiten schauen.

00:29:14: Wie empfindest du die auch hier in Essen?

00:29:18: Ich glaube, es sind schon sehr anspruchsvolle Zeiten,

00:29:21: in denen es schwer ist, sich mit der Machete

00:29:24: durch das dicke Dich des Dschungels zu kämpfen.

00:29:27: Der Geprägtis von Populismus, Aufreger, Themen.

00:29:31: Aber eben auch nach wie vor noch echten Menschen

00:29:34: und echten Gefühlen und auch vielen sehr guten Dingen.

00:29:38: Klar, Wahlkampf ist natürlich ein großes Thema.

00:29:42: Da wird viel geschrien, da wird mit vielen Fahnen gewählt,

00:29:46: die gar nicht so wichtig sind im Endeffekt,

00:29:50: sondern die aber Schwelerstimme einfangen.

00:29:53: Mit denen man Stimmung machen kann.

00:29:55: Aber eigentlich gibt es noch so eine Palette von Dingen,

00:29:58: die wirklich wichtig sind.

00:30:00: Ich merke schon, mit der Anmoderation dieser Frage,

00:30:03: die so ein bisschen verboten, die Dinge auszusprechen.

00:30:06: Aber ich verstehe schon, Migration ist gerade ein großes Thema.

00:30:09: Das ist ja auch so ein Reflexthema in der deutschen Politik.

00:30:12: Und irgendwie springen wir da auch in den Medien drauf an.

00:30:15: Was sind denn die für dich noch wesentlichen Themen,

00:30:18: die wir jetzt drohen, fast aus dem Blick zu verlieren?

00:30:22: Ich glaube, ein wichtiges Thema ist natürlich der wirtschaftliche Wandel

00:30:26: oder eine Restrukturierung der Wirtschaft.

00:30:29: Aber natürlich auch Bildung nach wie vor, Umweltschutz.

00:30:33: Es wird gekürzt Sozialarbeiter, die was tun können.

00:30:37: Zum Thema Eingliederung von Migranten oder eben auch ...

00:30:41: Ich sehe es ja auch selber als Unternehmer,

00:30:43: wie schwer es ist beispielsweise,

00:30:45: Kräfte aus dem Ausland auch hier zu bekommen

00:30:48: oder wie schwer es ist, Arbeitsgenehmigungen zu bekommen.

00:30:51: Ja, die brauchst du alle.

00:30:54: Und was da alles für ein bürokratischer Aufwand dahinter ist.

00:30:58: Vieles ist da im Argen meines Erachtens.

00:31:01: Ich glaube, da kann man noch sehr, sehr viel tun.

00:31:04: Und das wird die Aufgabe der nächsten Regierung sein,

00:31:07: einen strukturellen Problem zu arbeiten.

00:31:10: Und ich glaube, nur darüber geht es.

00:31:12: Deshalb ist es ein bisschen verärgert, mich das schon auch.

00:31:15: Wenn es immer nur um die Themen geht,

00:31:19: mit denen man Quote machen kann.

00:31:22: Schauen wir kurz noch mal auf Essen.

00:31:24: Das Leben hatte ich hierher gespült.

00:31:26: Wenn man den ganzen Weg sieht, kann man ja fast sagen,

00:31:29: "Gana bis Rütenscheide".

00:31:31: Das ist ein Riesenweg.

00:31:34: Und du sagst ja auch in kleinem und in ganz großem,

00:31:37: als einer der prominentesten Essener.

00:31:39: Was bedeutet dir die Stadt?

00:31:41: Die Stadt Essen bedeutet mir sehr viel.

00:31:44: Da ich angekommen in der Residance,

00:31:47: habe ich durch Essen diesen Rohgebietsmenschen kennengelernt.

00:31:51: Und die Stimmung, die hierher herrscht,

00:31:53: die finde ich schon spannend.

00:31:55: Spannend ist aber das ja fast wie interessant,

00:31:58: wenn man Essen probiert.

00:32:00: Ja, es geht hier ja ganz viel um Ehrlichkeit.

00:32:04: Geradeaus, das finde ich ...

00:32:08: Und auch um das Miteinander natürlich,

00:32:10: die verschiedenen Nationen, die hier miteinander auskommen.

00:32:14: Und Kulturen, zusammen genießen und leben.

00:32:17: Der Fußball, die Arbeitermentalität,

00:32:19: das verbindet die Leute unabhängig dessen, wo sie herkommen,

00:32:23: welche Hautfarbe sie haben und welche Religion sie angehören.

00:32:27: Das finde ich total cool.

00:32:30: Trotzdem sehe ich auch immer noch den Strukturwandel

00:32:34: auch durchaus nicht unkritisch.

00:32:36: Wir haben hier so viele Potenziale

00:32:39: und können aber die PS manchmal nicht so auf die Erde bringen,

00:32:42: wie es eigentlich möglich wäre.

00:32:45: Wenn wir überlegen, dass hier rund 10 Mio. Einwohner

00:32:48: im größeren, erweiterten Rohgebiet wohnen,

00:32:51: könnte da manchmal noch mehr passieren.

00:32:53: Du hast nur 30 Plätze da.

00:32:55: Ja, deshalb. Ich habe immer gesagt,

00:32:57: in einem Restaurant mit 30 Plätzen,

00:32:59: da müssen die Leute doch Schlange stehen eigentlich.

00:33:02: Aber die fahren nach Düsseldorf, oder?

00:33:04: Ach, köln, die Leute, ja.

00:33:07: * Musik *

00:33:10: Lass uns doch da ... Wir sind jetzt kurz vor dieser Plakatwand.

00:33:20: Wir sind jetzt bei der Plakatwand.

00:33:22: Lass uns gerne einen Satz da auf dieser berühmten Plakatwand.

00:33:25: Du längst die Betten in der Gestaltbach aufschüttelst.

00:33:28: Was darf das stehen für uns als Botschaft?

00:33:31: Was du nicht vergessen, es kann auch Spaß machen.

00:33:33: Du kannst auch was malen, wenn du möchtest.

00:33:35: Ach, das ist aber jetzt ... Das ist aber jetzt hier ...

00:33:38: Ich muss aber fast sagen, du hast schon so viele Sätze gesagt,

00:33:41: die da drauf passen, dass wir das auch einfach so stehen lassen können.

00:33:44: Und wir suchen uns einfach einen aus.

00:33:46: Ich würde auch sagen, wir suchen uns ...

00:33:49: Wir suchen uns was aus und dann tappizieren wir die ...

00:33:52: oder verhüllen die Sparkasse, das können wir auch machen.

00:33:55: * Lachen *

00:33:57: Ja, klär ich.

00:33:59: Ich will dich nicht verlieren, Nelson.

00:34:01: Was hat Berges Gladbach was Essen nicht hat?

00:34:04: Wir haben dir dein Restaurant auf der hessischen Burg gegönnt

00:34:08: und deinen Laden auf Nordernai.

00:34:10: Aber Berges Gladbach, das ist mehr als eine Affäre.

00:34:14: Ja, ich glaube, der Trend geht ja dazu zur offenen Pizza.

00:34:19: Also ist das ja ...

00:34:21: Keine Ahnung, ich bin da eigentlich eher konservative.

00:34:24: Ja, also ...

00:34:26: Bei uns war ja ein reines Plattsthema bei uns.

00:34:31: Einfach nur Platz zu haben, um wirklich ...

00:34:34: mal einen Saal zu haben, wo man eine Hochzeit

00:34:37: oder eine andere Veranstaltung feiern kann.

00:34:40: Das ist unheimlich schwierig in Essen.

00:34:42: Hätte ich das auch sehr gerne gemacht.

00:34:44: Aber man muss dann auch noch mal die Zeitschiene sehen.

00:34:47: Also, wenn man dann hier vielleicht was gefunden hätte,

00:34:51: was man dann hätte noch bauen müssen eventuell oder so.

00:34:54: Dann wird er auch nicht jünger.

00:34:56: Ich hatte das Glück, dass in Berges Gladbach diese Mühle,

00:34:59: die steht da, wie sie ist, so, die ist fertig.

00:35:02: Da gibt's ein kleines Boutique-Hotel, da sind zwei Seele,

00:35:05: da gibt's ein Restaurant, da gibt's noch ein kleines Häuschen,

00:35:09: wo ich das Sterne-Restaurant machen kann.

00:35:11: Da fließt ein Bach drum rum, da gibt's ein Pool,

00:35:14: da gibt's eine Kochschule.

00:35:16: Das Ganze ist auf einer Waldlichtung, das ist so eine kleine Oase.

00:35:20: Die Kochschule nimmst du auch mit? - Ja.

00:35:22: Aber wir machen im Müller's auch weiterhin Kochkurse.

00:35:25: Hier von Konze, mein Kühnchef.

00:35:27: Der ist ja auch ein absoluter Menschenfänger.

00:35:31: Ich hab einfach ein super Team hier in Essen.

00:35:34: Und ja, ich werd pendeln zwischen Essen und Berges Gladbach.

00:35:39: Man sieht dich weiterhin hier.

00:35:41: Ich hab hier einen riesen Freundeskreis,

00:35:43: auch Menschen, mit denen ich arbeite,

00:35:45: meinen Rotary Club oder die Ehrendamtagentur Menschenmögliche.

00:35:49: Ja, klar, schon her.

00:35:51: Langjährige Beziehungen, die toll sind, die gewachsen sind.

00:35:55: Freundschaftliche Connectionsverbindungen, beste Freunde.

00:36:00: Das ist ja alles ein großer Wert.

00:36:03: Das macht ja mein Leben aus.

00:36:06: Und das schmeiß ich bestimmt nicht weg für eine Affäre.

00:36:09: (Lachen)

00:36:11: Nils Müller, ich danke dir für deine Zeit.

00:36:14: Ja, danke dir, Tobias.

00:36:16: Übrigens, der Stern geht nicht automatisch mit nach Berges Gladbach.

00:36:21: Er hat Melzen noch erzählt.

00:36:23: Man meldet Anachtung, Schote, hat eine neue Adresse.

00:36:26: Aber dann ist das kein Automatismus.

00:36:28: Da kommt dann erst wieder eine neue Testerin, ein neuer Tester.

00:36:32: Es wird also noch mal spannend.

00:36:34: Aber bei diesem Perfektionisten, den ich kennengelernt habe,

00:36:37: bin ich mir sicher, es wird nicht schiefgehen.

00:36:40: Leiten Sie diese Folge doch bitte weiter an alle,

00:36:43: die manchmal etwas essen.

00:36:45: Aber nur an die ... (Lachen)

00:36:47: Das reicht mir schon.

00:36:50: Auch selbst melde ich mich automatisch mit unserem nächsten Gast im März.

00:36:54: Jetzt darf's persönlich gern Frühling werden.

00:36:57: Hier in unserer schönen Stadt.

00:36:59: Das war Zuhause in Essen.

00:37:03: Ein Podcast der Sparkasseressen.

00:37:06: Die neue Folge. Jeden zweiten Dienstag im Monat.

00:37:13: (Dynamische Musik)

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